Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
355
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

355

Sehr häufig und verbreitet auf feuchten Wiesen, auf Mooren, auf lichten Waldstellen,in Auen, an quelligen Orten; von der Ebene bis in die alpine Region (vereinzelt bis 2100 m).

Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Dänemark undSüdskandinavien), Kaukasusländer, Vorderasien, Persien, Sibirien.

Auch diese Art ist wie die vorige in allen Teilen sehr veränderlich. Hieher u. a.: var. majälis(Rchb.) Kittel. Pflanze kräftig. Laubblätter meist lanzettlich, spitz, + abstehend, in oder wenig unter derMitte am breitesten. Blütenstand dicht (Häufig). var. pinguis Aschers, et Graebner. Pflanze kräftig.Laubblätter voneinander deutlich entfernt, aufrecht, in der Regel stark und dunkel gefleckt, breit (meist nichtweit über dem Grunde am breitesten). Tragblätter meist ziemlich lang. var. impudicus (Crantz) Aschers,et Graebner (= O. comösus Scop.). Laubblätter oval bis länglich, deutlich zungenförmig, ziemlich plötzlichin die Spitze zugerundet, die untern meist ziemlich plötzlich verbreitert. Tragblätter sehr gross, breit, auseiförmigem Grunde zugespitzt, häutig, die untern grünlich oder alle gefärbt, die obern oft auch länger als dieBlüten. Letztere grösser als beim Typus (bis über 2 cm im Durchmesser), ziemlich locker abstehend, lebhaftgefärbt. Lippe gross (fast bis 15 mm lang), nicht selten ungeteilt und ausgefressen- bis derbgekerbt-gezähntoder ausgerandet (Alpen). var. brevifölius Rchb. Pflanze schlank, meist nicht über 30 cm hoch (in derTracht nr. 696 ähnlich). Laubblätter wenig zahlreich (bis 6), schmal-lanzettlich (nur 6 bis 12 [15] mm breit),kurz (10 [selten bis 20] cm lang), schwach gefleckt. Blütenstand kurz, wenig- und lockerblütig (Zerstreut).var. Dunensis Rchb. (= subsp. Bälticus Klinge). Aehnlich der vorigen var. (Pflanze gleichfalls schlank),aber Knollen meist tief 3- bis 6-teilig, spreizend. Stengel dünn, 25 bis 35 (70) cm hoch. Blätter entfernt,meist 5 (4 bis 7), linealisch-lanzettlich (15 bis 35 mm breit und bis über 20 cm lang), nach dem Grunde zuwenig verschmälert. Blütenstand ziemlich locker, wenig-blütig. Lippe meist 1 cm breit (oder breiter) undetwas kürzer. Seitenlappen meist + deutlich 3-zähnig (An der Ost- und Nordsee). f. carneus R. Neumann (Mitteil,des bad. botan. Vereins. 1905, pag. 9). Laubblätter aufrecht, ganz ungefleckt. Aehre gedrängt. Blüten hell-fleischrot.

699. Orchis CÖrdiger 1 ) Fries (= O. cruentus Roch., = O. rivuläris Heuff., = O. monticulus

Klinge). Herz-Ragwurz. Fig. 433.

Ausdauernd, 10 bis 25 (40) cm hoch. Knollen gewöhnlich 2- bis4-fingerig gespalten, mit langen, fadenförmigen Nebenwurzeln. Stengelhohl, am Grunde mit meist 2 an der Spitze wenig zurückgebogenenbraunen Scheidenblättern. Laubblätter gewöhnlich 4, in der Regel gefleckt,die beiden unteren lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich, das untersteabstehend, über der Mitte am breitesten, an der Spitze oft abgerundetoder ausgerandet, das zweite Blatt schmäler und spitzer, die obern meistlinealisch-lanzettlich, nach der Spitze verschmälert. Blütenstand locker bisziemlich dicht. Tragblätter linealisch-lanzettlich, zugespitzt, mehrnervig,so lang oder länger als die Blüten, purpurrot überlaufen oder seltener grün.Lippe meist ungeteilt oder seicht 3-lappig (Fig. 433 b), gegen den Grund zu ambreitesten, fast abgerundet bis herzförmig, zuweilen in eine kurze Spitzevorgezogen, oft breiter als lang, am Rande gewöhnlich etwas gekerbt,meist + dunkel geädert. Sporn sehr kurz, in der Regel nur halb so langals der Fruchtknoten, kurz kegelförmig. VI, VII.

Sehr selten auf Hochmooren und Wiesen der Alpen.

In Oesterreich einzig in Tirol (Kreuzjoch beim Brennerpass), in Salzburg(Hofgastein, Kapruner Tal auf dem Wasserfallboden) und in Istrien (Monte Maggiore).In der Schweiz im Berner-Oberland (Trifttal) beobachtet. Diese ziemlich kritischePflanze steht auf jeden Fall der vorigen Art sehr nahe. Fi 433

Allgemeine Verbreitung: Alpen (selten), Siebenbürgen, Ungarn, Fries. aHabitus p/aBanat, Balkan, Norwegen, Kaukasus, Kleinasien. ^ncr'Kt^u^l,

_____________ (nach M.Schulze).

*) lat. cor (Genitiv cördis) = Herz und gero = trage; nach der Gestalt der Lippe.