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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Fig. 434. Gruppe von Orchis sambucinus L., bei Salvan im Wallis.Phot. E. Ganz, Zürich.

700. Orchis sambucinus 1 ) L. (= O. Schleichen Sweet, = O. saccätus Rchb., = O. salinusFronius, = O. pallens Moritzi nee L.). Holunder-Knabenkraut. Taf. 73, Fig. 2,

Fig. 420 h und Fig. 434.Ausdauernd, 10 bis 25 cm hoch. Knollen länglich-spindelförmig oder fast zylindrisch,ziemlich dick, anfänglich ungeteilt und ohne Nebenwurzeln, später an der Spitze kurz2-lappig oder durch weitere Spaltung handförmig-geteilt (Fig. 420h). Stengel hohl, blass-grün, zuweilen etwas kantig, am Grunde mit weiten, spitzen Scheidenblättern, bis über die

Mitte hinauf beblättert. Laub-blätter länglich, zu 4 bis 6, lebhaftgrün, stets ungedeckt, stumpf oderspitz, stark nervig, aus schmäleremGrunde länglich bis lanzettlich.Blütenstand kurz-eiförmig, zuletztzylindrisch, ziemlich dicht- undreichblütig, Blüten hellgelb odernicht allzu selten trübpurpurrotbis fleischfarben (f. purpüreusKoch), geruchlos oder schwachnach Holunder duftend. AeusserePerigonblätter eiförmig-lanzettlich,stumpf, 3-nervig, abstehend; dieseitlichen innern kürzer, länglich-eiförmig. Lippe 8 bis 10 mm lang,nach abwärts gebogen, fast so lang als die äusseren Perigonblätter, flach, etwas dunklergefärbt (zuweilen mit rötlichen Punkten oder Flecken), rundlich oder eiförmig, am Grundeschwach sammetartig behaart, seicht- bis undeutlich 3-lappig (Taf. 73, Fig. 2 a), seltener5-lappig. Mittellappen stumpf, ganzrandig oder etwas ausgerandet, schmäler als die stumpfenSeitenlappen. Sporn so lang oder etwas länger als der Fruchtknoten, kegelförmig-walzlich,leicht gekrümmt, nach abwärts gerichtet. Säulchen stumpf. Samen mit netziger Schale. IV, V.Stellenweise auf trockenen Wiesen, gern auf Bergwiesen, buschigen Abhängen, auflichten Waldstellen; stellenweise von der Ebene bis in die Voralpen (im Wallis bis 2000 m).Diese prächtige Orchidee, welche zuweilen gesellig in beiden Farben gemischt auftritt, zeigtim südlichen und mittleren Deutschland ein sehr zerstreutes Verbreitungsareal (in Bayern selten und nurim nördlichen Gebiet sowie in der Pfalz [früher in Südbayern bei Harlaching und Massenhausen an derMoosach]; in Württemberg ganz fehlend). In der norddeutschen Ebene nur in der Nieder-Lausitz, im Oder-und Warthegebiet, in Hinterpommern (Natzmershagen bei Rügenwalde). Fehlt auch im Nordwesten (fürWestfalen zweifelhaft) vollständig; in der Rheinprovinz einzig bei Kreuznach und Trier. Aendert wenig ab:f. bracteäctusM. Schulze. Laubblätter und Tragblätter sehr stark entwickelt, letztere bis 36 mm lang und bis7 mm breit, die obern die Blüten überragend (Zerstreut). Von Unkundigen wird diese Art leicht fürO. incarnatus subsp. ochroleucus gehalten (vgl. pag. 352).

Allgemeine Verbreitung: Zerstreut durch Süd- und Mitteleuropa (nördlich bisSüdskandinavien; fehlt in Belgien, Holland, Grossbritannien sowie in der ungarischen Tief-ebene und in der immergrünen Region des Mittelmeergebietes).

Eine weitere Orchis-Art, welche nahe an der Grenze des Gebietes (zw. Menaggio und Tremezzo amComersee sowie mehrfach in Istrien [u. a. bei Görz], jedoch nicht in Süd-Krain) vorkommt und deshalb imSüden vielleicht noch aufgefunden werden könnte, ist O. papilionäceus L., aus dem Verwandtskreis vonO. Morio. Lippe aber ungeteilt, hellviolett oder violettrosa, mit purpurroten Adern. Blütenstand ziemlich locker,mit 6 bis 10 grossen Blüten. Untere Tragblätter länger als der Fruchtknoten. Sporn kegelförmig, nachabwärts gerichtet, wenig gekrümmt, '/« bis 2 /3 so lang als der Fruchtknoten.

1 ) Vgl. Iris sambucina, Bd. II, pag. 290. Die Blüten dieser Art duften zuweilen schwach nach Holunder.