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dunkelpurpurroten Blüten (die Aehre vor dem Aufblühen schopfig). Aeussere Perigon-blätter linealisch-lanzettlich, mindestens 3 mal so lang als breit, stumpflich, meist 3-nervig, dieseitlichen etwas länger als das mittlere; die seitlichen innern etwa so lang als das mittlereäussere; gewöhnlich 2-nervig. Lippe 3-lappig (verschieden gestaltet), ungefähr so lang alsdie seitlichen äusseren Perigonblätter, breiter als lang (Fig. 432 c), herzförmig-queroval, etwain der Mitte am breitesten, nach dem Grunde zu heller gefärbt, mit dunkelpurpurroten Linien,Strichen, Punkten oder Flecken. Seitenlappen sehr breit, gewöhnlich fein gekerbt. Mittel-lappen stumpf (selten spitzlich), ± vorgezogen. Sporn kegelförmig-walzlich, am Grunde± sackartig erweitert, stumpf, meist kürzer als der Fruchtknoten, purpurrot. — VI bis VIII.
Ziemlich selten auf Sumpfwiesen, in Dünentälern; in der Ebene und in der Berg-region, nur vereinzelt höher steigend (in den Berneralpen bis 1900 m).
Allgemeine Verbreitung: Zerstreut durch Mittel- und Südeuropa, Serbien.
O. Traunsteineri ist eine äusserst vielgestaltige, formenreiche Pflanze, deren systematische Stellungviel umstritten ist. Während sie von den einen bald zu O. latifolius bald zu Orchis incarnatus gezogen wird,wird sie nicht selten auch als besondere Art betrachtet. Nach eigenen Beobachtungen hat sie namentlich mitO. incarnatus, mit der sie in Oberbayern oft zusammen auftritt, grosse verwandtschaftliche Beziehungen undist oft sehr schwer von ihr zu unterscheiden. Aus diesem Grunde wird auch hier von einer Aufzählung derverschiedenen, schwer zu bewertenden Rassen und Formen wie eu -Traunsteineri Aschers, und Graebner,Sauteri Klinge, Nylanderi Klinge, Friesii Klinge, S anid nis Klinge, Lehnertii Klinge, Blytii Klinge,recürvus Klinge, Russdwii Klinge etc. abgesehen (vgl. hierüber Schulze, Ascherson und Graebnerund Vollmann, in Mitteil, der bayer. Botan. Gesellsch. 1902, nr. 25). In den Flachmooren am Chiemsee inOberbayern erscheint diese Spezies im Caricetum (Carex paradoxa, teretiuscula, limosa, chordorrhiza) in Gesell-schaft von Equisetum heleocharis, Spiraea ulmaria, Potentilla Tormentilla, Peucedanum palustre, Lychnis flos■cuculi, Senecio paludosus, Aspidium thelypteris, Lathyrus paluster, Valeriana dioica etc.
697. Orchis maculätus L. (= O. longibracteätus Schmidt). Geflecktes Knaben-kraut. ItaL: Concordia. Taf. 72, Fig. 1, Tai 69, Fig. 4 und Fig. 420 d bis f.
Andauernd, 15 bis 65 cm hoch. Knollen zusammengedrückt, in 3 bis 4 (seltenernur 2) Abschnitte handförmig-geteilt, mit ziemlich dicken Nebenwurzeln. Stengel in derRegel nicht hohl (bei sehr kräftigen Exemplaren oft etwas hohl), oberwärts etwas kantig,ziemlich schlank, bis über die Mitte beblättert, gelbgrün, unter der Aehre nicht seltenetwas gerötet. Laubblätter 6 bis 10 (hie und da auch nur 4 oder 5), aufrecht abstehend,aus schmälerem Grunde verbreitert, entfernt, auf der Oberseite dunkelgrün, zumeist reichlichmit dunkelbraunen oder schwärzlichen Flecken besetzt, seltener ungefleckt, unterseitsbläulich-grün; die untern länglich-verkehrteiförmig, stumpf, die folgenden schmäler,lanzettlich, die obersten sitzend, spitz, tragblattartig. Blütenähre mit meist zahlreichenhellvioletten, seltener rosa oder weisslichen, kaum riechenden Blüten. Tragblätter lanzettlich,zugespitzt, meist 3-nervig, gewöhnlich so lang wie die Blüten, netzaderig, grün oder rötlichüberlaufen. Perigonblätter gewöhnlich gestrichelt oder punktiert (Taf. 69, Fig. 4), dieäusseren abstehend, verlängert-lanzettlich, 3 nervig, die seitlichen inneren eiförmig-lanzettlich,stumpf, oft 1-nervig, kürzer als die äusseren. Lippe gestutzt, am Grunde keilförmig,5 bis 10 mm lang, deutlich dreilappig, blassviolett, rosarot, purpurn bis weiss, mit völligsymmetrisch angeordneten purpurvioletten Flecken oder kleinen Linien. Mittellappen faststets schmäler als die rhombischen oder abgerundeten, unregelmässig gezähnelten Seiten-lappen, gewöhnlich eiförmig-länglich, vorn ganzrandig oder ausgerandet, zuweilen kurz2- oder 3-zähnig. Sporn fast so lang als der Fruchtknoten, gerade oder schief nach ab-wärts gerichtet. — VI, VII.
Häufig und verbreitet auf feuchten und trockenen Wiesen (besonders auf Wald-wiesen), auf Sumpf- und Moorboden, auf feuchten Heiden, in Nadel- und Laubwäldern,