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2. Monocotyledones 2 (1907)
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oder weiss (nie gelb). Lippe meist so lang oder etwas länger als breit. Sporn schwach kegelförmig-walzlich, stumpf, ziemlich gerade, mindestens 3 /i so lang als der Fruchtknoten (Sehr häufig). var. sub-foliösus Max Schulze. Pflanze sehr kräftig, bis 60 (90) cm hoch. Laubblätter zahlreich (bis 7 oder 8).Blütenstand gross, anfangs pyramidal, zuletzt zylindrisch, fast bis 15 cm lang. Tragblätter verlängert.Lippe meist breiter als lang (Selten). var. brevicalcarätus Rchh. Sporn meist sehr weit, geradeoder fast gerade, kürzer (oft kaum 1 /i so lang) als der Fruchtknoten (Nicht selten mit dem Typus). subsp.serdtinus Haussknecht. Stengel dünn, straffer als beim Typus. Blätter meist zu 4. Blütenährelänglich, viel lockerer als beim Typus. Blüten hellpurpurn. Lippe 3-lappig, mit kleinerem, vorgezogenemMittellappen (Zerstreut auf trockenem Weidenboden, in Heidemooren, in tiefen Sümpfen). Diese Unter-art, welche 14 bis 30 Tage später als der Typus blüht, wird von einzelnen Autoren neuerdings auch wiedervon Schwarz (Flora von Nürnberg-Erlangen, pag. 765) als eigene Art aufgestellt, die ebenso viel Art-berechtigung wie O. Traunsteineri haben soll. var. Drüdei Max Schulze. Knollen 2- (selten 3-)spaltig, nicht tief geteilt. Stengel nur 10 bis 20 cm hoch, wenig hohl. Blätter wenige, schmal (ca. 4 mmbreit) und kurz (4 bis 5 cm lang). Blüten ziemlich klein. Lippe fast 3-lappig, mit breiten, fast rhombischenSeitenlappen und schmälerem, ziemlich grossem, vorgezogenem, 3-eckigem Mittellappen. Sporn aus starkerweitertem Grunde kegelförmig, vorn ziemlich spitz, oft gekrümmt (1884 von GärtnereibesitzerDr. Max Drude in Brühl [Rheinprovinz] im Essendorfer Ried bei Biberach in Oberschwaben entdeckt).subsp. ochroleücus (Schur) Boll. Pflanze kräftig, straff, bis 50 cm hoch. Stengel ziemlich dick. Perigon-blätter weisslich-gelb. Lippe in der Mitte lebhafter gelb (Nicht selten und stellenweise, wie in Oberbayern,häufiger als der Typus. Fig. 431). subsp. cruentus (Müll), var. Seemenii Aschers, et Graebner. Pflanzeniedrig, gedrungen (nur 9 bis 12 cm hoch). Blätter meist zu 4, beiderseits violettpurpurn gefleckt, aus ver-breitertem Grunde stark verschmälert, oft sichelförmig nach aussen gekrümmt. Blütenstand dicht, walzenförmig.Blüten kleiner, meist schmutzig-rosa. Lippe schmal, fast ganzrandig, grünlich gezeichnet (Nordseeinsel Borkum :Kievitsdelle). Diese Art tritt auf Wiesenmooren gern in den Seggen- und Schilfbeständen auf, zusammenmit Scutellaria galericulata, Pinguicula vulgaris, Veronica scutellata, Lycopus Europeeus, Parnassia palustris,Mentha arvensis, Cladium mariscus, Lysimachia vulgaris, Cirsium rivulare etc. Im Schweiz. Jura erscheintO. incarnatus nach Binz auch im Hochmoor, in Gesellschaft von Pinus montana, Eriophorum vaginatum (Bd. II,

pag. 18), Comarum, Betula nana, Oxycoccus, Senecio spathulaefolius etc.

696. Orchis Traunsteineri x ) Saut. (= O. latifölius L. ß.augustifölius Lindl., = O. latifölius L. var. Traunsteineri Godr.,= O. comösus Schur). Traunsteiners Knabenkraut. Fig. 432.

Ausdauernd, 10 bis 30 (50) cm hoch. Knollen ziemlich klein,meist 2- (seltener 3-) teilig-, zuweilen auch ganz ungeteilt odereine Knolle ± lang gestielt, mit langen Nebenwurzeln. Stengelschlank, dünn, zuweilen etwas gebogen, oberwärts kantig, meistensgerötet, nicht oder nur ganz wenig hohl (Fig. 432 g), am Grunde mit1 bis 3 in der Regel zugespitzten Scheidenblättern. Laubblätter 4 (sel-tener 5 bis 7 oder nur 3 oder 2), linealisch-lanzettlich oder lanzettlich,lang zugespitzt, ziemlich straff abstehend, über dem Grunde (seltengegen die Mitte zu) am breitesten, etwas bläulich-grün, geflecktoder ungefleckt (selten alle rötlich überlaufen), das unterste undoberste + flach, die übrigen rinnig-zusammengefaltet, an der Spitzenur schwach zusammengezogen, das oberste oft linealisch, tragblatt-artig, mit der Spitze den Blutenstand gewöhnlich nicht erreichendund sehr oft bräunlichrot überlaufen; das zweite Blatt ist gewöhn-lich das längste. Blütenstand zylindrisch, locker, meist verlängert,3 bis 10 cm lang, gewöhnlich mit (3) 8 bis 12 (25) Blüten. Trag-blätter lineal-lanzettlich, zugespitzt, 3- (seltener undeutlich 5-)nervig, bräunlich-purpurn, die untersten gewöhnlich bedeutendlänger, die obern ungefähr so lang als die ziemlich grossen,

') Benannt nach Joseph Traunsteiner (geb. 1/98, gest. 1850), Apotheker in Kitzbühel (Nordtirol).

Fig. 432.Orchis TraunsteineriSaut, a Habitus (' nat. Gr.).S Eiozelblüte mit Tragblatt.c Lippe, d Mittleres, e inneres,/ seitliches äusseres Perigon-blatt. g Stengelquerschnitt.