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blätter lang zugespitzt, die äussern an der Spitze oft zurückgeschlagen. Blüten lebhaft rosarot. Mittellapper»der Lippe in der Regel stark in die Länge gezogen, die sehr verkürzten, breiteren oder auch schmälerenSeitenlappen um 5 bis 6 mm überragend (Sehr zerstreut, häufiger im Süden. In Niederösterreich anscheinend
allein vertreten; ebenso in Obersteiermark sehr häufig).— Hieher auch var. glaucophyllus Kerner. Laub-blätter grau-grün, ungefleckt, vorn verbreitert. Trag-blätter länger als die Blüten (Tirol). — Ausserdem istdiese Art in der Blütenfarbe, in der Form der Lippeund der Tragblätter ziemlich veränderlich. Eine Form,,die den unangenehmen, charakteristischen Duft der O.pallens aufweist, wird als f. fcetens Rosbach unter-schieden. Auch Pelorien sind von dieser Ait bekanntgeworden.
691. Orchis pallens L. (= O. sulphüreus,
Sims). Bleiches Knabenkraut.
Taf. 73, Fig. 1.
Ausdauernd, 20 bis 40 cm hoch. Knollenungeteilt, eiförmig oder länglich, seltenerkugelig. Stengel stielrund oder schwachkantig, kahl, hellgrün, am Grunde mit kurzen,.spitzen Scheidenblättern. Laubblätter \J bis40 mm breit, länglich bis länglich-verkehrt-eiförmig, nach dem Grunde hin verschmälert,über der Mitte am breitesten, ziemlich fleischig,,lebhaft hellgrün, besonders unterseits glänzend,,das oberste den Stengel scheidenartig um-fassend. Blütenähre eiförmig, fast zylindrisch,,mit ziemlich grossen, etwas locker stehenden, nickenden, gewöhnlich blass gelben (sehrselten auch roten oder weissen), namentlich abends und nachts unangenehm riechenden Blüten.Tragblätter grün, so lang oder länger als der gedrehte, linealische und oberwärts gebogene-Fruchtknoten, zugespitzt, 1-nervig (selten 3-nervig), grünlichgelb. Perigonblätter eiförmig,stumpf, 1- bis 3-nervig, die äusseren frei, ausgebreitet oder zuletzt zurückgebogen, dieseitlichen inneren etwas kürzer. Lippe breit, leicht konvex, seicht 3-lappig, ganzrandigoder schwach gekerbt, länger (8 bis 10 mm lang) und weniger blassgelb als die übrigemPerigonblätter, durch die sehr kurzen Papillen sammetartig. Mittellappen ungeteilt, grösserals die Seitenlappen, etwas ausgerandet oder schwach 2-lappig. Seitenlappen abgerundet:oder fast gestutzt (Taf. 73, Fig. la). Sporn walzlich, stumpf, selten an der Spitze aus-gerandet, gelblich-weiss, fast so lang als der Fruchtknoten. Säulchen kurz, sehr stumpf..— IV, V.
Sehr zerstreut in Bergwäldern, auf Waldlichtungen, auf Bergwiesen; vereinzeltbis ca. 1700 m (Adelboden im Berneroberland, 1750 m). Gern auf Kalk-, Dolomit- und Sandstein.
In Deutschland zerstreut im südlichen und mittlem Gebiet, so im badischen Höhgau, bei Geisingen,Waldshut, Thengen etc., im schwäbischen und fränkischen Jura (auch noch bei Ellwangen, Crailsheim undErlangen), selten im südlichen Bayern (einzig Didelhofen im Bezirk Weilheim, Gmund-Neureut Bez. Tegernseeund zw. Oberalting und Frieding bei Seefeld), in Thüringen (mehrfach). In Oesterreich ziemlich verbreitet,wenn auch nicht überall. In Schlesien nur im Teschener Kreise, in Kärnten sehr beschränkt (Millstätteralmund Weistbriach), in Tirol nur an wenigen Stellen im Inntal (Höttingeralpe ob Innsbruck, bei Gramart, Bettel-wurf am Eingange des Ha'.ltales). In der Schweiz zerstreut.
Allgemeine Verbreitung: Südliches und zentrales Europa (westlich bis zurDauphine, Schweiz und bis Oberbaden).
Fig. 428. Wiese mit Orchis masculus L., bei Glion obdem Genfersee. Phot. E. Ganz, Zürich.