346
Carum carvi, Centaurea scabiosa, Carlina acaulis, Achillea millefolium, Crepis biennis, Trifolium montanum,Buphthalmum salicifolium, Silene inflata, Biscutella levigata, Tragopogon, Galium silvestre, Ranunculus acer,Chrysanthemum leucanthemum etc. In hohen Lagen erscheint sie zuweilen auch in den Horstseggenrasen (Carexsempervirens, vgl. Bd. II, pag. 103) begleitet von Ranunculus montanus, Bartschia alpina, Botrychyum lunaria,Rhinanthus minor, Pedicularis foliosa, Gentiana acaulis, Soldanella alpina etc. Auf den Bergwiesen desErzgebirges hat sie Saxifraga granulata, Trollius, Crepis succisifolia, Coeloglossum viride, Trifolium spadiceum,Chaerophyllum cicutaria, Astrantia maior, Centaurea elatior, Cirsium heterophyllum etc. als Begleiter.
689. Orchis Spitzelii 1 ) Sauter (= O. brevicörnis Marcilly, = O. mäsculus L. x O.maculätus L.). Spitzels Knabenkraut. Fig. 426.
Ausdauernd, 20 bis 32 cm hoch. Knollen ungeteilt, gewöhnlich länglich, zuweilenfast kugelig. Stengel ziemlich kräftig, steif aufrecht, stielrund, am Grunde mit eng-anliegenden, spitzlichen Scheidenblättern, unter der fast eiförmigen, lockeren Aehre blattlos.Laubblätter in der Regel 4 bis 5, aus verschmälerter Basis länglich-verkehrteiförmig oderlänglich-lanzettlich, lebhaft grün, das oberste den Stengel tütenförmig einhüllend. Trag-blätter lineal-lanzettlich, spitz, zuweilen stachelspitzig, 1- (seltener 3- oder mehr-) nervig,meist purpurrot überlaufen, in der Regel kürzer als der Fruchtknoten (Fig. 426 b). Perigon-blätter frei, trübpurpurrot, meist etwas punktiert, innen nach dem Grunde zu olivengrün;die äusseren länglich oder eiförmig-länglich, stumpf, die seitlichen innern oft kaum kürzer,aber schmäler, länglich-linealisch, stumpf, gestutzt oder ausgerandet, meist 2- (oder undeut-lich 3-) nervig. Lippe ± dreilappig, 8 bis 10 mm lang, etwas länger als die übrigen Perigon-blätter, dunkelpurpurrot, dunkler gefärbt, am Grunde heller, mit sehr feinen, kurzen Papillen
besetzt. Mittellappen der Lippe breiter und gewöhnlich ein weniglänger als die Seitenlappen (Fig. 426 c), gestutzt, ein wenig aus-gerundet und ausgeschweift gezähnt. Sporn kegelförmig-walzlich,fast senkrecht nach abwärts gerichtet, ziemlich dick, vorn stumpf,2 /3 oder l /a so lang als der Fruchtknoten. Säulchen viel kürzerals die Perigonblätter, stumpf. — V, VI.
Sehr selten und zerstreut auf Alpenwiesen, an felsigen,grasigen Orten, in Buchenwäldern; auf Kalk. In Südtirol bis 2000 m.In Deutschland einzig in Württemberg (auf dem Schlossberg beiNagold, ca. 500 m). In Oesterreich sehr vereinzelt in Salzburg (Weissbacher-alp bei Saalfelden), in Oberösterreich (Windisch-Garsta), in Niederösterreich(selten in der Krummholzzone des Wiener Schneeberges, besonders auf der Heu-plagge und auf den Abstürzen des Ochsenberges zwischen Bockgrube und Sau-graben) und mehrfach im südlichen Tirol (Val Bondone bei Storo, Val Vestino,Val Bragon bei Ampola, Monte Tombea, am Alpo, mehrfach im Ledrotal [hierauf der Alpe „J. Gui" 1842 von Facchini entdeckt], Monte Baldo). Fehlt in derSchweiz gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Südöstliche Alpen (west-lich bis Venetien und Südtirol), Württemberg (Nagold), Balkan.
690. Orchis tnäsculus L. (= O. ovälis Schmidt). Kuckucks-Knabenkraut. Fig. 427, 428 und 420a und b.Fi & 426. orchis Spitzelii Ausdauernd, 15 bis 50 cm hoch. Knollen ungeteilt, fast
Sauter. a Habitus ( 2 J5 naturi. ö
Grösse), b Einzelne Blüte mit kugelig oder länglich, ziemlich gross. Stengel hellgrün, oberwärts
Tragblatt, c Lippe. (J und c ,. ... , .. - . . , . r /~»j
schwach vergrössert). etwas kantig und nicht selten rötlich-violett überlauten, am (j-runde
") Benannt nach Anton von Spitzel, geb. 1807 in Traunstein (Oberbayern), gest. 1853 in München,Regierungs- und Forstrat in München, früher Forstmeister in Reichenhall; entdeckte diese Art 1853 beiSaalfelden (Salzburg).