der südlichen Steiermark und im Küstenland. In der Schweiz einzig im Westen in den Kantonen Genf,Waadt und Wallis (für den Kanton Freiburg?). — Die Einwanderung dieser typisch-mediterranen Art erfolgtein Süddeutschland wohl von Frankreich her, aus dem Tale der Rhone und Saone.
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet, Frankreich, England,Kaukasusländer.
686. Orchis militäris 1 ) L. (= O. Rivini Gouan, = O. galeatus Lam., = O. mimusopsThuill., = O. signifer Vest). Soldaten-Knabenkraut, Helmorchis. Taf. 72, Fig. 4,
Taf. 69, Fig. 8 und Fig. 423.
Ausdauernd, 25 bis 40 [60] cm hoch. Knollen eiförmig, nach der Spitze hin etwasverschmälert, seltener fast kugelig, mit fadenförmigen Nebenwurzeln. Stengel hellgrün,schwach kantig, oberwärts zuweilen etwas violett, am Grunde mit häutigen, spitzen Scheiden-blättern, oberwärts blattlos. Laubblätter aus scheidigem Grunde länglich-elliptisch, nachder Spitze zu meistens etwas zusammengezogen, die obern den Stengel weit (dütenförmig)umgebend. Blütenstand anfangs fast pyramidenförmig, später verlängert und fast zylindrisch,mit zahlreichen, schwach nach Cumarin duftenden Blüten. Tragblätter 3 bis 5 mal kürzerals der Fruchtknoten, spitz, häutig, schuppenförmig, rosa-violett gefärbt. Perigonblätterzu einem spitzen, eiförmig-lanzettlichen, ziemlich geschlossenen Helm zusammenneigend;dieser aussen blassrosa und meist aschgrau überlaufen, selten weiss, innen mehr oderweniger hellviolett mit purpurfarbigen Nerven. Aeussere Perigonblätter fast gleichlang,spitz, am Grunde verbunden, die seitlichen innern linealisch, spitz, 1-nervig, kürzer als dieäussern. Lippe 3-spaltig, 12 bis 15 mm lang, meist länger als die äusseren Perigonblätter,hellrot mit dunkelroten Punkten, in der Mitte heller, mit pinselartigen Papillen. Seiten-lappen schmallinealisch, kurz. Mittellappen breit-linealisch, länger als die Seitenlappen,vorn mit 2 kleinen auseinanderspreizenden, 2- bis 3-nervigen Läppchen (Taf. 69, Fig. 8).Sporn ungefähr halb so lang als der Fruchtknoten. Pollinien blaugrün. — V bis Mitte VI.
Stellenweise an grasigen Bergabhängen, auf Bergwiesen, auf lichten Waldstellen, aufMoorwiesen, in Auen; von der Ebene bis in die Voralpen (in den Lesachtaleralpen inKärnten vereinzelt bis 1800m: Jabornegg). Besonders auf Kalk-oder Mergelboden, seltenerauf Sand oder Glimmerschiefer. Fehlt im nordwestdeutschen Tiefland.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Südschweden),Kaukasusländer, Sibirien.
Ausser in der Blütenfarbe ist dieseArt vor allem in der Ausbildung der Lippeziemlich variabel. Hieher f. intercedensBeck. Lippe mit fast gestutzten, etwas ge-kerbten, mehrnervigen Läppchen des Mittel-lappens — f. stendlobus Doli. SämtlicheLappen der Lippe schmal, lineal, meist 2-nervig(vielleicht Bastardformen). — f. perplexusBeck. Tragblätter zugespitzt, fast so lang alsder halbe Fruchtknoten (Selten mit dem Typus).— Ausserdem sind verschiedene Monstrositäten(Blüten mit fehlenden Seitenlappen, mit unge-teiltem Mittellappen etc.) bekannt. — Dieseleicht kenntliche Orchis tritt besonders gern inden buschigen Auen der grössern Flüsse auf, soz. B. in den Isarauen bei Wolf ratshausen in Ober-bayern, in Gesellschaft (Fig. 423) von Salixincana und purpurea, Alnus incana, Viburnumlantana, Euphorbia verrucosa und cyparissias,Convallaria (pag. 2/4), Thesium rostratum,
Fig. 423. Gruppe von Orchis militäris L„ aus den Isarauen beiWolfratshausen (Oberbayern). Phot. V. Zttnd, Miinchen-Luzern.
*) Lat. mfles (Gen. mi'litis) = Soldat; die Blüte gleicht einem Helme.
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