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2. Monocotyledones 2 (1907)
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gebüsch, am Rande von Bergwäldern, besonders auf Kalk; in Südtirol vereinzelt bis über1000 m (Dossi bei Serrada, 1200 bis 1300 m).

In Deutschland zerstreut im mittleren und südlichen Gebiet (am häufigsten in Thüringen bisHalle a. S.), im nördlichen selten. Fehlt in Bayern fast gänzlich (selten in Unterfranken). In O ester reichselten in Mähren (Olmütz, Hochwald, Weisskirchen) und in Schlesien (Tul, Nydek); in Böhmen und im nörd-lichen Tirol vollständig fehlend. In der Schweiz einzig im Tessin und selten im südwestlichen Graubünden(Misox, Val Calanca).

Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet und zerstreut in Mitteleuropa.

Aendert ab: var. variegätus (All.) Rchb. (= var. typicus Beck). Pflanze kräftig, starr. Helm spitzoder zugespitzt. Aehre meist dichtblütig (In Mitteleuropa die verbreitete Form). var. commutätus (Tod).Rchb. (= O. variegätus Vis., = O. Ennensis Guss.). Pflanze schlaffer. Blütenstand lockerer. Perigonblätterdünn, häutig, viel grösser als beim Typus (die äusseren fast doppelt so lang) und sehr lang zugespitzt (Im Süden;vereinzelt auch in Nieder- und Oberösterreich). Diese mehr mediterrane Art erscheint im südlichen Gebietauf trockenen Talwiesen gern in Gesellschaft von xerothermen Arten, wie z. B. Peucedanum oreoselinum,Crepis incarnata, Cirsium Pannonicum, Koeleria gracilis (Bd. I, pag. 286) etc.

685.

Orchis Sfmia 1 ) Lam. (= O. tephrosanthos Vill., = O. Italicus Lam., = O. zoö-phorus Thuill., = O. mäcer Lindl.). Äff en-Knabenkraut. Fig. 422.

Ausdauernd, 30 bis 40 cm hoch. Knolle beinahe kugelig, nur wenig verlängert,mit kräftigen, fadenförmigen Nebenwurzeln. Stengel stielrund, hell-grün, kahl, am Grunde mit 3 Scheidenblättern. Laubblätter länglich-eiförmig (die untersten zuweilen verkehrt-eiförmig), bläulich-grün,ungefleckt, glänzend, das oberste (oder die 2 obersten) länglich-lanzettlich, rinnig, stengelumfassend. Blütenähre meist kugelig,seltener etwas verlängert (vereinzelt bis 7 [12] cm lang), ziemlichdicht, zuerst an der Spitze aufblühend. Tragblätter 4 bis 6 malkürzer als der gedrehte, spindelförmige, hellgrüne Fruchtknoten,eiförmig, 1-nervig, grünlich- oder gelblich-weiss, die oberstenstumpf. Helm spitz, eiförmig, aussen rotviolett oder etwas grau,mit purpurnen Adern (selten weiss). Perigonblätter am Grundeverbunden, die äusseren fast gleichlang, eiförmig-lanzettlich, spitzoder zugespitzt; die seitlichen innern schmäler und fast stets kürzerals die äusseren, linealisch, spitz, sehr fein gesägt. Lippe auskeilförmigem Grunde tief 3-spaltig, länger als die übrigen Perigon-blätter (Fig. 422 b). Mittellappen linealisch, vorgestreckt, vorn in 2,den schmal-linealen, bogig einwärts gekrümmten Seitenlappenähnliche, purpurgefärbte Lappen gespalten, zwischen denen sichein ± deutliches Zähnchen befindet. Sporn walzlich, etwas zu-sammengedrückt, nach abwärts gerichtet, J-ji bis 3 /i so lang alsder Fruchtknoten. Säulchen mit kurzem Mittelbandfortsatz.V, VI.

Zerstreut im südlichen und westlichen Gebiet auf grasigenPlätzen, zwischen Laubgebüsch, an Waldränden, auf Waldwiesen;gern auf Kalk und Löss.

In Deutschland einzig im Ober-Elsass (Sigoldsheimer Hügel bei Kolmar,Hardtwald, Westhalten, Illfurt), in Lothringen (bei Metz) und in Oberbaden(am Kaiserstuhl, bei Schlingen, Auggen, Hügelheim, Hecklingen; auf dem Florimontund bei Westhalten verschwunden). In O esterreich nur im südlichen Tirol,

Fig. 422. Orchis SimiaLain.a Habitus (>/2 nat. Gr.). b Einzel-blüte mit Fruchtknoten undTragblatt.

l ) Lat. sfmia = Affe; eine rege Phantasie findet in der Gestalt der Lippe Arme und Beine eines Affen.