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Erica carnea, Dryas (aus den Alpen herabgeschwemmt), Gypsophila repens (ebenso), Anthyllis, Hippocrepis-comosa, Tetragonolobus siliquosus, Lotus, Dorycnium Germanicum, Trifolium montanum, Polygala chamae-buxus, Petasites niveus (alpin), Buphthalmum salicifolium, Thalictrum aquilegifolium, Polygonum viviparum(alpin), Globularia cordifolia (alpin), Piatanthera bifolia (Bd. II, pag. 372), Cypripedium (Bd. II, pag. 326) etc.
687. Orchis purpüreus Huds. (= O. füscus Jacq., = O. brachiätus Gilib., = O. maximusK. Koch). Purpur-Knabenkraut. Taf. 71, Fig. 4 und Fig. 424.Ausdauernd, 30 bis 75 cm hoch. Knollen kugelig bis eiförmig, mit zahlreichendicken Nebenwurzeln. Stengel schief aufrecht, oberwärts oft purpurn überlaufen. Laub-blätter aus scheidigem Grunde länglich, schlaff, oberseits glänzend, auf der Unterseiteblasser, die obern den Stengel scheidig umfassend. Aehre gross, zuerst kegelförmig zu-gespitzt, später eiförmig-länglich, zuweilen bis 15 (26) cm lang. Tragblätter eiförmig,spitz, sehr kurz, schuppenförmig, hellviolett, am Grunde dunkler, meist 1-nervig. Perigon-blätter einen kurzen, spitzen Helm bildend; letzterer aussen rosa und dunkelpurpurn geflecktoder ganz schwarzpurpurn, innen grünlich-weiss. Perigonblätter am Grunde verbunden,,die äusseren breit-eiförmig, kurz-zugespitzt, die seitlichen inneren kürzer und bedeutendschmäler, linealisch-lanzettlich. Lippe dreispaltig, länger, fast doppelt so lang als dieübrigen Perigonblätter (bis 2 cm lang), die Seitenzipfel schmal, linealisch, meist abstehend,an der Spitze abgestutzt bis verbreitert, der Mittelzipfel an der Spitze viel breiter, mit2 länglichen, gestutzten, meist gezähnelten bis zerschlitzten Zipfeln, in der Bucht mit einem
kleinen, borstenartigen Zähnchen. Lippe 15 bis 20 mm lang, ge-wöhnlich weisslich, hellrosa oder hellpurpurn, mit dunkelroten, bärtigenPunkten und Flecken. Sporn zylindrisch, kaum halb so lang als derFruchtknoten. Säulchen stumpf. Pollenmassen grünlich. Diese Artriecht angenehm (namentlich beim Trocknen) nach Cumarin undbittern Mandeln. — V, VI.
Zerstreut und meist einzeln in Laubwäldern (seltener in Nadel-wäldern), an steinigen, buschigen Stellen, an Waldrändern, aufSchlägen, Wiesen; nur in der Ebene (bis ca. 700 m). Kalkliebend.
Fehlt stellenweise über grosse Gebiete hin vollständig, so z. B. gänzlich ind& Schlesien, Salzburg, Kärnten und im Wallis. In Deutschland am häufigsten im
4 E I mittleren und südwestlichen Gebiete (namentlich in Thüringen), in der nördlichen.
Ebene dagegen sehr selten, in der Mark Brandenburg bei Bellinchen, Templin undbei Melssow unweit Granzow, in Mecklenburg bei Malchin und Friedland sowieauf Rügen (in der Stubnitz).
Allgemeine Verb reitung: Süd-und Mitteleuropa (nördlichbis England, Belgien und Rügen), Kaukasusländer, Kleinasien.
Diese Art, welche die stattlichste und prächtigste unserer einheimischenOrchideen darstellt, ist namentlich in der Gestalt der Lippe etwas veränderlich.Hieher: var. obcordätus Wirtg. Mittellappen der Lippe verkehrt-herzförmig, nicht dreieckig (Häufig). — var. Morävicus Rchb.Lippe meist verkürzt, am Grunde mit sehr breitem, vorn ausge-buchtetem, fast halbmondförmigem Mittellappen, dessen Lappenrundlich bis verlängert sind (Zerstreut mit dem Typus). — var.trianguläris Wirtg. Mittellappen der Lippe dreieckig. — var.triquetrus Beck. Mittellappen der Lippe dreieckig, vorn ausge-buchtet (daher undeutlich lappig), die seitlichen Abschnitte der Lippesehr verkürzt und undeutlich (Kahlenberg bei Wien). — Ausserdemsind mehrere Monstrositäten (verbänderte und gegabelte Blütenstände,Blüten mit verlängerten Hochblättern, ferner verwachsene Blüten,solche mit 2 Lippen oder 4 Perigonblättern oder mit teilweise zuLippen umgebildeten innern Perigonblättern) sowie weissblühende
Fig. 424.Orchis purpüreus Huds. a NormalesExemplar (36 cm hoch), b Monströses Kxemplar(70 cm hoch). Untere Blätter bis 29 cm lang undbis 8 cm breit. Unterhalb der Spitze ist derStengel gegabelt. Blüten (254) mit beginnenderPelorie. Phot. Dr. Julius Schuster, München,aufgenommen an der Donau bei Weltenburg
(Bayern).