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2. Monocotyledones 2 (1907)
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In Deutschland vereinzelt im südlichen und mittlem Gebiet, nördlich bis in die Rheinprovinz undHessen (bis Marburg und Wildungen); vereinzelt auch auf der Insel Juist [inmitten der Dünen]. Früher auch inThüringen (Blankenburg, Angelrode, Rudolstadt) und in der Mark Brandenburg (bei Rheinsberg). Fehlt inO est erreich gänzlich in Böhmen, Schlesien und Salzburg; sehr selten in Mähren (einzig Jawornik bei Welka) undKärnten (beschränktes Gebiet: Arnoldstein, Schutt; Scharfetter briefl,). In der Schweiz verbreitet, aber nichthäufig.

Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa (nördlich bis Belgien,Hessen, Mähren), Kleinasien, Syrien.

Diese prächtige Pflanze ist namentlich in der Gestalt, Farbe und Zeichnung der Lippe sehr starkveränderlich. Darnach lassen sich unterscheiden: var. typica Beck. Lippe ganzrandig, fast flach (nur in derMitte leicht gewölbt). Seitliche innere Perigonblätter länglich, dreieckig (Die häufigste Form). Hieher auchf. flavescens Rosbach. Lippe gelb, mit bräunlicher (dunkelgelber oder weisslicher) Zeichnung. AeusserePerigonblätter weiss (Selten). var. platychila Rosbach. Lippe in der Mitte halbkugelig gewölbt, fastschwarz-purpurn, auf der Vorderseite ohne andersgefärbte Zeichnung, am vordem Ende über die Hälfte breiterals lang. Anhängsel 3-zähnig, nach aufwärts gekrümmt. Das obere der äusseren Perigonblätter über dasSäulchen nach vorwärts gebogen, die beiden seitlichen die Seitenränder der Lippe umfassend (Selten). var.pseudapffera Rosbach. Lippe in der Mitte der Quere nach mehr als halbkreisförmig gewölbt, nach jeder Seite hineine tiefe, nach hinten gerichtete, nach aussen sich etwas abwärts neigende Querfalte aufweisend, deren Enden sichrückwärts fast berühren; daher von vorn gesehen scheinbar dreilappig, mit länglichem, quergewölbtem Mittellappenund mit ± kegelförmigen Seitenlappen, auf welchen die Seitenhöcker stehen (Bei Trier in der Rheinprovinz und amBisamberg bei Wien beobachtet). var. coronifera Beck. Die beiden innern, seitlichen Perigonblätter fastquadratisch, 4 mm lang und 5 bis 6 mm breit, an der Spitze stumpf dreilappig. Vereinzelt in Niederösterreich(Nussberg bei Nussdorf), im Elsass (Dreispitz bei Mutzig, Zinnköpfle bei Sulzmatt) und in Lothringen (Königs-machern) beobachtet. var. linearis Moggr. Der vorigen Varietät ähnlich, aber die seitlichen, innerenPerigonblätter lineal-länglich. Ausserdem sind noch weitere Abänderungen und Monstrositäten (regelmässigePelorien, einzelne Perigonblätter zu Lippen umgebildet, Fruchtknoten mit der Lippe verwachsen) bekannt,welche sich aber gewöhnlich nur an einzelnen Exemplaren vorfinden. Auf den oberelsässischen Kalkvor-hügeln erscheint diese Art nach Issler gern in den Eichenwäldern (Quercus pubescens) in Gesellschaft vonAmelanchier ovalis, Juniperus communis, Colutea arborescens, Genista pilosa, Dictamnus albus, Seseli annuum,Melampyrum cristatum, Brunella alba, Anacamptis pyramidalis (vgl. Bd. II, pag. 334), Orchis purpureus und Simia(Bd. II, pag. 342 und 344), Ophrys muscifera, apifera und aranifera, Bromus erectus etc. (Bd. 1, pag. 357).

677. Ophrys aranifera 1 ) Huds. (= O. sphegödes Miller). Spinnen-Ragwurz. Engl.:Spider Orchis; ital.: Calabrone. Taf. 70, Fig. 5 und Taf. 69, Fig. 2.

In Thüringen wird diese Art Hummel genannt.

Ausdauernd, 15 bis 45 cm hoch. Knollen meist kugelig mit fadenförmigen Neben-wurzeln. Laubblätter länglich, in der Mitte am breitesten, spitz oder spitzlich, dieuntersten am stärksten entwickelt, blaugrün, die obersten scheidenförmig, tragblattartig.Blütenähre locker, aus 2 bis 9 entferntstehenden Blüten gebildet. Perigonblätter abstehend;die äussern stärker entwickelt, länger, blassgelblich, nach der stumpfen Spitze hin allmählichverschmälert; die seitlichen innern klein, etwa J /a bis a /3 so lang als die äussern, stumpfoder gestutzt bis ausgerandet, aus kaum verbreitertem Grunde breit-linealisch, hellgrün bisetwas rötlich. Lippe gewölbt, spornlos, so lang oder wenig länger als die äussern Perigon-blätter, länglich-verkehrteiförmig, dicht sammetartig, nur in der Mitte und am Rande kahl,dunkelrotbraun oder etwas gelblich, mit charakteristischer Zeichnung (2 oder seltener 4fast parallele, trübgelbe bis bläuliche, bis über die Mitte hinabreichende Längslinien, diedurch eine Querlinie verbunden sind. Vgl. Taf. 69, Fig. 2), vorn stumpf oder wenig aus-gerandet oder seicht dreilappig, ohne Anhängsel, am Grunde zuweilen mit 2 Höckern.Säulchen etwas kürzer als die seitlichen innern Perigonblätter, fast rechtwinklig zur Lippestehend, mit kurzem, geradem Schnabel. Fruchtknoten walzlich, etwas gedreht. Narben-höhle breit, mit wulstigem Rand. IV bis Anfang VI.

') Lat. araneus bezw. aränea = Spinne und lat fero = trage, spinnentragend; nach der Form derBlüten (vgl. pag. 330, Anm. 1). Die korrektere Schreibweise ist eigentlicharaneifera".

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