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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Im südlichen und mittlem Gebiet ziemlich verbreitet, im nördlichen dagegen zerstreut und stellen-weise wie in Schlesien und Mähren rollständig fehlend. Auch in Böhmen (einzig bei Leitmeritz, Laun bei Perutz,Kladno) und Salzburg sehr selten. Steigt in den Alpen vereinzelt bis in die Voralpenregion hinauf (Vintalplin Nordtirol, ca. 1400 m, im Wallis bis 1550 m und in Kärnten [Gipper oberhalb Hl. Blut] 1600 m).

Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa (nördlich bis Skandinavien).

Nach der Gestalt der Lippe lassen sich nach M. Schulze unterscheiden: f. genuina M. Schulze.Lippe */2 bis höchstens 2 /3 so breit als lang, ca. 9 bis 11 mm lang (bei der f. apiculäta M. Schulze findetsich zwischen den beiden Abschnitten des Mittellappens der Lippe ein Zähnchen). f. bombi'fera deBreb. Lippe grösser, viel breiter. Mittellappen im Umfange rund, mit eckigem, zumeist aber spitzem Aus-schnitt. f. parviflöra Max Schulze. Blütenstand 8- bis 12-blütig. Lippe sehr klein, so breit oder dochfast so breit (7 bis 8 mm) als lang, zuweilen kaum 1 mm länger als die äussern Perigonblätter. Ausserdemsind zahlreiche Abweichungen in der Ausbildung der Blüten (vollkommen aktinomorphe Blüten, Blüten mit 3oder 5 Lippen, 2 Blüten auf einem Fruchtknoten) bezw. der Blütenfarbe (gelblichgrün) konstatiert worden. Einemonströse Form von O. muscifera stellt wohl auch O. ambüsta Karl Picard dar (Zeitschrift für Naturwissen-schaften. 1905, pag. 362). Tragblätter gross, verlängert (bis 4 cm lang und in der Mitte bis 0,5 cm breit),mindestens 4 mal so lang als die zu ihm gehörige Klüte. AeuSsere Perigonblätter oval, mit 1 oder 2 Längs-nerven. Lippe bräunlich, ohne viereckigen Flecken, an der Spitze ungeteilt, ungefähr in der Mitte 2 kurze, zahn-artig vorspringende Zipfel tragend (Am Südabhang der Olenburg bei Sondershausen beobachtet). Diese Arttritt besonders auf mageren Grasböden sowie an sonnigen, steinigen Hügeln auf, gern in Gesellschaft von Anthyllisvulneraria, Hippocrepis comosa, Salvia pratensis, Buphthalmum salicifolium, Crepis alpestris, Asperula cynanchica,Polygala chamaebuxus und vulgare, Globularia vulgaris, Orchis ustulatus (pag- 340), Sanguisorba minor etc. Anandern Stellen erscheint sie als Bestandteil der Steppenheide (Schwäbische Alb), der lichten Eichenwälder(vgl. pag. 331) oder der Felsenheiden (im Schweiz. Jura mit Buxus sempervirens, Trifolium rubens, Saponariaocymoides, Trinia vulgaris, Lactuca perennis etc.).

676. Ophrys Arachnftes 1 ) (Scop.) Murray (= O. fuciflora Crantz). Hummel-Ragwurz.Franz.: Bourdon; ital.: Fior-Mosca, Formicone. Taf. 70, Fig. 3 und Taf. 69, Fig. 1.

Die Volksnamen für Ophrys Arachnites sind (vgl. Ophrys muscifera, pag. 329): Todeköpfli (Elsass,Schwäbische Alb, Schweiz), Ochsenköpf (Niederösterreich), Affagsichtli (St. Gallen), Katzenäugli(Aargau), Spinnestän del (Thurgau), S am etma(nn)le (Schwäbische Alb), Sametblüemli (Solothurn).Nach einer Lokalsage von Gustav Schwab soll diese Pflanze an der Stelle, wo sich der Dichter NikodemusFrischlin bei seiner Flucht aus der Burg Hohenurach (Württemberg) über die Felswände stürzte und zerschelltliegen blieb, aus der Erde entsprossen sein.

Ausdauernd, 1030 cm hoch. Knollen kugelig, mit fadenförmigen Nebenwurzeln.Laubblätter eiförmig-länglich, bläulichgrün, oft wellig. Blütenähre locker und wenig-(2- bis 10-) blutig, selten sogar nur 1-blutig. Tragblätter hellgrün, länglich, das unterste oftlaubartig. Blüten gross. Aeussere Perigonblätter zurückgebogen, eiförmig- oder länglich-elliptisch, rosarot, blassrosa oder auch weiss, sehr selten grasgrün, mit grünen, kielartighervortretenden Nerven. Seitliche innere Perigonblätter nur 1 / i bis x / 3 s0 l an g a ^ s dieäussern, fast dreieckig, blassrosa, hellpurpurn oder grünlich, auf der Oberseite sammet-artig. Lippe in der Regel ungeteilt, etwas länger als die äussern Blütenhüllblätter, ausbreiter Basis fast viereckig, beinahe flach, nur in der Mitte leicht konvex, am Grunde mitzwei kleinen Höckerchen, hellbraun oder dunkel purpurbraun, seltener gelb, mit grünlich-gelben oder bräunlichen, kahlen Flecken von verschiedener Gestalt, unten mit einem kahlen,gelblichgrünen, fast viereckigen, stumpfen, oft gezähnten, nach aufwärts gebogenen An-hängsel. Säulchen länger als die seitlichen innern Perigonblätter, mit kurzem, vorgestrecktem,hellgrünem Schnäbelchen. Fruchtknoten zylindrisch, fast 6-kantig, wenig gedreht.V, VI (vereinzelt bis VIII).

Zerstreut auf sonnigen, buschigen Hügeln, auf Heidewiesen, in lichten Kiefern-wäldern, auf trockenen Weiden; vornehmlich auf Gips- und Kalkboden. Im Wallis ver-einzelt bis 1350 m.

*) Gr. ägdxvrj (arachne) = Spinne; nach der Form der Blüte.