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lose Blüten aus (besonders interessante Arten auf Korfu). Der Insektenbesuch ist ein äusserst spärlicher,weshalb die Blüten sehr häufig unbefruchtet bleiben (bei O. muscifera beträgt der Fruchtansatz nur 1,4 bis9,8°/o). Die Aehnlichkeit des Labellums mit gewissen Insekten wirkt aber auf die letzteren nicht anlockend, sonderneher abschreckend. Die Blüten erwecken den Anschein, als ob sich auf ihnen bereits Insekten nieder-gelassen hätten und werden deshalb von Honigbienen und Hummeln nicht beflogen (vgl. hierüber Detto, C.Flora. Band 94. 1905). Bei einzelnen Arten findet ausserdem spontane Selbstbestäubung statt. Dies istnamentlich bei O. apifera der Fall. Hier hängen nämlich die Pollinien an ihren langen, dünnen und bieg-samen Stielchen (Fig. 419b) bald nach dem Aufblühen aus den Antherenfächern heraus und senken sich all-mählich so weit hinab, dass sie mit der Narbe in Berührung kommen.
1. Lippe gewöhnlich wenig konvex, am Rande flach oder fast flach, etwas länger als die äussernPerigonzipfel.................................. 2.
1*. Lippe gewöhnlich stark convex-gewölbt, mit stark zurückgeschlagenen Seitenrändern ... 3.
2. Lippe dreiteilig, länglich, ohne Anhängsel. Die innern, seitlichen Perigonblätter fadenförmig(Taf. 69, Fig. 3).........................O. muscifera nr. 675.
2*. Lippe ungeteilt oder unten seicht ausgerandet, mit Anhängsel. Die innern, seitlichen Perigon-blätter meist dreieckig, lanzettlich (Taf. 69, Fig. 1)............O. Arachnites nr. 676.
3. Lippe ungeteilt, ohne oder mit einem sehr kurzen Anhängsel............ 4.
3*. Lippe 3-lappig (die Seitenlappen kurz), stets mit deutlichem Anhängsel, + dunkelpurpurbraun; die
übrigen Perigonblätter purpurviolett, violettrosa bis weiss...........ü. apifera nr. 679.
4. Lippe ohne Anhängsel (Taf. 69, Fig. 2). Aeussere Perigonblätter gelbgrün. O. aranif era nr. 677.4*. Lippe mit einem sehr kleinen Anhängsel. Aeussere Perigonblätter meist hell- bis lebhaft violettrosa,
selten weiss. Nur in Südtirol und Küstenland..............O. Bertolonii nr. 678.
675. Ophrys muscifera 1 ) Huds. (= O. myödes Jacq., = O. insectifera a. myödes L.,= Örchis Muscaria Scop., = Epipäctis myödes Schmidt). Fliegen-Orchis. Engl.:Fly Orchis; ital.: Vespario, Pecchie, Fior mosca, Calabrone. Taf. 70, Fig. 4 und Taf. 69, Fig. 3.
Am häufigsten wird die Blüte dieser Orchidee mit einer Mücke verglichen: Mucka (SchwäbischeAlb), Fliegeständel, Flügeblüemli, Insekteblüemli (Thurgau), Flügeli (Zürcher-Oberland), Fliege(n)-chrut, Imbeli [= Biene] (Aargau); nach dem sammetartigen Aussehen auch Sametweibl(e) [vgl. Sammet-mannl(e) = Ophrys Arachnites] (Schwäbische Alb), Sammetchindli, Sammetsc hlüttli (Thurgau), Sammet-Engeli (Aargau), Sammet-Läppli (Zürcher-Oberland). Ausserdem gelten die Blüten als: Blutstropf lan(Kärnten), Jümpferli, Jumpferblume (Schweiz), Engeli (Aargau), Bergmandl (Niederösterreich),Kapuzinerli (St. Gallen), Tüfelsaug (Schweiz), Gamperlau [= Teufel?] (Kärnten), HängenderJesuit (Thüringen).
Ausdauernd, 15 bis 50 cm hoch. Knollen klein, länglich oder kugelig, mit faden-förmigen Nebenwurzeln, sehr selten zweilappig. Stengel aufrecht, ziemlich dünn, gelblich-grün, am Grunde 2 bis 5 bläulichgrüne, länglich-lanzettliche Blätter tragend; das obersteBlatt den Stengel scheidenförmig umfassend. Blütenähre meist verlängert, locker, 2 bis20 mittelgrosse, fast einseitswendig gestellte Blüten tragend, die einer Fliege ähnlich sehen.Tragblätter meist länger als der Fruchtknoten. Perigonblätter ausgebreitet; die äussernlänglich-eiförmig, stumpf, hellgrün, 3-nervig, das mittlere an der Spitze kappenförmig ein-gebogen (Taf. 69, Fig. 3), die seitlichen innern viel kürzer als die äussern, aufrecht ab-stehend, linealisch, rötlich oder braunpurpurn, durch die zurückgebogenen Seitenränder fastfadenartig erscheinend. Lippe länglich, dreilappig, ohne Anhängsel, l 1 ^ mal so lang alsdie äussern Perigonblätter, schwach gewölbt, dunkel-purpurbraun, kurz sammethaarig, mitkahlen, fast viereckigen, bläulich-grauen oder weisslichen Flecken und mit zwei kleinen,schwärzlichen Höckerchen. Säulchen sehr kurz, mit stumpfem Schnäbelchen. Drüse undBeutelchen weisslich. — V, VI.
Ziemlich häufig an steinigen Abhängen, in Laub- und Nadelwäldern, auf über-wachsenem Bachkies, selten auch auf Sumpfwiesen; jedoch nur auf Kalkboden.
') Lat. müsca = Fliege und lat. fero = trage, fliegentragend; nach der einer Fliege in Form undFarbe ähnlichen Blüte.
Hegi, Flora.
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