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Zerstreut, aber meist sehr gesellig, in schattigen, etwas feuchten Laubwäldern, infeuchten Gebüschen, in Obstgärten, auf Sumpf- und Bergwiesen; von der Ebene bis in dieVoralpen (im Ledrotal in Südtirol bis 1600 m hinaufsteigend).
In Deutschland im südlichen und mittleren Gebiet ziemlich verbreitet; reicht nördlich bis Hannover,Gifthorn, Neuhaldensleben, Zerbst, Sommerfeld, Beuthen a. O., Glogau, Myslowitz. Ausserdem auf mehreren
Fig. 408. Voralpine Wiese mit Leucoium vernum L„ aus den Glarnerbergen (Schweiz), ca. 990 m.
Phot. Prof. C. Schröter, Zürich.
Eibinseln in der Nähe von Hamburg und Harburg (namentlich auf der Südspitze von Neuhof), sowie aufeiner Insel in der Este bei Buxtehude herabgeschwemmt und völlig eingebürgert. Auch sonst gelegentlich ausGärten verwildert.
Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Südeuropa (in England und Schwedennur verwildert; fehlt in der immergrünen Region des Mittelmeergebietes, in Dalmatien etc.).
Aendert wenig ab: f. Carpäticum Borb. (= var. Vagneri Stapf). Pflanze gross und kräftig, meistzweiblütig. — Ziemlich selten (Besonders häufig in Siebenbürgen). — f. luteolum Aschers, et Graebner.Perigonblätter an der Spitze mit gelbem (nicht gelbgrünem) Fleck (Selten). — f. biscäpum Aschers, etGräbner. 2 Blütenstengel aus einer Scheide entspringend (Selten).
Leucoium vernum bewohnt mit Vorliebe die schattigen, etwas feuchten Laubwälder, wo es stellen,weise mit vielen andern Frühlingspflanzen — wie Gagea lutea (Bd. II, pag. 211) Anemone, hepatica, A.nemorosa und ranunculoides, Lathyrus montanus und vernus, Allium ursinum (Bd. II, pag. 229), Arum macu-latum, Polygonatum multiflorum (Bd. II, pag. 272) etc. — in grosser Zahl auftritt. Aus den Bergwäldern gehtes gelegentlich auf die feuchten Bergwiesen hinaus (Fig. 408) und überzieht den Boden — begleitet von Crocusalbiflorus, Gagea minima, Anemone nemorosa, Corydalis intermedia — wie mit einem schneeweissen Teppich.Auch im Erzgebirge bildet es nach Domin an sumpfigen Orten ganze Bestände. — Die herabhängende Stellungder Blüte schützt (ähnlich wie bei Galanthus) die innern Teile gegen Regen. Die Blüten sondern keinenfreien Nektar ab; sie riechen — namentlich die jüngeren — ziemlich stark veilchenartig. Am Grunde des Griffelsbefindet sich ein saftreiches Gewebe, welches von den Besuchern angebohrt wird. Die Staubbeutel öffnen sichnach unten und lassen den Pollen bei dem leisestem Anstosse durch die Insekten (Honigbienen, Vanessa urticaeetc.) fallen. Beim Schliessen der Blüten am Abend kann dadurch Selbstbestäubung erfolgen, dass der an denPerigonblättern haften gebliebene Pollen an die Narbe gedrückt wird.
668. Leucoium aestivum L. (= Nivaria monadelpha Media, — N. aestivalis Moench).
Sommer-Knotenblume. Fig. 409.
Ausdauernd, 35 bis 60 cm hoch. Zwiebel eiförmig, bis über 3 cm dick. Stengelzweischneidig, (2-) 3- bis 7-blütig. Laubblätter breit-lineal, stumpf, 8 bis 12 mm breit, solang oder etwas länger als der Stengel. Hochblatt lanzettlich, bis 5 cm lang. Blütenstieleziemlich lang, nickend. Perigonblätter breit-länglich, 10 bis 15 mm lang, weiss, unter derSpitze mit grünlich-gelbem Fleck. Griffel länger als die Staubblätter (Narbenspitze dieStaubbeutel um 3 mm überragend), an der Spitze schwach keulenförmig verdickt. Frucht-kapsel fast kugelig, bis über 15 mm dick. Frucht fast kugelig (bis 15 mm dick). Samenzylindrisch. — IV, V.
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Ulli