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Selten auf feuchten, nassen Wiesen oder in Sümpfen; in Mitteleuropa nur in denmediterranen und pontischen Einstrahlungen.
In Deutschland vereinzelt in Elsass-Lothringen (bei Bitsch, Niederbronn, Oberbronn, Zinsweiler,Markirch), sowie in der bayerischen Pfalz (bei Speyer [seit 1886 nicht mehr beobachtet] und bei Trippstadt). Ausser-dem an zahlreichen Stellen in Mittel- und Norddeutschland verwildert und z. T. eingebürgert wie am Ufer der Estebei Moisburg und an der Elbe bei Buxtehude, bei Altkloster bei Stade, am Schlosse bei Warendorf unweitSassenberg in Westfalen, an der Wacknitz bei Lübeck, zwischen Ostritz und Blumberg unterhalb Zittau, beiElsterwerda (um 1860 angepflanzt) und in Oberschlesien (bei Oswiecim und Pless). In Oesterreich wild inMähren (Dürnholz, Unter-Wisternitz, Schakwitz bei Auspitz, Lundenburg), in Niederösterreich (längs der Donauvon Stockerau abwärts bis an die March und längs der March bis Drösing; bei Engelhartsstetten und Achau),
in Untersteiermark, Krain und Küstenland; fehlt in Südtirol und in Kärnten gänzlich.
In der Schweiz wild einzig im Westen in den Kantonen Neuenburg (Landeron}
und Bern (Nidau, Meienried).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (stellenweise aber ganzfehlend, so auch in vielen südalpinen Tälern wie im Wallis, Tessin,Südtirol, in Kärnten) und zerstreut in Mitteleuropa; ausserdem mehr-fach verwildert und teilweise eingebürgert (Belgien, Niederlande etc).
CLXXVIII.
N
arzisse.
Narcfssus 1 ) L.
Ausdauernde, meist mittelgrosse Zwiebelpflanzen mit wenigen (ge-wöhnlich 3 [2 oder 4]) linealischen, zuweilen blaugrünen Laubblättern.Zwiebel aus Niederblättern und den fleischigen Grundteilen der Laub-blätter gebildet. Stengel hohl, unbeblättert, stielrund (Fig. 410b) oderzusammengedrückt-zweikantig (Fig. 411c). Hochblätter dünnhäutig, ober-wärts mützenförmig zusammengezogen und einseitig gespalten. Blüten-stand sehr oft einblütig, seltener 2- bis mehrblütig (Schraubein). Blütenziemlich gross, gewöhnlich nickend, oft wohlriechend. Perigon verwachsen-blätterig, meist regelmässig, stieltellerförmig, meist mit deutlicher, langerRöhre und mit ausgebreitetem 6-teiligem Saume. Nebenkrone (Para-corölla) stets deutlich ausgebildet, am Schlünde der Perigonröhre ein-gefügt, glocken- oder schüsseiförmig, zuweilen sehr gross, ganzrandig odergelappt. Staubblätter 6, der Perigonröhre innerhalb der Nebenkroneverschieden hoch eingefügt und ungleich lang. Staubbeutel am Grundebefestigt. Frucht eine fachspaltige Kapsel. Griffel 1, mit kurzer drei-lappiger Narbe. Samen zahlreich, zentralwinkelständig (Fig. 410e), fastkugelig, in 2 Reihen in jedem Fach angeordnet, mit schwarzer, runzeligerSchale. Fruchtklappen längs- und quernervig. Narbe dreilappig.
Die Gattung umfasst ca. 20 bis 40 Arten, die sich auf die beiden Untergattungen Corbularia (Blütenzygomorph. Perigonabschnitte klein. Hieher die sog. „Reifrock-Narcisse": N. Bulbocödium L. aus Südwest-Frankreich und Spanien) und Eunarcissus (Blüten aktinomorph. Perigonabschnitte breiter, elliptisch) verteilten.Als wirklich wilde Pflanze spielt bei uns — in den Alpen — einzig N. poeticus subsp. angustifolius eine grössere Rolle.Die übrigen Arten treten, wie z. T. auch die folgenden kultivierten Spezies, häufig als Gartenflüchtlinge auf. Nebenden zahlreichen, teilweise hybriden Formen von nr. 669 und 671 werden bei uns in Gärten besonders die folgendenArten kultiviert: N. j onquilla L. (Fig. 410). 20 bis 35 cm hoch. Blätter halbstielrund, bis 4 mm breit, lebhaftgrün, tiefrinnig (Fig. 410 c). Blütenschaft schlank, fast stielrund (Fig. 410b). Blüten 2 bis 6, klein, doldenartigangeordnet, stark nach Orangen duftend, oft gefüllt. Perigonzipfel lebhaft gelb. Nebenkrone tassenförmig, 3 bis4 mm lang, tief gelb, mehrmals kürzer als die Perigonabschnitte (diese Art ist heute etwas „aus der Mode" ge-kommen). Stammt aus dem westl. Mittelmeergebiet. — N. iuncifölius Lagasca (= N. pümilus Red.) aus demsüdwestlichen Europa. Der vorigen Art ähnlich, aber viel kleiner (nur 10 bis 15 cm hoch). Blätter gras-grün, ca. 2 mm breit, halbstielrund. Nebenkrone über halb so lang als die Perigonzipfel (gelegentlich
Fig. 409.Leucoium aestivum L.Habitus ( 2 /5 natürl. Grösse).
] ) Gr. vaoxdco (narkao) = betäube; wegen des intensiven Geruches der Blüten.