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2. Monocotyledones 2 (1907)
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308
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Die Gattung umfasst nur wenige, ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatete Arten, die einandersehr nahe stehen. Nach Gottlieb-Tannenhain (Studien über die Formen der Gattung Galanthus. Ab-handlung der Zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. II, Heft 4, 1904) sind wohl alle Galanthus-Formendurch Uebergänge untereinander wenigstens indirekt verbunden, so dass also die Gattung vielleicht nuraus einer einzigenrealen" Art (G. nivalis) besteht. Immerhin lassen sich die folgenden 4 Arten systematischauseinanderhalten: 1. G. nivalis L. sensu ampliore, 2. G. latifölius Ruprecht auf den Alpenmatten desKaukasus, 3. G. Fosteri Baker (im nördl. Kleinasien) und 4. G. Scharlökii Caspary (wahrscheinlich inSobernheim an der Nahe in der Rheinprovinz etwa 1868 aus G. nivalis durchMutation" entstanden).

Ausdauernde, 8 bis 32 cm hohe Zwiebelpflanze. Zwiebel kugelig bis eiförmig,zu äusserst von 3 trockenhäutigen, braunen Schalen umhüllt (Basalteile der vorvorjährigenBlätter). Stengel zu unterst mit einem weisslichen, häutigen Scheidenblatt, welches alszylindrische Scheide den untern Teil der beiden Laubblätter umgibt. Die beiden letzterngrundständig, linealisch, seegrün, blaugrün bereift, 4 bis 10 mm breit, zuletzt bis 10 cmlang, stumpf, auf der Unterseite mit schwachem, meist doppeltem Kiel, zur Blütezeit ge-wöhnlich kürzer als der Stengel, auch in der Knospenlage flach; äusseres Laubblatt mitgeschlossener, inneres mit offener Scheide. Blüten einzeln, glockenförmig, nickend, schwachduftend, am Grunde mit 2 grünen und weisshäutigen verbundenen Hochblättern. Dieäusseren Perigonblätter ganz weiss, frei, länglich, beweglich; die innern kürzer (nur etwahalb so lang), aufrecht, frei, herz-keilförmig, tief ausgerandet, an der Innenseite mitgrünen Längslinien und an der Spitze mit einem halbmondförmigen, grünen Flecken (End-makel"), bewegungslos. Staubfäden kurz, fest, mit lanzettlichen, allmählich zugespitzten,am Grunde angehefteten, fast gleichlangen, gelben (Taf. 67, Fig. 2 a, 2 b), zu einem Streu-kegel zusammenneigenden Staubbeuteln. Griffel dünn, stumpf-dreikantig, allmählich ver-schmälert, den Antherenkegel überragend (Taf. 67, Fig. 3 a). Fruchtknoten tonnenförmig,bis 10 mm lang, undeutlich dreikantig, dreifächerig (Fig. 407f, g), jedes Fach ca. 12 sitzende,anatrope Samenanlagen enthaltend. Fruchtkapsel reif gelblichgrün, fleischig (Fig. 407 e), zuletztfachspaltig aufspringend. Samen elliptisch, 3 bis 4 mm lang, mit dünnhäutiger, weisslicherSchale und mit einem kleinen hornartig gekrümmten Anhängsel (Fig. 403 m). (I) II bis IV (V).

Zerstreut stellenweise aber häufig und dann gesellig in Laubwäldern, Auenwäldern,Gebüschen, Hecken, in Obstgärten, Parkanlagen, aufwiesen, in der Nähe von alten Burgen;im Süden der Alpen hoch hinaufsteigend (am Monte Baldo am Gardasee bis 2200 m).

Da diese Art als erster Frühlingsbote allgemein in Gärten kultiviert wird, so ist das Areal ihrerursprünglichen Verbreitung sehr schwer festzustellen. In Mittel- und Norddeutschland wird sie an sehr vielenStellen als Gartenriüchtling beobachtet und hat sich vielerorts vollständig eingebürgert. Als wirklich wild darfGalanthus im Schweiz. Jura, in Schlesien, Böhmen, Mähren, Niederösterreich, sowie am ganzen Südfusse derAlpen betrachtet werden. Ausserdem oft in ungeheurer Menge (wohl sekundär [aus Polen] herabgeschwemmt;sicherlich aber nicht aus Gärten verwildert) in den Weichselniederungen von Posen und Westpreussen bisNiedermühl (Kreis Thorn), Getau (Kr. Hohensalza), Mühltal und Janowo bei Bromberg (an den BrombergerSchleusen nach Scholz schon längst verschwunden), Ostrometzko, in der Parowe von Elisental und bei Lunau.Ferner vielleicht wild in der Gegend von Aachen bis ins Siebengebirge und um Bonn (Anschluss an Belgien?)sowie an einigen Punkten (hier wohl herabgeschwemmt) in der Rheinebene (z. B. bei Markolsheim unweitKolmar, in den Rheinwäldern zwischen Speier und Mannheim, bei Laubenheim, bei Mainz). Die Art fehlt voll-ständig in den Zentralalpen, in den hohen Sudeten, in den ungarischen Steppen und in der immergrünenRegion des Mittelmeergebietes.

Allgemeine Verbreit ung: Pyrenäen (bis 1600), Frankreich (für Belgien Indigenatfraglich), Schweiz. Jura (auch noch Lägern: Burghorn), Italien (besonders im Apennin), südl.Oesterreich, Ungarn (exkl. Steppengebiet), Balkanhalbinsel, Karpaten (bis 1180 m), südwestl.Russland (nördlich bis Polen, östlich bis zum Don), Krimberge, Kaukasus, Kleinasien.

Aendert in der freien Natur nur sehr wenig ab. In Gärten werden gelegentlich die folgenden Formenangetroffen: f. lut es cens Baker. Fruchtknoten gelblich. Die 3 innern Perigonzipfel mit gelben (nicht grünen)Flecken. f. albus hört. Die grünen Flecken der innern Perigonblätter fast fehlend, d.h. auf kleine Punktereduziert. f. reflexus hört. Blüten bedeutend kleiner. Die 3 innern Perigonblätter an der Spitze zurück-