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665. Gladiolus Ulyricus 1 ) Koch. Illyrische Siegwurz. Fig. 405.
Ausdauernd, 30 bis 50 cm hoch. Knolle kugelig, mit meist dicht gedrängten,gleichlaufenden, nach unten spreizenden Fasern. Laubblätter wenige (2 bis 3), ziemlichschmal, zugespitzt. Blütenähre sehr locker, wenig- (meist 3- bis 6-) blutig, schwach ein-seitswendig. Blüten ziemlich gross. Perigonröhre schwach gebogen. Perigonabschnittelänglich-rhombisch, stumpf, der obere breiter und länger als die übrigen. Staubfäden längerals die am Grunde spreizenden Staubbeutel (Fig. 405 d). Narben vom Grunde bis zurMitte linealisch und am Rande kahl; von der Mitte an plötzlich in eine rundlich-eiförmige,am Rande warzig-gewimperte Platte verbreitert (Fig. 405 c). Frucht verkehrt-eiförmig(Fig. 405 b), an der Spitze eingedrückt, stumpf, dreikantig.Samen schmal geflügelt (Fig. 405 e bis g). — V.
Selten auf feuchten Wiesen; nur im südlichen Oesterreich.
Fehlt in Deutschland und in der Schweiz vollständig. InOesterreich einzig in Kärnten (im Kanaltal), Krain und in Istrien. InKrain reicht diese typisch mediterrane Art nördlich bis Adelsberg, währendsie sich im obern Savetal ähnlich wie Asparagus tenuifoliusL.(Bd. ll,pag. 263),Onobrychis Tommasiniana Jord., Linum Narbonense L., Galium SchultesiVest. und Cirsium Pannonicum Gaud. bis Dobrava und bis in die Save-Schlucht bei Moste verfolgen lässt (nach Beck, Vegetationsstudien in denOstalpen II, pag. 101 und 126).
Allgem eine Verb reitung: Mittelmeergebiet (zer-streut von der iberischen Halbinsel bis in den nördlichenBalkan), westliches Frankreich, England, Kleinasien, Kaukasus.
Ausser den bei den Gattungen Iris, Crocus und Gladiolus bereitsgenannten Arten werden bei uns noch verschiedene andere ausländischeIrideen als Zierpflanzen gehalten; so namentlich: Tigridia pavöniaKer-Gawler, Tiger- oder Pfauenlilie, franz.: Oeil de Paon, Queue de Paon,engl.: Peacock Tiger Flower, aus Mexiko und Guatemala. Blüten gross,wenig zahlreich, nur einen Tag blühend. Aeussere Perigonblätter amGrunde violett mit gelben, purpurrot-gefleckten Streifen, oben leuchtendrot; innere Perigonblätter gelb, purpurrot gefleckt. Griffel lang, faden-förmig, nicht blumenblattartig verbreitet, gespalten (Prächtige, aber etwasempfindliche Freiland- und Topfpflanze). — SisyrfnchiumangustiföliumMill. (= S. Bermudiänum L. z. T.). Stengel zusammengedrückt, bis zumGrunde deutlich geflügelt. Blätter grasartig, 3 bis 4 mm breit, die grund-ständigen viel kürzer als der Stengel. Blüten klein, regelmässig, blau oderblauviolett (selten weiss), im Schlünde meist gelb. Perigonblätter trichter-förmig angeordnet, stachelspitzig, alle gleichgestaltet. Stammt aus Nord-amerika. Tritt bei uns stellenweise verwildert auf und hat sich an zahlreichenStellen auf Wiesen und Grasplätzen eingebürgert. — S.graminifölium Lindl.aus Chile besitzt gelbe Blüten und einen schmal geflügelten Stengel. — AlsSchnittblumen befinden sich seit langer Zeit verschiedene, miteinander naheverwandte Arten der südafrikanischen Gattung f x i a (namentlich I. maculata L„I. pätens Soland., I. paniculäta Delarbre, I. monadelpha Delarbre) in deneuropäischen Gärten in Kultur. Blüten etwas zygomorph, verschiedenfarbig(weiss, rot, ockergelb, zuweilen gefleckt). Perigon fast zweilippig, mitmeist zylindrischer Röhre. Griffeläste linealisch, blattartig verbreitert. —Vonden Gladioleen mag in erster Linie die südafrikanische Gattung Tritdnia (Montbretia, z. T.) erwähnt sein,von welcher einige Arten mit zahlreichen, z. T. hybriden Formen (T. crocäta Ker-Gawler, = T. deüsta Ker-Gawler.T. aürea Pappe, T. Pottsii Benth., T. [Montbretia] crocosmiiflöra Voss [vielleicht Bastard von T. aüreaPappe X T. Pottsii Benth.], T. securigera Ker-Gawler etc.) in Kultur sind. Ziemlich stattliche Zwiebelpflanzemit grundständigen, flachen Blättern und mit einer lockeren, ziemlich vielblütigen Traube. Perigon aufrecht,
') Illyrisch, nach dem Vorkommen dieser Art in lllyrien. Das Illyrien der Alten umfasst die heutigenKronländer Kärnten, Krain und Küstenlande.
Fig. 405. Gladiolus UlyricusKoch, a Habitus (^8 natürl. Grösse).b Fruchtstand. c Narben. d Staub-blatt, e Geflügelter Same. f,g Same,im Quer- und Längsschnitt mit Embryo.