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nicht gekrümmt, rötlich, gelbrot, safrangelb oder weiss, mit ziemlich kurzer, zylindrischer, oberwärts meist er-weiterter Röhre. — Eine gleichfalls beliebte Gartenpflanze ist Freesea ref räcta Klatt (= Gladi'olus refräctusJacq.) aus dem Kaplande. Stengel hin- und hergebogen, gabelig verzweigt. Blütenstand einfach, einseits-wendig-ährig. Blüten grünlichgelb bis gelbviolett, zygomorph, ca. 3 cm lang, mit oberwärts ziemlich stark er-weiterter Röhre. — Viel seltener werden als Zierpflanzen gelegentlich angetroffen: Morsea irioides L. ausSüdafrika, Märica caerulea Ker-Gawler aus dem tropischen Amerika, Libertia formösa Grah. ausChile, Sparäxis trfcolor Ker-Gawler und S. grandiflöra Ker-Gawler aus Südafrika, Watsdniaaletroides Ker-Gawler aus Südafrika, Vertreter der Gattung Antholyza (richtiger wohl Antholyssa) etc.
30. Fam. AmarylHdäceae 1 ). Amaryllisgewächse.
Ausdauernde, meist mittelgrosse bis ansehnliche Kräuter, sehr oft zwiebel-, seltenerrhizombildend (Agavoideae); von sehr verschiedener Tracht. Laubblätter sehr oft zweizeilig,seltener dreizeilig (Hypoxideae) oder spiralig (Alstroemeria) angeordnet, verschieden gestaltet,häufig linealisch und flach, zuweilen breiter oder herzförmig, nicht selten rinnig (Fig. 410c),meist sitzend, seltener gestielt (Eücharis), zuweilen dick, fleischig und dicht rosettenartiggedrängt stehend (Agave, Fourcröya). Blütenstände meist reichblütig, seltener arm- odereinblütig (Galanthus, Leucoium), sehr oft Scheindolden (d. h. gestauchte Schraubein), seltenerKöpfchen oder Wickel bildend; unterhalb des Blütenstandes oft eine aus 2 bis mehreren Hoch-blättern gebildete Scheide (spätha), welche bei kleinblütigen Arten (z. B. Haemänthus tigrinus,vgl. pag. 319) bunt (meist rot) gefärbt sind. Blüten regelmässig oder + zygomorph, frei- oderverwachsenblätterig, aus zwei 3-gliedrigen Kreisen bestehend, zuweilen mit Nebenkrone (Nar-cissus). Staubblätter meist 6 (vereinzelt bis 18), seltener weniger und dann 3 staminodial.Staubbeutel fast stets nach innen (selten nach aussen) und mit Längsspalten oder seltener mitPoren (Leucoium, Fig. 407c) aufspringend. Staubfäden in der Regel frei, seltener am Grundeverwachsen, mit Zähnchen oder durch eine dünne, weisse Haut miteinander verbunden(Hymenocallis). Fruchtknoten in der Regel unterständig (seltener halboberständig), ge-wöhnlich vollkommen dreifächerig, mit zentralwinkelständigen, zuweilen mit + vorspringendenPlazenten. Samen in jedem Fach meist regelmässig zweireihig (Fig. 407f, 410e). Fruchteine fachspaltige, wenigsamige, lederartige oder später verholzende (selten dünnwandige)Kapsel oder seltener eine Beere. Samen anatrop, runzelich, zuweilen geflügelt, vorzugsweisemit schwarzer, oft glänzender (seltener blass: Leucoium vernum) Testa, seltener mit Anhängsel(Fig. 403 m). Keimling klein, gerade, exzentrisch gelegen, vom Nährgewebe eingeschlossen.
Diese Familie, welche in ihrer Tracht, im Baue der vegetativen und reproduktiven Organe denLiliaceen sehr nahe steht, ist von ihr hauptsächlich durch den unterständigen Fruchtknoten verschieden. Weit-aus die meisten Amaryllidaceen besitzen Zwiebeln; neben sympodial aufgebauten Zwiebeln finden sich auchmonopodiale. Brutzwiebelbildung in den Zwiebeln ist allgemein verbreitet. Ausserdem werden bei verschiedenenArten an Stelle von Blüten bezw. Samen Brutzwiebeln erzeugt (Agave, Fourcröya, Nerine. Eücharis). Diemeist prächtig gefärbten und wohlriechenden Blüten sind häufig zu reichblütigen Infloreszenzen angeordnet, mitbunten Hochblättern (Haemänthus) oder mit Nebenkronen (Narcissus, Hymenocallis) ausgestattet und dadurchan den Insektenbesuch gut angepasst. Dazu kommt noch die meist frühe Blütezeit und das Vorhandenseinvon Nektar absondernden Organen. Wie bei vielen Liliaceen sind auch bei zahlreichen Amaryllidaceen inden Scheidewänden der Fruchtknoten Honig absondernde Septaldrüsen vorhanden. Wenn diese fehlen, scheidenandere Organe Honig aus (vgl. Galanthus, pag. 309). Während verschiedene Gattungen (Büphone, Haemänthus)durch die oft auffälligen Beeren eine Anpassung an die Verbreitung durch Tiere verraten, besitzen andereGattungen in ihren platten, überaus leichten, oft geflügelten Samen geeignete Mittel für die Verbreitung durchLuftströmnngen. Verschiedene Gattungen (Narcissus) scheinen dagegen besonderer Verbreitungsmittel zuentbehren. Bei den Crinum-Arten entstehen durch die mächtige Ausbildung des Endosperms grosse, knollen-förmige Samen.
Die Familie besitzt eine sehr grosse und weite Verbreitung und tritt mit über 70 Gattungen vorallem in den tropischen und subtropischen Gebieten beider Hemisphaeren auf. Den Tropen der alten und neuen
J ) Benannt nach der sizilianischen Hirtin Amaryllis (Vergil).