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Fehlt in Deutschland vollständig. In Oesterreich einzig im südlichen Tirol (Isera, Ravazzone,Val Morbia in Vallarsa, bei Vo) und im Küstenland. In der Schweiz einzig im südlichen Tessin (bei Locarnound Lugano) und bei Genf.
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (von Spanien bis Kleinasien, Syrienund Persien), Kanaren, Madeira.
664. Gladiolus imbricätus L. (= G. neglectus Schult., = G. tenuis Bieb.).
ziegelige Siegwurz. Fig. 404.
Dach-
Ausdauernd, 30 bis 80 cm hoch. Knolle ca. 2 cm dick.Knollenfasern fein, dicht zusammengedrängt (zuweilen grössereStreifen bildend), nur oberwärts netzartig verbunden. Laubblätterwenig zahlreich (gewöhnlich nur 2 oder 3), bis über 2 cm breit,das unterste meist stumpf. Blütenstand gedrungen, ziemlich dicht,3- bis 10-blütig, stark einseitswendig. Hochblätter lanzettlich,ziemlich gleichlang, zugespitzt. Blüten klein, purpurrot, getrocknetbläulich. Perigon mit sehr stark gebogener Röhre und mit ziemlichgleichgrossen, nach dem Grunde zu verschmälerten, etwas zu-summenneigenden Abschnitten. Narben fast vom Grunde an ver-breitert (Fig. 404 b), verkehrt-lanzettlich. Fruchtkapsel kurz ver-kehrt-eiförmig, sehr stumpf dreikantig (Kanten abgerundet), mit3 flachen Furchen, an der Spitze eingedrückt, unterwärts runzelig(Fig. 404 c). Samen geflügelt (Fig. 404 d bis f). — VII.
Zerstreut auf feuchten Wiesen, sumpfigen Waldplätzen,seltener auch auf Aeckern und in Haferfeldern; in der Ebene undin der Bergregion (in den Beskiden bis ins höhere Vorgebirge).
In Deutschland fast nur im östlichen und seltener im mittlem Gebiet;nicht selten in Schlesien, ferner in der Oberlausitz (im Quellgebiet des LöbauerWassers, am Rothstein, bei Nieda, bei Gross-Schönau, an der Landskrone undJauernick-Kiritein gegen Jedownitz), ferner in Ostpreussen (ziemlich verbreitet),in Westpreussen (am Wieczno-See im Kreise Briesen, auf Piasnitz-Wiesen im KreisePutzig [besonders früher] und an zahlreichen Stellen auf den Weichselwiesen unweitder russischen Grenze; früher nach Scholz auch bei Bromberg [an der Ober-Brahe]und bei Danzig) und in Posen (Rombtschin bei Adelnau, Koschminer-Wiesen imKreise Meseritz etc.), im Odertal bis Frankfurt und in Mittel-Thüringen (Steiger-und Rockhäuser-Forst bei Erfurt, Ettersberg bei Weimar). In O es terr e ich nurim Osten in Böhmen (östliche Elbeniederung), Mähren (Iglau, Stepanau bei Bystritz,Olmütz, Sternberg, Bisenz, Zwittau, Spornhau bei Goldenstein, Domstadtl, Kiriteinbei Brunn, Liebau und häufig in den Beskiden), Schlesien (um Bennisch, Einsiedel.Reihwiesen, Zuckmantel, Weidenau. Troppau) und ganz vereinzelt in Nieder-österreich (einzig bei Siebenbrunn im Marchfeld). In der Schweiz einzig imsüdlichen Tessin (Monte S. Giorgio und Monte Generoso [sopra Melano]). Trittim östlichen Teil auf Waldwiesen gelegentlich in Gesellschaft von Campanulacervicaria und Digitalis ambigua auf. — Aendert etwas ab: var. parviflörus[BerdauJ Th. Schübe (= G. Galiciensis Bess.). Pflanze in allen Teilen kleiner.Laubblätter nur ca. 5 mm breit. Blütenähre gewöhnlich nur 3- oder 4-blütig. Blüten bedeutend kleiner (nur etwahalb so gross als beim Typus), mehr aufrecht, einander etwas genähert. Perigonröhre wenig gebogen. — Bis jetztim Gebiet nur in Schlesien (Jablunkau bei Breslau) beobachtet; sonst in Galizien, Siebenbürgen, Südrussland etc.
Allgemeine Verbreitung: Oberitalien und Tessin, südöstliches und östlichesEuropa (besonders in Russland, Karpaten, Galizien, Bosnien etc.; fehlt aber in Ungarn ;Kroatien und im südlichen Oesterreich gänzlich), westliches Sibirien, Kaukasus, Kleinasien.
Fig. 404.Gladiolus imbricätus L.aai Habitus ('/3 natürl. Grösse).b Narben, c Fruchtkapsel, d Ge-flügelter Same, e, f Same imLängs- und Querschnitt.