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2. Monocotyledones 2 (1907)
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In Oesterreich einzig bei Chiarano bei Arco in Südtirol (hier 1904 von Diettrich-Kalkhoff entdeckt;vgl. Murr, Allgem. botan. Zeitschrift. 1904, pag. 41). Auch sonst vereinzelt am Südfusse der Alpen (z. B. beiBergamo, Brescia) und im Küstenlande. Ausserdem in Gärten gezogen.

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Italien bis zur Krim), Kaukasus,Vorderasien bis Persien.

CLXXV. GladfolllS 1 ) L. Siegwurz, Allermannsharnisch. Franz.: Glaieul;ital.: Pancacciöla; tschech.: Mecik, Mecm'k.

Grundachse knollig, oft mit Gitterfasern (den Resten der vorjährigen Blätter) um-geben. Stengel unverzweigt, am Grunde mehrere Scheidenblätter und wenige (gewöhnlich2 bis 3) breit-lineale, schwertförmige Laubblätter tragend. Blütenstand in der Regeleine i einseitswendige, lockere Aehre (ohne Gipfelblüte). Blüten zart, zweiseitig-symmetrisch,fast zweilippig. Perigon sehr oft purpurrot, seltener weiss, scharlachrot, gelb oder bläulich,trichterförmig-glockig, mit 6 fast spateiförmigen Abschnitten. Perigonröhre nach abwärtsgekrümmt. Griffel fadenförmig, samt den Staubblättern herabgebogen. Narben 3, ver-breitert (Taf. 66, Fig. 2 a, Fig. 403 g, 404 b, 405 c). Frucht eine dreifächerige, zuweilenquerrunzelige Kapsel (Fig. 403h, 404 c, 405 b), in jedem Fach 2 Reihen von kugeligenoder plattgedrückten, hie und da auch geflügelten Samen enthaltend (Fig. 4031, 404 d, e, fund 405 e, f, g).

Ueber die Namen Siegwurz und Allermannsh arnisch vgl. unter Allium Victoriaiis, Bd. II, pag. 219.Nach der Form der Blätter heisst die Pflanze Hfaidamesser (St. Gallen), Schwertl (Niederösterreich).Schwertling (Kärnten) [für Gladiolus palusterl]. Auf die Anordnung der Blüten beziehen sich die NamenStiegufli (Solothurn), Himmelsstege (Thurgau), auf diese selbst Schwyzerhose [vgl. auch Aquilegia](Thurgau, Aargau), Güggel-Chamb e(n) [= Hahnenkamm] (Zürich).

Die Gattung umfasst ca. 150 Arten und ist besonders im Kapland stark vertreten. Während imMittelmeergebiet noch ca. 8 Arten vorkommen, wird die Gattung in Mitteleuropa fast nur durch G. palusterrepräsentiert. G. segetum und G. Illyricus sind typisch mediterran; G. imbricatus dagegen ist eine östlicheArt, die wohl aus dem mittlem und südlichen Russland (jedoch kaum über Ungarn) eingewandert ist.Sämtliche Gladiolus-Arten sind als proterandrische Hummelblumen zu bezeichnen. Die 3 untern Perigon-zipfel der meist purpurroten Blüten besitzen einen weissen, purpurrot eingefassten Saftstreifen. Ausser zwei-geschlechtigen Blüten kommen gelegentlich auch rein weibliche vor. G. communis L., die gemeine Sieg-wurz, franz.: Victoriale ronde, engl.: Common Sword Lily, die nirgends wild (aber hie und da verwildert) an-getroffen wird, stammt aus dem Mittelmeergebiet und ist mit G. segetum verwandt. Knollenhäute derb, gleich-laufend. Stengel kräftig (bis 1 m hoch), meist 5- bis 10-blütig. Blüten verhältnismässig gross. Alle Perigon-abschnitte ziemlich gleich, glockig zusammenneigend. Frucht fast elliptisch, tief 3-furchig, oberwärts mit 3kielartig vorspringenden Kanten, querrunzelig, an der Spitze eingedrückt. Samen breit geflügelt. Ausserdieser Art sind mehrere Arten (namentlich aus dem Cap) und verschiedene Hybriden in unseren Gärten beliebteZierpflanzen, so besonders: G. cardinälis Curt. mit scharlachrotem Perigon, G. vittatus Hörnern, mit hell-rosafarbigen, in der Mitte gestreiften, am Rande +. krausen Perigonabschnitten, G. psittäcinus Hook.,Papagei-Siegwurz, franz.: Glaieul perroquet; engl.: Parrot Sword-Lily, mit ziegelroten, dunkelscharlach-gestrichelten oder punktierten Perigonabschnitten. Aus der Kreuzung G. psittäcinus Hook, x G. cardinälisCurt. sind die sog.Genter-Gladiolen" (G. Gandav6nsis van Houtte) hervorgegangen, die nun in hundertenvon farbenprächtigen Sorten sowohl fürs Freie als auch für Zimmer als Topfpflanzen gezüchtet werden.

1. Staubbeutel länger als die Staubfäden (Fig. 403 f). Frucht kugelig-verkehrteiförmig. Samen unge-flügelt (Fig. 403i). Einzig in Südtirol, Küstenland und Tessin..........G. segetum nr. 663.

1*. Staubbeutel kürzer als die Staubfäden. Frucht länglich-verkehrteiförmig oder fast elliptisch.Samen geflügelt.................................. 2.

2. Fasern der Knollenhäute stark, netzartig verbunden, mit ovalen oder runden Maschen (Taf. 66,Fig. 2). P'rucht an der Spitze abgerundet............. . . . G. paluster nr. 662.

2*. Fasern der Knollenhäute gleichlaufend, mit sehr schmalen Maschen (oft kaum als Fasern er-kenntlich)....................................3.

1 ) lat. gladius = Schwert (Deminutiv gladiolus); nach der schwertähnlichen Form der Laubblätter.