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2. Monocotyledones 2 (1907)
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erfolgen kann. Die Samen von C. albiflorus weisen keine besondern Verbreitungsmittel auf (Autochorie undvielleicht auch Anemochorie). Dagegen besitzt C. albiflorus eine ausgesprochene vegetative Vermehrung inder Ausbildung von Verjüngsknospen (die Knollen der aufeinanderfolgenden Jahrgänge oder Generationen^stehenvertikal übereinander; vgl. Fig. 399) und Vermehrungsknospen. Durch Ausbildung von besonderen Wurzeln(Kontraktions- und Saftwurzeln) wird die neue Knolle, die schliesslich ganz an die Erdoberflache kommenwürde (die jährliche Verschiebung beträgt ca. 8 mm), immer wieder in ihre normale T.efenlage gebracht.Die Vermehrungsknospen werden in den Achseln der untern Laubblätter angelegt und fuhren zunächst zurBildung rein vegetativer, von der Mutterknolle sich loslösender Sprosse (weiteres hierüber bei Loew L»eLebensverhältnisse von Crocus albiflorus Kit. Verhandlungen des botanischen Vereins der Provinz Brandenburg.49 Jahrg 1907) Gelegentlich scheinen die Knollen auch durch Maulwürfe verbreitet zu werden, da sie schonin grösserer Zahl in Maulwurfshügeln beobachtet werden konnten (Oesterr. botan. Zeitschr. 1899, pag. o69).Wie bei zahlreichen anderen Alpenpflanzen (z. B. Gentiana acaulis) ist das Perigon gegen Licht- und Temperatur-schwankungen sehr empfindlich (Schliessen bei Kälte und bei trübem Wetter). Da Crocus als erste Frühlings-pflanze während der Blütezeit noch häufig Schneefällen ausgesetzt ist, ist die Pflanze durch ihren Pengon-schluss und Bergung der Blüte zwischen die sie überragenden Laubblätter imstande eine längere Bedeckungmit lockerem Schnee ohne wesentlichen Schaden zu ertragen (Loew). Heterostylie kommt nicht vor, -C albiflorus gehört ursprünglich dem mediterranen Florenelement an und ist aus dem Süden in den ganzenGebirgsbogen - von den Pyrenäen bis zum Balkan - eingewandert (ähnlich wie z. B. Erica carnea).Besonders interessant ist das Vorkommen der grossblütigen, typisch südeuropäischen Form (var. Neapohtanus)bei Gresten und Scheibbs in Niederösterreich (wohl ein Ueberrest aus der Steppenperiode).

660. Crocus retiCUlätUS Bieb. (= C. variegätus Hoppe et Hornschuch). Netzfaseriger

Safran. Fig. 402a und c.

Ausdauernd, 5 bis 12 cm hoch. Knolle ziemlichgross, fast kugelig, von derben, netzfaserigen, weitmaschigenScheidenresten eingehüllt. Laubblätter sehr schmal (ca. 2 mmbreit), ziemlich starr. Perigon mit violetter Röhre undelliptisch - lanzettlichen, spitzen, nach dem Grunde ver-schmälerten, violetten Abschnitten, von denen die 3 äussernje drei dunkler gefärbte Längsstreifen tragen. Narben keulen-förmig, orangegelb, die Staubbeutel wenig überragend.II bis IV.

Sehr selten auf steinigen Wiesen, in lichten Wäldern.

In Oesterreich einzig auf Karstwiesen im südwestlichenInnerkrain (von Nanos bis ins Rekatal bei Vreme; von Paul in brieflichbestätigt); ausserdem im Küstenland.

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches Europa{westlich bis zur Adria, nördlich bis Budapest und Gross-Wardein), Kaukasus.

Fig. 4.02. Crocus reticulatus Bieb.a Habitus (wenig- verkleinert), c Netzwerkder Knolle (vergrössert). Crocus albi-florus Kit. b Querschnitt durch den Frucht-knoten, d Längsschnitt durch die Blüte.e Längsschnitt durch die Blattspitze (Bohr-spitze).

661. Crocus biflörus Mill. (= C. circumscissus Haw.,

= C. pusillus Ten.). Zweiblütiger Safran. Engl.:

Cloth of silver, Scotch crocus.

Ausdauernd. Knolle ziemlich gross, von ziemlichdünnen, papierartigen, unten quer abgeschnittenen Scheiden-resten umgeben. Laubblätter aufrecht, schmal, kahl, zur Blütezeit ungefähr so lang alsdie Blüten. Letztere einzeln, zu zwei oder drei. Perigonabschnitte stumpf, fast weiss, dieäussern aussen mit 3 bis 5 violetten Längsstreifen. Narben orangerot, an der Spitze keulen-förmig verdickt, ganzrandig oder sehr schwach gelappt. I bis IV.

Sehr selten an steinigen Abhängen; wild nur in Oesterreich.

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