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2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
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(nach Schröter) wohl die physiologische Trockenheit des kalten, von Schmelzwasser durchtränkten Bodens,welche diesen Blatt-Typus geschaffen hat. Bei einzelnen typischen Xerophyten werden die Knollen durch dieäussersten vertrockneten und ausser Funktion gesetzten Scheidenreste (Fig. 402 a) gegen Verdunstung geschützt.Wie bei zahlreichen andern Monokotyledonen (Scilla, Gagea lutea, Muscari comosum, Hermodactylus etc.) sinddie ersten Laubblätter mit einer eigentümlich gebauten Bohrspitze ausgestattet, welche zum Durchbrechen desBodens besonders geeignet ist (Fig. 402 e). Die Epidermiszellen sind zum grössten Teil höher als breit undvermögen so den Druck der zu durchbrechenden Scholle wie eine durch viele Pfeiler gestützte Kuppe leichterzu ertragen (vgl. hierüber auch Gen tner. Ueber die Vorläuferspitzen der Monokotylen. Flora. 1905. Heft 2, pag. 54bis 56). Ebenso zeigt das unter der Epidermis liegende Gewebe, in welchem die letzten Gefässendigungen des Blattesverlaufen, stark verdickte Zellwände. Die Crocus-Pflanzen sind als proterandrische Falterblumen zu bezeichnen.

1. Narbe ungefähr so lang wie die Perigonabschnitte (Fig. 400 c), herabgebogen. Blüten violett.Herbstblüher.........................C. sativus (vgl. pag. 297).

1*. Narbe bedeutend kürzer als die Perigonabschnitte, aufrecht. Frühjahrsblüher......2.

2. Perigonabschnitte weiss oder hell bis dunkel violett, selten (und dann nur verschwommen) gestreift.Schlund der Perigonröhre nicht gelb. Verbreitete Alpenpflanze........C. albiflorus nr. 659.

2*. Perigonabschnitte hellila oder weiss, die 3 äussern mit 3 bis 5 dunkelroten Streifen. Schlundder Perigonröhre + gelb. Sehr selten im Süden...................... 3.

3. Knollen aussen von netzfaserigen, weitmaschigen Häuten (Fig. 402 a) umgeben. Blüten lila bis violett.In Oesterreich nur in Krain, Küstenland und Dalmatien..........C. reticulatus nr. 660.

3*. Knollen aussen von dünnen, papierartigen, unten quer abgeschnittenen Scheidenresten umgeben.Blüten weisslich. Als Seltenheit im südlichsten Tirol.............C. biflorus nr. 661.

659. Crocus albiflorus Kit. (= C. vernus [L.] Wulfen nee Mill.). Frühlings-Safran.Franz.: Safran printanier, S. des Alpes, S. des fleuristes; engl.: Purple Crocus, Spring Crocus;ital.: Zafferano salvatico, Z. pavonazzo. Taf. 66, Fig. 3, Fig. 402 b, d und e, Fig. 401 und

Fig. 403 a bis c.

Viele Volksnamen des Frühlings-Krokus weisen auf seine auffallend frühe Blütezeit, auf sein Vor-kommen dicht neben dem Schnee und seine Aehnlichkeit mit der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) hin:Winterbluemä (Schweiz: Waldstätten); Schneeblüemel, Schneebleaml (Kärnten, Salzburg etc.), Schnee-blüemli, Schneechrut (Graubünden); Zeitlos', Zeitlos'n (Niederösterreich), Zitlose(n) (Schweiz), Frülig-z i 11 o s e (Graubünden). Wie viele Frühlingspflanzen (vgl. Leucoium, pag. 310) ist auch diese Art nach dem Kuckuck odernach der Geiss benannt: Guggasli, Peter-Guggasli (St. Gallen), Geissbluemä, Geissblüemli (Schweiz).Die Wurzelknolle des Frühlings-Krokus wird mit einem Käslaib verglichen, daher: Kasblüeml (Kärnten),Chäsli, Chäsblüemli, Bocke (n)-Chäsli,Such äsli(Schweiz: Waldstätten). Originell sind die kärntnerischenBezeichnungen Vater undMueter (Gailtal), B uabn und Diandln, die sich wohl auf die bekanntlich unter-einander vorkommenden, weissen und violetten Exemplare der Pflanze bezeichnen. Nach dem lateinischen Namennennt der Schweizer die Art auch Kroküssli, KrokesH, Krökesli, der Niederösterreicher nach derAehnlichkeit mit dem naheverwandten Safran wülda Safran. Aus dem Slavischen dürften wohl die NamenParloisslen (Pustertal), Perlisken, Pelisken, Paterniesl, Paternessl (Kärnten) stammen; ebendortheisst der Frühlings-Krokus auch Blümischken, Blühmeschgen (Mölltal). Ob wohl die aus Nordtirol(Zillertal) angegebenen Namen wie Burzigageln, Burzigangelar, Burzigebelen noch gebräuchlich sind?Im deutschen Graubünden heisst unsere Art Fue t erreif , Reifenhüet; im romanischen Schigomuli(Puschlav),Schiomblas (Münstertal), Papparella, Minchületta, Nitschola, clavs d'prüm avaira, flurd'chavaigl (Engadin), Minicola da premaveira (Bergün), Das Wort Safran (mhd. safrän) stammt ausdem arabischen zaferan (= gelb und ist über das Romanische (frz. safran, ital. zafferano) zu uns gekommen.

Ausdauernd, 8 bis 15 cm hoch (in der Kultur zuweilen noch etwas höher). Knolleniedergedrückt-kugelig, von feinen, netzfaserigen Scheidenresten umgeben. Laubblätterlinealisch, schmal, am Rande kahl, ± eingerollt, 10 bis 20 cm lang, oberwärts ziemlichplötzlich verschmälert, so lang oder kürzer als die Blüte. Blüten einzeln oder zu zweien,am Grunde mit nur einem Hochblatt, weiss bis violettlila oder gestreift. Perigon / bis13 cm lang. Perigonabschnitte länglich-lanzettlich bis länglich-verkehrteiförmig, innen amGrunde behaart, fast flach, 4 bis 5 mal so lang als breit (17 bis 25 mm lang und 3 bis8 mm breit). Staubfäden kahl oder fast kahl. Staubbeutel lebhaft gelb, fast lineal. Narbendie Spitzen der Staubbeutel meist nicht erreichend (Fig. 402 d; vgl. var. Neapolitanus),

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