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2. Monocotyledones 2 (1907)
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3,5 cm lang, am obern, freien Rande 3 bis 4 mm breit und mit Papillen besetzt (Fig. 400 g). Selten frukti-fizierend. IX bis XI. Die Heimat des Safran-Crocus ist wohl in Griechenland oder im Orient zu suchen(Stammpflanze ist vielleicht C. Cartwrightiänus Herb.). - Die von den schwach gefärbten Griffeln gepflücktenund über dem Feuer getrockneten, braunroten Narben von Crocus sativus stellen die besonders früher -als Gewürz, Farbstoff und Arzneimittel (als Stomachicum, Excitans, Sedativum, Expectorans, Antipasmodicumgegen Uteruskrämpfe, Abortivum etc.) sehr hoch geschätzte Droge Safran dar (Pharm. Germ., Austr., Helv.).Die Narben besitzen einen kräftigen, eigenartigen Geruch und einen gewürzigen, etwas scharfen Geschmack.

Gekaut färbt Safran den Speichel orangegelb. Das lockere, zartzelligeGewebe der Narbenschenkel enthält einen gelben, glykosidartigen Farbstoff(Pikrocrocin, Polychroit, Crocetin oder Safranbitter genannt) und sehr kleine,in Salzsäure unlösliche Kristallenen. Die Verwendung des Safrans ist einesehr alte. So wird er nach Zornig (Arzneidrogen I. pag. 97) schon indem Papyrus Ebers erwähnt, desgleichen in der Bibel (in Salomons Hohe-lied als Karköm angeführt), bei Homer, Hippokrates, Theophrast (xgöxognQOuavdrigh Dioskorides, Philo von Tarsus, Plinius, Terentius Varro, Colu-mdla, Galen und anderen angeführt. Heute besitzt der Safran lange nicht mehrseine frühere Bedeutung wie im Mittelalter, wo z. B. in Venedig ein besonderesSafranamtUffizio dello Zafferano" bestand. Auch die Phönizier hatten früherlange Zeit den Handel mit Farbdrogen, wie Crocus, Granatblüten undPurpur monopolisiert.

Ehemals wurde die Crocoskultur nach Tschirch (Handbuch derPharmakognosie) vielfach in Deutschland (Altenburg, Landau, Worms), Frank-reich (Agen, Narbonne), in der Schweiz (Wallis, Basel), Italien (im Vestiner-land), Ungarn (Neutra und Premsin), Niederösterreich, England, Nordamerika(Pennsylvanien) etc. betrieben. Aehnlich wie die Mohnkultur wurde sie aber inDeutschland deshalb verlassen, weil sie zu teure Arbeitskräfte erforderte.Da bei der Safrankultur eine ganz bestimmte Pflanzweite inne gehaltenwerden muss (die Knollen werden in Abständen von 8 bis 10 cm in Reihengesetzt, die 20 cm voneinander entfernt sind), werden für den Anbauziemlich grosse Flächen benötigt.

Je nach der Herkunft wird der Safran als orientalischer (persischer),Österreicher, ungarischer, französischer, englischer, italienischer, spanischeretc. bezeichnet. Heute ist das eigentliche Produktionsland des SafranSpanien, das jährlich hauptsächlich von Valencia (dem Hauptmarkt fürSpanien), La Mancha, Alicante, Albacete, Novelda, Murcia und denInseln Mallorca und Menorca 70 bis 100000 kg Safran liefert. Ausser-dem wird Safran in Südfrankreich heute fast nur noch im BezirkGätinais, wenig auch bei Orleans, Avignon und Vinaisson, in Ungarn, inden Apenninen, in den Abruzzen, in Sizilien', Kleinasien (Zafiran Boli), Persien (Chorassan; die Kultur lässtsich in Persien bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen) etc. gebaut. Als die beste Sorte gilt der niederoster-reichische Safran, der aber gegenwärtig nur noch wenig kultiviert wird (früher in den Gerichtsbezirken Kirch-berg am Wagram, Ravelsbach, Herzogenburg, Krems. Melk). In der Schweiz finden sich von der früherim Wallis weit verbreiteten Safrankultur nur noch kleine Ueberreste in Mund bei Brieg, bei Morel, Natersund Siders (ausserdem im Tessin bei Faido). Wie kaum eine andere Droge wird der Safran schon seitJahrhunderten gefälscht; Verfälschungen werden bereits von Dioskorides und Plinius erwähnt. Im 14. und15. Jahrhundert wurden in Deutschland und in der Schweiz Safranverfälschungen oft mit grausamen Todes-strafen bestraft. So wurde am 17. Jakobstag 1449 - wie aus den Nürnberger Annalen hervorgeht - JobstFriedenkern, der gefälschten Safran für guten verkaufte, samt dem Safran lebendig verbrannt (Tschirch,pag 277). Als Verfälschungen kommen namentlich in Betracht: Beimengungen von gehaltlosen, keine Narbentragenden hellen Griffeln von Crocus sativus, der rotgelben Blüten von Calendula officinalis, Carthamus tinetonusoder der Granatblume (Punica granatum), Zusätze von gedörrten Fleischfasern (Schinken), Schalen von Alhumcepa, Paprika, Curcuma, ferner von künstlichen Farbstoffen (Anilinfarben), Oelen, Stärke etc. Als Ersatz fürSafran werden die Blüten von Tritöni a aürea Pappe (= Crocösma aürea Planch.), einer Iridee aus Südafrika,sowie die Scrophnlariacee Lyperia atropurpürea Benth. (liefertCap Safran") angegeben.

Das schmale, grasartige Blatt mit den nach unten eingerollten Rändern (Fig. 400 b) zeigt einen aus-gesprochen xerophilen Bau. Während die südeuropäischen und orientalischen Crocus-Arten auf einem physikalischtrockenen Substrate (besonders steinige, sonnige Bergabhänge) leben, ist es bei dem alpinen C. albiflorus

Fig. 400. Crocus sativus L.a Habitus. * Blattquerschnitt (schema-tisiert), c Längsschnitt durch den obernTeil der Blüte, d Staubbeutel. « Quer-schnitt durch den Fruchtknoten. /Nar-benstrahl, ff Narbenpapillen (starkvergrössert).