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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Tafel 66.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Iris Germanica. Habitus. 2. Gladiolus palaster. Habitus.

Fig. 2 a. Narbe. 3. Crocus albifloras. Habitus.

CLXXIV. CrÖCUS 1 ) L. Safran.

Ausdauernde Knollenpflanzen (Fig. 399). Knollen zuweilen von netzfaserigen Scheiden-resten (Fig. 400 a) umgeben. Blüten grundständig, meist einzeln, zart, sehr gross, mit dem Frucht-knoten und dem untern Teil des Perigons im Boden steckend, von 1 bis 2 häutigen Hoch-blättern umhüllt. Laubblätter schmal, linealisch, mit verdicktem, weissem Mittelstreifenund mit zurückgebogenen Rändern (Fig. 400b). Perigon trichterförmig, aus langer Röhrein einen aufrechten, sechsblätterigen Saum erweitert (Fig. 400 c). Aeussere Perigonabschnitteetwas grösser als die innern. Staubblätter 3, dem Schlünde eingefügt (Fig. 400 c), kürzerals die Perigonabschnitte. Staubbeutel pfeilförmig (Fig. 400 d). Fruchtknoten unterständig,dreifächerig (Fig. 400 e, Fig. 402 b). Griffel sehr lang, fädlich. Narben 3, sehr verschiedengestaltet (Fig. 400 f, g), gezähnelt bis fein zerteilt, fast immer gelb oder orange. Fruchtkapselig, dreifächerig, vielsamig. Samen fast kugelig.

Die Gattung mit ca. 80 Arten ist vor allem im Mittelmeergebiet reichlich entwickelt. Ausser nr. 659gehen nur sehr wenige Arten aus dem eigentlichen Mittelmeergebiet heraus. C. reticulatus findet sich hie undda auf Karstwiesen in Innerkrain, während C. biflorus kürzlich (1904) im südlichsten Tirol entdeckt wurde(vgl. pag. 302). Biologisch sind die einen Arten als Herbstblüher, die andern als Frühjahrsblüher zu bezeichnen.Verschiedene Arten sind wegen ihrer leuchtenden Blütenfarben und als erste Vorboten des Frühlings beliebteZierpflanzen geworden, so z. B. der goldgelbe Crocus aureus Sibth. et Sm. aus dem südlichen Ungarn,Balkan und Kleinasien (wird schon seit dem 16. Jahrhundert in Gärten gezogen; selten [bei Montreux am Genferseeund bei Neustadt an der Haardt] auch verwildert), sowie zahlreiche Formen von nr. 659. Weniger häufig sindC. Imperäti Ten. aus Unteritalien (mehrfarbig), C. Sieb eri Gay aus Griechenland (violett bis weiss, innenam Grunde gelb), C. Susiänus Ker-Gawler aus dem südwestl. Russland (gelb), C. chrysänthus Herb,aus dem Balkan und Kleinasien (orangegelb). Von kultivierten Herbstblühern mögen genannt sein: C. Salz-männi Gay aus Marokko und dem südlichen Spanien (hellviolett), C. le vigätus Bory et Chaub. aus Griechen-land und Kreta (purpurviolett), C. speciösus Bieb. aus Südrussland und Vorderasien (violett). Als Seltenheitwerden gelegentlich adventiv angetroffen: C. Banäticus Gay neeHeuffel (bei Mannheim), C. mi'nimus Lara, et DC. (Neustadta. d. H.) und C. nudiflörus Sm. (bei Speyer). Als Gewürz-und Färbemittel, seltener auch als Arzneimittel, kommt demechten Safran Crocus sativus L., = C. officinälis Martyn(franz.: Safran medicinal, S. Gätinais, S. d'automne; ital.:Zafferano, Z. domestico, Giallone, Grogo, Gruogo: tschech.;Sefran) grössere Bedeutung zu (Fig. 400). Ausdauernd, 8 bis30 cm hoch. Knolle ziemlich gross, niedergedrückt-kugelig, vonnetzfaserigen Scheidenresten umgeben. Laubblätter aufrecht oderabstehend, schmal (bis über 3 mm breit), am Rande und amKiel rau h bewimpert (Fig. 400 b). Blüten am Grunde mit 2 Hoch-lattern, duftend. Perigon hellviolett, dunkler oder heller ge-a ert gewöhnlich von den Blättern überragt (Fig. 400 a). Peri-e lan g'ich, beiderseits verschmälert, stumpf, innen amrt 'g- Staubbeutel gelb. Staubfäden weiss. Griffel

fadenförmig, ca. 10

cm lang. .Narben lebhaft orangerot, tief drei-

spaltig (Fig. 400 c), allmählich keulenförmig verdickt, ganzrandigoder schwach gekerbt (Fig. 400 f), urige fahr so lang als der Peri-gonsaum, kah l, glänzend fettig. Narbenschenkel ca. 2,5 bis

») Gr. xgöxog (krökos) = Safran (vgl. auch pag. 299).Hegi, Flora.

Fig. 399. Knollen von Crocus alb if 1 orus Kit.,rechts von aussen, links längs durchschnitten.

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