Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
295
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

295

der äussern, 4,5 bis 5,5 cm langen Perigonblätter rundlich, bartlos und wie die innern Perigon-blätter azurviolett (zuweilen tiefviolett-scheckig), breiter als der weissliche, purpurn geäderteund mit gelbem Mittelstreifen versehene Nagel. Innere Perigonabschnitte kurz, verkehrt-lanzettlich, ± aufrecht, etwas länger als die ähnlich gefärbten Griffeläste. Die letzternmit kurzer Oberlippe. Staubbeutel so lang als der Staubfaden (Fig. 397c). Frucht langgeschnäbelt, stumpf sechskantig (Fig. 397 e, f). V, VI.

Selten in Sumpfwiesen der Ebene, an feuchten Plätzen, aufKalkhügeln.

In Deutschland einzig im nördlichsten Teile der obern Rheinebene beiMainz (zwischen Bauschheim und Astheim, zwischen Leeheim und dem Rhein, beiTrebur und Geinsheim). In Oesterreich zerstreut in Niederösterreich (stellenweisezwischen der Leitha und Schwechat, bei Zwerndorf, Bockfliess und Hohenau, sowieim Marchfeld) und in Mähren (Lundenburg und Altenmarkt). Fehlt in der Schweizgänzlich. Ausserdem in Gärten kultiviert.

Allgemeine Verbreitung: Spanien, Frankreich, Dänemark,zerstreut in Mitteleuropa, Südrussland, Kaukasus, Nordafrika.

Tritt nach Beck in 2 Formen auf: f. typica Beck. Stengel 1- bis wenig-blütig. Blätter 5 bis 10 mm breit. Innere Perigonblätter azurviolett. f. sub-barbäta Joo. Stengel höher, kräftiger und meist 4-blütig. Blätter 12 bis 15 mmbreit. Innere Perigonblätter azurviolett mit tief violetten Strichen und Flecken.

657. Iris gramfnea L. (= Xiphium grami-neum Schrank). Grasblätterige Schwert-lilie. Ital.: Iride susina. Fig. 398.

Ausdauernd, (10) 15 bis 30 cm hoch. Grund-achse gewöhnlich ziemlich kurz und dünn.Stengel schlank, derb, zweischneidigzusammen-gedrückt, bis oben beblättert. Laubblätterlineal, grasartig, 5 bis 7 dm lang, in derRegel viel länger als der 1- bis 2-blütigeStengel, ganz allmählich zugespitzt. Hoch-blätter linealisch-lanzettlich (seltener lanzettlich),krautig oder + hautrandig (das unterste ge-legentlich in ein Laubblatt verlängert). Peri-gonröhre undeutlich bis kurz. Blüten wohl-riechend (nach Pflaumen duftend). Perigon-abschnitte helllila, mit zahlreichen dunkleren Adern, alle fast gleich-lang, die äussern rundlich, weissgefleckt, bartlos, mit gelbem Längs-streifen, bisquitförmig eingeschnürt Fig. 398b, viel kürzer als der sehrlange und breite Nagel; die innern verkehrt-eiförmig, so lang als dieGriffeläste. Oberlippe der letztern mit kleinen, dreieckigen, etwasgekerbt-gesägten Abschnitten. Früchte klein, geflügelt-sechskantig(Fig. 398 e), plötzlich in den Schnabel verschmälert. V, VI.

Selten und zerstreut auf buschigen Hügeln, Weiden, grasigenAbhängen; fast ausschliesslich im Süden.

In Deutschland selten in Württemberg (angeblich [?] wild am Prassbergim Oberamt Wangen). Ausserdem vielfach verwildert beobachtet (in Bayern bei Sont-hofen, Hohenschwangau, im Dachauermoor, am Lichtenstein in Franken, zwischenVeilhof und Sankt Jobst bei Nürnberg); früher (bis 1799) auch in den Hochvogesen (amBeichensee) und bei Ulm konstatiert. In Oesterreich zerstreut in Schlesien

Fig. 397. Iris spuria L.a Habitus ( 1 /4natürl. Grösse).b Aeusseres Perigonblatt.c Staubblatt. d Frucht-knoten mit Perigonröhre.e Fruchtkapsel. / Quer-schnitt durch den Frucht-knoten.

Fig. 398. Iris graminea I..a Habitus (tjs natürliche Grösse).b Aeusseres Perigonblatt.c Staubblatt, d Fruchtknoten mitPerigonröhre. e Querschnittdurch den Fruchtknoten.