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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Allgemeine Verbreitung: Europa (fehlt in der Arktis), Kaukasus, Vorder-asien, Nordafrika.

Die grossen, gelben, geruchlosen, kurzlebigen Blüten besitzen auf den äussern Perigonabschnittenein Saftmal, d. h. sie tragen in der Mitte einen grossen, dunkelbraunen Flecken, welcher von einer braunen Zickzack-linie begrenzt wird. Dieser führt in das Innere der BlütenfiHH^^HK! nach dem Nektar, welch' letzterer vom Grunde des Perigonsabgesondert und in dem Hohlräume zwischen Perigonröhreund Griffel beherbergt wird. Der Zugang zum Nektarführt nur zwischen den 3 grossen, als Anflugsstelledienenden, äussern Perigonblättern und den darüberliegenden 3 Griffelschenkeln hindurch. Jeder dieser3 Zugänge wird aber durch die mit den Perigonblätternverwachsenen Staubfäden in 2 Röhren geteilt. Zur Er-reichung des Nektars ist ein 7 mm langer Insektenrüsselnotwendig; dieser muss aber doppelt so lang sein, um denHonig vollständig aussaugen zu können. Beim Ein-dringen in die Blüte berühren die Insekten die" inGestalt eines kleinen Läppchens auf der Unterseiteeines jeden Griffelschenkels auftretende Narbenfläche(Fig. 395n) und biegen dieselbe nach hinten um. BeimWeiterkriechen streifen sie die nach unten in 2 Längs-streifen aufgesprungene Anthere und beladen ihren Rückenmit Pollen. Nachdem sie den Nektar aufgesucht haben,kriechen sie wiederum und zwar rückwärts heraus,wobei sie die Narbenfläche an die Griffelschenkel drücken.Es erfolgt also fast regelmässig Fremdbestäubung. DieBlüten treten in 2 verschiedenen Formen auf, von denendie eine (f. bombophila Knuth), bei der die Griffel-schenkel 6 bis 10 mm über dem zugehörigen Perigon-blatt stehen, der Bestäubung durch Hummeln angepasst ist,während die andere (f. syrphophila Knuth), bei welcherdie Griffelschenkel dicht über den äusseren Perigon-blättern liegen, für Schwebfliegen eingerichtet ist (nachKirchner und Knuth). Die plattgedrückten Samen(Fig. 395 c, d) werden durch das Wasser (zwischen Samenkern und Schale sind luftführende Hohlräume vorhanden)und den Wind verbreitet. J. Pseudacorus erscheint an Seen, Flüssen und Gräben gern in Gesellschaft von Equisetumheleocharis und E. palustre (Bd. I, pag. 59, 58). Scirpus lacustris (Bd. II, pag. 28), Typha, Sparganium ramosum,Phragmites, Phalaris arundinacea (Bd. I, pag. 196), Glyceria spectabilis (in Norddeutschland), Juncus obtusi-florus, Veronica anagallis, Menyanthes trifoliata, Myriophyllum, Nymphaea alba, Nuphar luteum, Utriculariavulgaris, Berula angustifolia, Lythrum salicaria. Lysimachia vulgaris und L. thyrsiflora, Cicuta virosa, Peucedanumpalustre, Scirpus silvaticus (Bd. II, pag. 32), Epilobium hirsutum, Alisma plantago, Myosotis palustris, Polygonumamphibium, Bidens cernuus etc. Anderseits tritt die Art auch im Phragmitetum auf und zwar dann meist inGesellschaft von Geranium palustre, Angelica silvestris, Vicia sepium, Ulmaria pentapetala, Lysimachia vulgaris,Humulus Iupulus, Veronica scutellata (seltener), Solanum dulcamara, Lotus uliginosus usw. Der Wurzel-stock früher als Radix Acori palustris offizinell ist reich an Gerbstoff und kann deshalb zum Gerbenoder in Verbindung mit Eisensalzen zum Schwarzfärben verwendet werden.

656. Iris spüria 1 ) L. (= J. spathulata Lam., = Xiphion spurium Pari., = Xyridionspurium Klatt). Bastard-Schwertlilie. Fig. 397.

Ausdauernd, 30 bis 60 cm hoch. Stengel aufrecht, wenig verzweigt, fast stielrund.Blätter aufrecht abstehend, ziemlich starr, schmal schwertförmig, 5 bis 12 (15) mm breit.Blütenstand 1- bis 4-blütig. Hochblätter kurz zugespitzt, ziemlich stark hautrandig. Perigon-röhre viel kürzer als der Fruchtknoten, oberwärts plötzlich erweitert (Fig. 397 d). Platte

Fig. 396. Kolonie von Iris Pseudacorus L.Phot. J. Ostermaier, Dresden-Blasewitz.

') lat. spürius = unecht, Bastard; vielleicht wegen der etwas zweifelhaften Stellung dieser Art.