Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
296
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

296

(Wendrin, Zeislowitz, Oldrzychowitz, Brenna, am Tul), in Böhmen (Iserwiesen bei Jung-Bunz!au, Eger), in Mähren(Klentnitz bei Nikolsburg, Diwak beiAuspitz, Prittlach, Ungar.-Brod, Strassnitz), in Niederösterreich (vornehmlichim Gebiete der pannonischen Flora), in Oberösterreich, in Südtirol (Val Vestino am Monte Camiol, Val Bondone,Moerna), in Kärnten (mehrfach zwischen Villach und Hermagor, Mittewald vor Bleiberg [800 m] und bei Oberdrau-burg), Krain (im obern Savetal westlich bis zum Gr. Gallenberg) und in Steiermark. Fehlt in Salzburg vollständig.In der Schweiz einzig im südlichen Tessin (Monte S. Giorgio, Ligornetto). Im Karstgebiet gehört diese Art, ähnlichwie Asparagus tenuifolius (Bd. II, pag. 263), Allium ochroleucum (Bd. II, pag. 222), Lathyrus variegatus etc., zuden schattenliebenden Karstpflanzen. Am Kadutschenweg nordöstlich von Bleiberg in Kärnten erscheint J. gramineaauf Wiesen (Kalk, 900 bis 950 m) in südlicher Exposition in Gesellschaft von Bromus erectus (Bd. I, pag. 357),Lilium bulbiferum (Bd. II, pag. 237), Thesium montanum, Polygonum viviparum, Genista sagittalis, Ononishircina, Onobrychis viciaefolia, Linum viscosum, Euphorbia dulcis, Astrantia Carinthiaca, Vincetoxicum,Brunella grandiflora, Melittis melissopbyllum, Salvia pratensis, Calamintha alpina, Alectorolophus lanceolatus,Galium Austriacum, Knautia arvensis, Crepis incarnata, Buphthalmum salicifolium etc. (nach Schar fetter,briefl.). J. graminea wird von der Honigbiene (Apis mellifica L.) besucht und bestäubt.

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Spanien bis zum Balkan und Süd-russland; nördlich bis Oesterreich.-Schlesien). In Mitteleuropa zuweilen verwildert.

658. Iris Sibfrica 1 ) L. (= J. pratensis Lam., = J. angustifölia Gilib., = Xiphium SibiricumSchrank, = Xyridion Sibiricum Klatt). Blaue Schwertlilie. Taf. 65, Fig. 1 und Fig. 395b.

Ausdauernd, 45 bis 90 (120) cm hoch, dichte Rasen bildend. Grundachse massigdick, kurz kriechend. Stengel zierlich, stielrund, hohl, am Grunde von den faserigenScheidenresten des Vorjahres umgeben. Laubblätter schmallineal-schwertförmig, grasartig,2 bis 6 mm breit, die grundständigen kürzer als der Stengel. Blütenstand wenig- (1- bis3-) blutig. Hochblätter lanzettlich, braun, oberwärts trockenhäutig. Blüten blauviolett,sehr selten weiss, etwas wohlriechend. Aeussere Perigonabschnitte verkehrt-eiförmig, bart-los, 46 bis 51 mm lang, in den Nagel plötzlich verschmälert, blauviolett, nach innen zuweisslich mit blauen Adern (Saftmal). Nagel braungelb und rotpurpurn geädert. InnerePerigonabschnitte elliptisch-verkehrteiförmig, ± aufrecht, etwas dunkler als die äussern,länger und breiter als die Griffeläste. Oberlippe der Griffeläste mit stumpfen Abschnitten.Fruchtkapsel stark gebaut, 3 bis 4 cm lang, queraderig (Taf. 65, Fig. 1 a), aufrecht, ellip-soidisch, mit kurzem Spitzchen, auf hohen, elastischen Stielen. Samen + abgeplattet, relativklein, ca. 5 mm breit (Taf. 65, Fig. lb und Fig. 395 b). V, VI.

Stellenweise gesellig auf Sumpfwiesen; fast nur in der Ebene, in niedern, wärmerenLagen (in Tirol vereinzelt bis 1300 m hinaufsteigend).

Fehlt stellenweise gänzlich (im nordwestlichen Deutschland) oder tritt nur sehr sporadisch auf (sain Kärnten einzig bei St. Georgen am Sandhof).

Allgemeine Verbreitung: Europa (nördlich bis Dänemark und Südskandinavien),gemässigtes Asien (östlich bis Japan).

Die Bestäubungseinrichtungen dürften im allgemeinen dieselben sein wie bei J. pseudacorus (vgl.pag. 294). Die Blüten sind proterandrisch. Diese prächtige Schwertlilie ist auf dem festen Lande ein häufigerBegleiter des Röhrichts (Phragmitetum) und bildet zuweilen ausgedehnte, fast reine Bestände. Ausserdem trittsie nicht selten im Molinietum, am Rande von Moorwäldern, sowie im Flachmoor (Magno- und Parvocaricetum)auf; im Parvocaricetum gern in Begleitung von Dianthus superbus, Schoenus ferrugineus und nigricans, Inulasalicina, Laserpitium Prutenicum, Silaus pratensis, Succisa pratensis, Cirsium palustre, Centaurea jacea, Primulafarinosa, Sanguisorba officinalis etc. Die Pflanze entwickelt sich sehr frühzeitig, so dass die Blätter zur Zeit des.Streueschnittes verschwunden und die dicken Stengel dürr und spröde geworden sind. In Gärten wird dieArt in mehreren Formen (mit stark gekräuselten Perigonabschnitten etc.) kultiviert.

') Diese Iris-Art kommt auch in Sibirien