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2. Monocotyledones 2 (1907)
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655. Iris Pseudäcorus 1 ) L. (= J. longifölia Lam. et DC, = J. palustris Moench,= Xiphium pseudäcorus Schrank). Gelbe Schwertlilie. Franz.: Flambe d'eau,Gla'ieul des marnis, Iris des Marais, Iris jaune; ital.: Giglio giallo, Coltellazzo, Acoro,Iride gialla, Erba spada; engl.: Yellow Flag. Taf. 65, Fig. 2, Fig. 395 a, c bis g und Fig. 396.

Den schwertförmigen, säbelartigen Blättern verdanken die Iris-Arten Benennungen wie: Swörtel(Göttingen), Schwartele (Nahegebiet), Schwertblume (Anhalt), Schwertlich (Riesengebirge), Schwert-ilge (Thurgau); Säbele (Nahegebiet), Sablblaume (Erzgebirg), Zabelroashe [= Säblblume] (Krain:Gottschee), Säbel (St. Gallen); Scheerenslieper [= Scheerenschleifer] (Ostfriesland), Honafed(er),Honasichel [= Hahnensichel] (Böhmerwald). Die Blüten der Schwertlilien werden mit Fledermäusen (vgl.pag. 291) verglichen : Fledermuise [für J. Pseudäcorus] (Braunschweig), Fl ederm äu s (Böhmerwald, Nieder-österreich, Tirol), Fledermüs (Thurgau). Da Iris Pseudäcorus im Wasser, dem Aufenthaltsort der Störche(niederdeutschAdebar, Heilebart", vgl. Butomus umbellatus, Bd. 1 pag. 157), wächst und wohl auch wegeneiner gewissen Aehnlichkeit der Früchte mit einem Storchschnabel, heisst sie im nördlichen Deutschland:Storkenkraut (nördl. Braunschweig); Storkesbloume (Emsland). Störkeblöme (Ostfriesland); Ade-barsblome (Mecklenburg); Aebärsblome (Oldenburg); Heilebartsblaume (Fallersleben): Heilebarts-klapp er (nördl. Braunschvveig), Adebärssnapp [wohl zuSchnabel"] (Schleswig); die Früchte: Störkenbrod,Aebärsbrod (Oldenburg), Adebarsbrot (Mecklenburg). Nicht selten werden die Schwertlilien im Volkeeinfach alsLilien" bezeichnet (vgl. pag. 234) oder durch einen Zusatz, der meist auf ihren Standort (Wasser!)oder auf die Blütenfarbe geht, von diesen unterschieden: Lilie (Riesengebirge, Chiemsee etc.), Uellnblume(Böhmerwald), Ilge, Ille (Thurgau); für J. Pseudäcorus Waterlilige (Westfalen), Was ser jüling ,Wasserüling (Niederösterreich), Wasserilge (Schwaben, Schweiz); Rietilgä (Schweiz), Schilf lilie,wilde Lilie (Ostpreussen); gelbe llgen (Schwaben), gäli llga (Schweiz). Oft trägt der Wasserschwertelauch dieselben Benennungen wie grosse im Habitus ähnliche Sumpfgräser (Schilf, Segge): Breet Skelp[= breites Schilf] (untere Weser), Gelen Schelp [gelbes Schilf] (Mecklenburg); Leesch, Lais (nordwestl.Deutschland) [vgl. Glyceria aquatica, Bd. I, pag. 321 undAcorus Calamus, Bd. II, pag. 135), Sigge (Ostfriesland),Stinksierg (Hannover: Aurich) [im Gegensatz zuRuuk-sierg" = Acorus Calamus]. Im Dialekt des Tessin heisstdiese Art Spad.

Ausdauernd, 50 bis 100 cm hoch. Grund-achse sehr dick, gewöhnlich stark verzweigt.Stengel aufrecht, zusammengedrückt-stielrund.Laubblätter grasgrün, linealisch-schwertförmig,1 bis 3 cm breit, die grundständigen fast so langals der mehrblütige Stengel. Hochblätter krautig.Blüten langgestielt, geruchlos. Perigon hellgelb.Aeussere Perigonabschnitte bartlos, eiförmig, ab-stehend, plötzlich in den Nagel verschmälert, in derMitte dunkelgelb mit purpurbraunem Adernetz;innere Perigonabschnitte linealisch, aufrecht,kürzer und schmäler als die Narben. Oberlippeder Griffeläste mit spitzen Abschnitten (Fig. 395g).Fruchtkapsel walzenförmig, stumpf-dreikantig,mit kurzem Spitzchen (Fig. 395 a), hängend, 4 bis

5 cm lang. Samen zahlreich, plattgedrückt, glatt,

6 bis 8 mm breit (Fig. 395 c, d). V, VI.

Verbreitet und ziemlich häufig an Gräben,Ufern, Waldrändern, in Sümpfen; fast nur in derEbene, seltener und sehr vereinzelt höher steigend(i n Südt irol am See von Pi ne , ca. 1000 m).

>) Gr. V tvöo; [pseüdos] = f a i sch und äxogogBlätter dieser Art mit denen von Acorus calamus (vergl. Bd. II, pag. 134).

Fig. 395. a Fruchtstand von Iris Pseudäcorus L.c, d Samen, e Querschnitt durch den unteren Teil einesLaubblattes (mit grossen Lufträumen), f. Querschnitt durchden oberen Teil desselben Blattes, g Längsschnitt durcheinen Narbenlappen : o Oberlippe, a Unterlippe mit Narben-papillen (;/). IrisSibiricaL. b Längsschnitt durch denSamen mit Embryo.

äkoros] = Kalmus, wegen der Aehnlichkeit der