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2. Monocotyledones 2 (1907)
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292
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J. Germanica gehört zu den offizinellen Pflanzen (vgl. pag. 285) und zählt zugleich seit alters her(wurde in England bereits vor 1597 kultiviert) zu den anspruchlosesten und beliebtesten Freilandpflanzen unsererGärten. Von hier, wo sie in zahlreichen, farbenprächtigen Sorten (dunkelviolett, bläulichweiss, hellgelb etc.)sowohl als Einfassungspflanze von Gruppen als auch zur Ausschmückung und Befestigung von Abhängen,Felsen, Böschungen usw. ausgedehnte Verwendung findet, gelangt sie sehr oft ins Freie und hat sich an zahl-reichen Stellen vollständig (an einzelnen Stellen als Ueberrest aus den mittelalterlichen Burggärten) einge-bürgert, so namentlich auf den Vorhügeln der Hochvogesen (besonders früher in Unmenge am Letzeberg), amBodensee (bei Meersburg, Ueberlingen), in der Rheingegend (Isteiner Klotz, bei Freiburg, Baden, Durlach.Heidelberg, Dürkheim, etc.), im Nahetal, auf der Schwäbischen Alb (Grötzingen, Teck, Eybach, Rosenstein.Ulm), in Franken (bei Streitberg, Eichstätt, Windsheim, Michelau, Schweinfurt, Würzburg, Prappach, Zeil undKrum im Bez. Hassfurt), im Vorarlberg (Ardezzenberg), mehrfach im südlichen Tirol (bei Bozen in einer klein-blütigen, dunkelfarbigen Form nach Pf äff zweifellos [?] wild wachsend), in Kärnten (Lavanttal, bei Friesach, Tiffen),in Mähren (bei Znaim, Austerlitz, Ungar.-Hradisch), mehrfach in der Südschweiz, bei Solothurn etc. Alsbesondere Form gehört hieher auch: J. Benacensis Kerner. Blütenstand gewöhnlich 3-blütig (die untersteBlüte gewöhnlich entfernt). Aeussere Perigonabschnitte länglich-verkehrteifö'rmig, lebhaft violett mit dunklenAdern, am Grunde weiss mit kupferig-violetten Adern (Bart unterwärts gelb, oberwärts weisslich), die innernbreit-länglich, schön violett. Staubfäden weiss, länger als die weisslichen Staubbeutel. Selten in Südtirol(an Kalkfelsen oberhalb Arco [hier von Kerner entdeckt] und angeblich bei Trient verwildert).

654. Iris pällida auct. tirol. nee Lam. (= J. odoratissima Jacq., = J. pällido-caertileaPers., = J. glaüca Salisb.). Blass violette Schwertlilie. Ital.: Giaggiolo odoroso.

Fig. 394.

Ausdauernd, (25) 30 bis 90 (120) cm hoch. Grundachse dick,kriechend. Stengel kräftig, nur oben verzweigt, die Blätterweit überragend. Laubblätter schwertförmig, bis 4 cm breit,bedeutend kürzer als der Stengel, überwinternd. Blüten duftend,kurz gestielt. Perigonabschnitte hellviolett, gleichlang, sehr breit,die äussern am Grunde mit etwas lebhafter gefärbten Adernund mit gelbem Barte, sonst wie die innern gleichmässig gefärbt;die innern meist ein wenig kraus und gewöhnlich etwas heller.Hochblätter vom Grunde an trockenhäutig. Abschnitte der Ober-lippe der Griffeläste stumpf, an der Aussenseite gezähnt. Samensehr gross, kantig, rotbraun. V, VI.

Selten an felsigen Abhängen, Mauern, auf Steingerölle;wild nur südlich der Alpen (in Südtirol bis 1800 m).

Fehlt in Deutschland und in der Schweiz vollständig. InOesterreich zerstreut im südlichen Tirol (bei Brixen unter dem SchlosseKrakoft [liier von ehemaliger Kultur her vielleicht verwildert; nach Dalla Torreund Sarntheim], Deutschmetz. Terlago, am Rovajol oberhalb Vela und beiSardagna bei Trient. am Corno di Vasone und am Monte Celva, östlich vonOltrecastello, bei Rovereto, Vallunga, im Val Ariana), Krain (Bricciuskapelleam Nanos) und im Küstenland. Wird in zahlreichen Farbenvarietäten inGärten kultiviert und daraus gelegentlich auch verwildert angetroffen. WieJ. Germanica liefert diese Art die Droge Rhizoma Iridis (vgl. pag. 285).

Allgemeine Verbreitung: Italien, Südtirol, Krain,Balkan, Syrien, Palästina, Kreta.

Hieher gehört auch Iris Cengiälti Ambrosi (= J. pällida subsp.Cengiälti Aschers, et Graebner, = J. Itälica Ambr.). Niedriger, oft nur25 cm hoch. Stengel meist 2-blütig. Blätter hellgrün, im Herbst absterbend.Blüten gewöhnlich himmelblau, fast gleichhoch stehend. Samen klein, ovalgrau. Selten in Südtirol (Doss Brione bei Riva, am Cengialto bei Rovereto,400 bis 800 m [Slavini di San Marco, bei Piove und Lizzana]; weiteres hierüberbei Dalla Torre und Sarntheim, pag. 497) und im angrenzenden Venetien

Fig;. 394. Iris pällida auct. tirol.nee. Lam, a Habitus ('/4 natürl.Grösse). !> Narbenlappen und Staub-blatt, c Querschnitt durch denFruchtknoten.