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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Tafel 65.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Iris Sibirien.. Habitus. 1 a. Fruchtkapseln. 1 b. Samen.

Fig. lc. Schnitt durch den Samen mit Keimling. 2. Iris Pseudacorus. Blütenstengel. 3. Iris sambucina. Blütenstengel.

Allgemeine Verbreitung: Nördliche Balkanhalbinsel (angeblich auch inUngarn [bei Käloz im Ct. Stuhlweissenburg] und Slavonien), Kaukasus, nördliches Persien.

653. Iris Germanica L. (== I. vulgaris Pohl, = I. violacea Savi, = I. deflexaKnowlt. et Weste).Deutsche Schwertlilie. Franz.: Flambe, Iris d'Allemagne, südfranz.: Coutelassa;Hai.: Giaggiolo, Giglio pavonazzo, Erba späa, Giglio di S. Catterina, Fior di S. Marco.

Taf. 66, Fig. 1 und Fig. 393.

Nach der blauenFarbe der Blüte wird dieseArt nicht selten alsblaueLilie" bezeichnet, z. B.blauer Lüling, blaueUeling (Xiederösterreich);Bloyel (Elsass): Blauillge (Schweiz); oft wirdsie auch ohne weiteresLilie" genannt: Jüln,.lüling etc. (Niederöster-reich), llge (Solothurn)[vgl. Bd. II, pag. 234J.Wie alle Iris-Arten heisstauch J. Germanica wegenderflatternden" Blüten (inder Pfalz bedeutet übrigensFledermaus" auch Schmet-terling): Fledermüs(St. Gallen, Thurgau) [vgl.Pag. 293]. Im Dialekt desTessin wird diese Art G i 1 iselvadegh genannt.

Fig. 393. Iris G er man ica L., kultiviert. Phot. Inspektor B. Othmer, München.

Ausdauernd, 30 bis 100 cm hoch. Grundachse dick, kurz kriechend. Stengelkräftig, ungefähr von der Mitte an verzweigt, die Blätter überragend (Fig. 393). Laub-blätter breit-schwertförmig, gewöhnlich sichelförmig gebogen, graugrün, zugespitzt oder ineine kurze Spitze verschmälert. Hochblätter von der Mitte an trockenhäutig. Blüten fastsitzend, wohlriechend. Perigonröhre etwas länger als der Fruchtknoten. Perigonabschnittevioett bis blau, die äussern dunkler, breit-verkehrteiförmig, mit gelbem Barte, am Grundegelbhchweiss und von breiten, dunklen Adern durchzogen, die innern heller, 8 bis 10 cmlang, rundheh-verkehrteiförmig und plötzlich in den Nagel verschmälert. Staubbeutel inder Regel so lang als die Staubfäden. Griffeläste an der Spitze am breitesten, auseinander-gehend. Frucht gross. V, VI.

Stellenweise an sonnigen Hügeln, in Weinbergen, auf Mauern, an felsigen Abhängen,auf Strohdächern (in Südtirol bis 1178 m); aber überall nur aus der Kultur verwildert (wirklichwild wohl allein im eigentlichen Mittelmeergebiet).