Druckschrift 
2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
Seite
288
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

288

stand meist nur 1- bis 2- (in der Kultur bis 4-) blutig (die unterste Blüte wie bei nr. 647zuweilen fehlschlagend). Hochblätter breit-lanzettlich, krautartig, oberwärts bald absterbend.Blüten sehr kurz gestielt. Perigonröhre ziemlich dünn (kaum bis 2 cm lang), bis doppelt so langals der Fruchtknoten. Aeussere Perigonblätter länglich-spatelförmig, hellgelb, meist bräun-lich oder grünlich geädert bezw. bräunlich überlaufen; die innern etwas breiter. Abschnitteder Oberlippe der Griffeläste halb-eiförmig, spitz, gezähnt. VI.

Im Gebiete nirgends wild, aber nicht selten in Gärten gezogen und daraus ver-wildert (z. B. am Eimuth bei Braubach a. Rh. in Nassau, bei Tilsit in Ostpreussen).

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, Balkan, nördliches Kleinasien, Kreta.

Hieher gehört auch (wohl als Unterart): J. virescens Delarb. (= J. lutescens Koch). Stengel25 bis 30 cm hoch, häufig nur 1-blutig. Blätter ziemlich breit, fast gerade, kürzer als der Stengel. Hoch-blätter gross, stark aufgeblasen, ganz oder stark krautig. Blüten gross, deutlich gestielt (der Stiel fast so langals der Fruchtknoten). Perigonröhre bis über 3 cm lang, ungefähr doppelt so lang als der Fruchtknoten, vonden Hochblättern ganz eingeschlossen. Perigonzipfel weiss, gelblich, zuweilen purpuraderig. Bart gelb. Ab-schnitte der Oberlippe der Griffeläste gross. IV, V. In der Schweiz (ursprünglich aber kaum wild!) anFelsen und auf alten Mauern in den Kantonen Waadt (bei Bex) und Wallis (zahlreich auf Tourbillon beiSion; ausserdem angeblich bei Martigny, Majorie und Niedergestelen). Verbreitung der Unterart: NördlicheBalkanhalbinsel (Mazedonien, Rumänien, Serbien, Bulgarien).

649.

Nackt-

Grundachse ziem-derb, zusammen-über dem Grunde

Iris aphylla L. (= J. nudicaülis Lam., J. Bohemica F. W. Schmidt),stengelige Schwertlilie. Fig. 390.

Ausdauernd, 5 bis 50 cm hoch,lieh kurz kriechend. Stengel kräftig,gedrückt, 3- bis 5- (selten 1-) blutig,

wenig verzweigt. Blätter ziemlich breit, stumpf oderstumpflich, meist gekrümmt, ungefähr so lang oder (zuletzt)meist länger als der Blütenstengel. Blüten auch vor derBlüte aufrecht. Hochblätter aufgeblasen, dünn, krautig,zuweilen purpurn überlaufen. Blüten fast sitzend. Perigon-röhre gewöhnlich doppelt so lang (oder mindestens so lang)als der Fruchtknoten. Perigonabschnitte lebhaft violett,alle ungefähr gleichlang, breit, die äussern verkehrt-eiförmig,mit weisslichem bis hellviolettem Barte, die innern ziemlichplötzlich in den Nagel verschmälert, am Grunde zuweilen+ rötlich geädert. Abschnitte der Griffeläste ziemlich schlank,spitz (Fig. 390 c), an der Innenseite ganzrandig oder schwachgezähnelt. Fruchtknoten deutlichö-kantig (nichttief3-furchig).Kapsel ziemlich kurz (Fig. 388d). IV, V (oft nur spärlichblühend). Selten im Herbst zum zweitenmal blühend.

Selten an sonnigen Abhängen, in Laubwäldern, aufWaldwiesen; nur im östlichen Gebiet.

In Deutschland zerstreut in Schlesien, im nordöstlichenThüringen (bei Naumburg [in Weinbergen an der Henne] und bei Ross-bach, bei Freiburg an der Unstrut, an der Steinklippe bei Wendelstein),bei Halle (im Lindholze), sowie an den östlichen Vorbergen des Harzes(Steinholz und Hoppeinberg bei Quedlinburg und am Südabhange desHuy bei Halberstadt). In Oesterreich einzig in Böhmen (Kuchelbadng. 390. Iris aphylla L. a Habitus bei Pra S> Jung-Bunzlau, Leitzmeritz und im böhmischen MittelgebirgeC/3 natürl. Grösse), b Aeusseres Perigon- [häufig z. B. bei Sebusein]) und in Mähren (Heiligen Berg bei Nikolsburg).Watt (von unten).; Narbenlappen d Samen- Fehu fo d g ch weiz gänzlich. Diese Iris-Art gehört in Mitteldeutsch-kapsel. e Same im Längsschnitt (mit Luft- ö

kammer). land zu den seltenen politischen Steppenpflanzen und verhält sich in