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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Fig. 387. Paris quadrifolius L. a Keife Beere mit Perigon.b Querschnitt durch den Fruchtknoten, c Staubblatt. Tamuscommunis L. ^Längsschnitt durch die weibliche Blüte, e Narbe(vergrössert). / Schnitt durch die männliche Blüte, g Staub.blatt. h, i Same (im Längsschnitt und von aussen), k Neben-blätter. /Keimling (nach Sol m s-Lauba ch). vi Entwicklung desKeimlings {hn Knöllchen, co Basis des im Samen als Saugorgansteckenden Keimblattes, h erste Wurzel; Fig. m nach Goebel).

schleimig. Laubblätter tief herzförmig-eiförmig, zugespitzt, ganzrandig (seltener mit 2 nachoben zugespitzten Seitenlappen), gestielt, oberseits dunkelgrün und glänzend, am Grunde

des langen, nach unten stark verdicktenBlattstieles jederseits mit einem 3 bis 7 mmlangen (Fig. 387k), fast wachsartig er-scheinenden, derben, an der Spitze drüsen-artigen Blattgebilde. 1 ) Blüten unscheinbar,zweihäusig, grünlich, zu achselständigenTrauben vereinigt. Männliche Blüte: Perigonmit krugförmig-glockiger Röhre (Taf. 67,Fig. 1 a) und mit radförmig-abstehenden,gleichlangen Abschnitten. Staubblätter 6,am Grunde desPerigons eingefügt (Fig. 387f).Griffel verkümmert. Männliche Blütenständemeist länger und reichhaltiger als die weib-lichen (letztere zuweilen nur 1 bis 2 Blütenentwickelnd). Weibliche Blüte (Fig. 387 d):Perigon tiefgespalten. Staubblätter fehlendoder als Staminodien entwickelt. Griffelkurz, säulenförmig, mit dreispaltiger Narbe(Fig. 387 e). Frucht eine scharlachrote,kugelige, dreifächerige, wenigsamige (3 bis5 Samen) Beere. Samen 3 : /2 bis 4 mmdick, rötlichbraun, kugelig, einen winzig kleinen Keimling (Fig. 387 h, i) enthaltend. V, VI.Stellenweise (besonders im Süden und Westen) häufig in schattigen Buchenwäldern,Mischwäldern (oft mit Clematis), in Hecken, an Zäunen, Waldrändern; im Süden vereinzeltbis gegen 1300 m hinaufsteigend (an der Mendel in Südtirol noch bei 1264 m).

In Deutschland nur im Süden in Elsass-Lothringen (besonders im Sundgau und in Lothringen;in den Vogesen selten), in der südlichen Rheinprovinz (an der Obermosel bei Perl und Schengen unweitTrier und im Saartale bei Mondorf unweit Merzig), in Baden (im Rheingebiet von Herthen am Dinkelberg ab-wärts bis Rastatt [in Menge bei Kenzingen], im Jura bei Stühlingen und Reiselfingen, am Bodensee [umKonstanz, Ueberlingen] bei Gailingen, Thiengen) und in Bayern (einzig um Lindau: im Rickenbachertobel undim Zechwaldbei Unterhochsteg); fehlt in Württemberg wahrscheinlich gänzlich (angeblich im Argental im Über-amt Tettnang). In O est erreich nur in Vorarlberg (im Rheintal, mehrfach von Vaduz bis Bregenz), in Tirol(nur im Süden aufwärts bis Meran), im südlichen Steiermark (nördlich bis Sachsenfeld, Lemberg, Gonobitz,Pössnitz, St. Benedikten, Radkersburg, Friedau), in Krain und im Küstenlande. In der Schweiz ziemlich verbreitet(nördlich der Alpen besonders in den Föhngebieten).

Tamus communis, eine der wenigen Lianen (selten völlig aufrecht wachsend, indem mehrere Sprossesich umschlingen) unserer Flora, gehört in der Schweiz und im südwestlichen Deutschland zu den eigenartigstenErscheinungen des Buchenwaldes. Allerdings zieht sie (namentlich im Süden) die feuchtere, montane Regionder Ebene vor. Besonders üppig gedeiht sie in der Föhnzone unter dem die Temperatur ausgleichendenEinfluss grosser Wasserflächen (Genfer-, Thuner-, Brienzer-, Vierwaldstätter- [auch noch bei Grafenort undLungern] und Bodensee); sie verhält sich also in dieser Beziehung ähnlich wie Cyperus longus (Bd. II, pag. 15).Obgleich sie eine zirkummediterrane Verbreitung hat, wird sie doch am besten dem südwest-europäischen oderatlantischen Florenelement beigezählt. Ihre Einwanderung nach Mitteleuropa vollzog sich also vielleichtunter dem Schutze eines ozeanischen Klimas durch das Flussgebiet der Rhone und Saone. Ueber dieMorphologie der starken, viele Jahrzente ausdauernden Knollen gehen die Meinungen auseinander. Jedenfalls

') Ueber die Natur und Funktion dieser hornartigen"(Bildungen gehen die Meinungen auseinander.Im Gegensatz zu Goebel (Organographie, pag. 551 und 557) fasst Lindinger (Mitteil, der bayer. botan.Gesellsch. 1904, pag. 342) dieselben als eigentliche Nebenblätter auf. Nach Brenner unterstützen sie durchAnklammern das Winden dieser Liane.