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2. Monocotyledones 2 (1907)
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die Voralpen (vereinzelt bis in die alpine Region; am Gipfel des Paludnig in Kärnten nochbei 2000 m). Auf Kalk und Urgestein.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt nur in der Arktis undstellenweise ganz im Süden), gemässigtes Asien (bis Japan), Nordamerika.

Aendert etwas ab: Perigon auf der Innenseite an der Einfügung der Staubfäden meist mit je einempurpur-violetten Flecken (= f. picta Wilczek) und Staubbeutel lebhaft gelb (Saftblume", häufig bei kultiviertenExemplaren) oder Perigonblätter reinweiss, ohne Fleck (Pollenblume''). Staubbeutel hellgelb und Blüten oftkleiner. f. rösea Aschers, et Graebner. Perigonblätter an der Aussenseite mit rosaroten Mittelstreifen.Bis jetzt selten beobachtet in Sachsen (Findlaters bei Dresden, Nieder-Lösnitz) und in der Provinz Brandenburg(Bredower Forst und bei Buckow [an letzterem Ort angepflanzt]). f. b asiäntha Aschers, et Graebner. AmGrunde des Blütenstandes eine einzelne, ziemlich lang gestielte Blüte tragend. In Gärten werden häufig gross-blätterige Formen oder solche mit gelbgestreiften Blättern (f. albo-striata hört.) und mit rosaroten oder ge-füllten Blüten kultiviert. Convallaria ist in Bayern (Garmisch, Tölz) und in Liechtenstein gesetzlich geschützt.Das Maiglöckchen tritt besonders gern in den Laubwäldern auf, wo es ähnlich wie Majanthemum bifolium (Bd. II,pag. 26") den Boden oft in dichtgedrängten Herden überzieht. Als Begleitpflanzen erscheinen in den Laubwälderndann häufig Polygonatum multifiorum (nr. 641), Paris quadrifolius (nr. 6-14), Piatanthera bifolia (nr. 713), AsarumEuropaeum, Moehringia trinervia, Actaea spicata, Anemone nemorosa, ranunculoides und hepatica, Alliariaofficinalis, Geum urbanum, Oxalis acetosella, Mercurialis perennis, Aegopodium podagraria, Glechoma hederacea,Asperula odorata, Lathyrus vernus, Epilobium montanum, Geranium Robertianum, Circaea lutetiana, Galeobdolonluteum, Lactuca muralis etc.

An ungünstigen Stellen entwickeln die Pflanzen oft nur sehr wenige Blüten. Einzelne der nicht-blühenden Exemplare weisen öfter nur ein einziges Laubblatt auf. Ausser in Laubwäldern erscheint dasMaiglöckchen gelegentlich auch auf Flussalluvionen, in Auen etc. auf ziemlich trockenem Boden; in tiefern Lagen(z. B. auf den Isaralluvionen bei Wolfratshausen) unter Salix incana und purpurea sowie Alnus incana in Gesell-schaft von Orchis militaris (nr. 686), Thesium alpinum und rostratum, Carex sempervirens und humilis (vgl. Bd. II,pag. 99), Dorycnium Germanicum, Lotus corniculatus, Hippocrepis comosa, Trifolium montanum, Tetragonolobussiliquosus, Anthyllis vulneraria, Dryas octopetala, Euphorbia verrucosa und cyparissias, Erica carnea, Polygalachamaebuxus, Buphthalmum salicifolium, Petasites niveus (alpin) etc., in den Alpen zwischen Kalkgeröll(Alp Drosa im Ofengebiet, ca. 1900 m) zusammen mit Polygonatum officinale (Bd. II, pag. 270), Kernerasaxatilis, Saponaria ocymoides, Epilobum angustifolium, Daphne striata, Potentilla caulescens, Sedum atratum,Bellidiastrum Michelii, Globularia cordifolia etc. (nach Brunies). Da Convallaria eine beliebte Gartenpflanze ist,wird sie gelegentlich auch als Gartenflüchtling beobachtet. In der Gärtnerei wird sie gern als Winter-blumegetrieben". Trotz des herrlichen Duftes ist das Maiglöckchen ähnlich wie die Polygonatum-Arten zuden Giftpflanzen (sonst ist die Pflanze wehrlos!) zu zählen. Die Blüte ist eine schwach proterandrische Pollenblume,welche am Grunde des Fruchtknotens ein saftreiches Gewebe aufweist. Die hängenden Blüten schützen den Pollengegen Nässe etc. und sind heterostyl (vgl. Schulze, W., Morphologie und Anatomie der Convallaria majalis L.Bonn 1899). Der Griffel überragt die Staubbeutel etwa um 2 mm, so dass Pollen sammelnde Insekten (Honigbienen)mit dem Kopf zuerst die Narbe berühren. Die Gärtner vermehren die Maiglöckchen durch Wurzelteilung.

CLXXI. Paris 1 ) L. Einbeere.

Die Gattung umfasst 6 Arten, von denen in Europa einzig die folgende vorkommt. Die übrigensind im östlichen Sibirien und in Kamtschatka zu Hause; im Himalaya kommt auch P. polyphvlla Sm. mit4- bis 5-teiligen Blüten und mit aufspringender Kapselfrucht vor.

644. Paris quadrifolius L. Vierblätterige Einbeere. Franz.: Herbe ä Paris, Raisinde renard, Etrangle-loup, Parisette; ital.: Erba-crociola, Uva di volpe; engl.: Herb Paris,One berry; tschech.: Vrani oko, Vranovec. Taf. 63, Fig. 3, Fig. 384 und Fig. 386 a bis c.

tast alle Volksbenennungen dieser Pflanze beziehen sich auf die einzige, giftige Beere: Eenber(Oldenburg), Eibeere (Nordböhmen), Oanbeer (Niederösterreich) etc.: Moosbeere (Erzgebirge); Kroache[= Krähenauge] (Nordostböhmen): Shbuerze Karschen [schwarze Kirschen], Peare (Krain: Gottschee);Giftbeere (Riesengebirge), Giftbeeri (Waldstätten); Sprengberi (auch für andere giftige Beeren, z. B.

J ) Von iat. par = gleich, wegen der Regelmässigkeit (Vierzahl!) der Blätter und Blütenteile; nacheiner anderen Version nach dem homerischen Paris, dem Sohne des Priamos. Die Beere sollte dann den Eris-apfel, die 4 herumstehenden Blätter die 3 Göttinnen (Hera, Pallas Athene, Aphrodite) und den trojanischenPrinzen darstellen.