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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Fig-, 384. Kolonie von Paris qu adrif olius L. (neben blühenden Exemplaren aucheinige nichtblühende Pflanzen). Phot. J. C. Uphoff, Amsterdam.

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Lonicera xylosteum] (Graubünden); Wolfsberi (Uri), Teufelsbeer (Schwäbische Alb, Kärnten),Schlange(n)krut [Schlange" bedeutet oft Giftigkeit, vgl. Schlangenbeen Atropa belladonna] (Elsass).Schlangenbeeri (Graubünden); kleine Tollkirsch (Schwäbische Alb), Nächtschadd(e) [vgl. Solanum

nigrum] (Schwäbische Alb). Auchgilt die Beere als Mittel gegen diePest, daher: Pestbeere (Böhmer-wald,Steiermark),Schwarzblatter-kraut (Bayr. Schwaben). Nach derkreuzweisen Stellung der vier Blätterheisst die Pflanze in der Schweiz:Chrüzlib eere (Waldstätten),Chrüzli-Chrut (Graubünden),Kreuzblatt (St. Gallen).

Ausdauernd, 10 bis 40 cmhoch. Grundachse (Mono-podium) unterirdisch langkriechend, mit Scheiden-blättern besetzt. Blütenstengelkahl, am Grunde ein zwei-teiliges Niederblatt und obenmeist 4 (seltener 3, 5, 6 oder 7)einander quirlig genäherte,elliptisch-lanzettliche, kurz zu-gespitzte, ungestielte, kahle,netzadrige, bis ca. 10 cm lange Laubblätter tragend. Blüte endständig, gestielt, in der Regel4-gliederig. Perigon (6-) 8- bis 10- (12-) blätterig. Perigonblätter abstehend oder zurück-geschlagen, die 4 äussern krautig, lanzettlich, hellgrün, 2 bis 3 cm lang, die 4 innern vielschmäler, lineal, gelblichgrün, bis 15 mm lang. Staubblätter gewöhnlich 8 (seltener 6 oder 10bis 12). Staubbeutel linealisch, am Grunde befestigt, aufrecht, mit grannenartigem, pfriemlichauslaufendem, linealem Konnektiv (Fig. 386 c). Staubfäden kurz, flach. Fruchtknoten meist4- (seltener 5- oder 6-) fächerig (Fig. 386 b), mit 4 (selten mehr) freien oder am Grundeverwachsenen Griffeln. Frucht eine kirschengrosse, mehrsamige, stahlblaue, bis 1 cm dickeBeere (Fig. 386 c). Samen braun, fast halbkugelig, mit runzeliger Schale. V.

Häufig in humusreichen, etwas feuchten Laubwäldern, in Auen, in Gebüschen,Erlenbrüchen, an feuchten Felsen; von der Ebene bis in die Voralpen, bis an die obereBaumgrenze (in den Alpen vereinzelt bis ca. 1800 m; Maloja im Oberengadin ca. 1860 m).Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt auf den Nordseeinseln, inder ungarischen Ebene und in der immergrünen Region des Mittelmeergebietes), Klein-asien, Sibirien (bis zum Altai).

Nicht sehr selten sind bei der Einbeere Abweichungen zu konstatieren, d. h. Exemplare mit 3, 5, 6oder 7 Laubblättern in einem Quirl. Dabei kommt es aber meistens vor, dass Pflanzen mit 5 Laubblättern,4-zählige Blüten, solche mit 6 Laubblättern 5-zählige Blüten aufweisen. Junge Exemplare tragen an derGrundachse nur ein einziges, langgestieltes, ziemlich schmales Laubblatt. Das dünne Laubblatt gehört ähnlichwie dasjenige von nr. 640, 641 und 642 zum TypusFlachblatt", welches für die schattigen Standorte be-sonders geeignet ist. Die nektar- und geruchlosen Blüten sind ausgesprochen proterogyn und besitzen lang-lebige Narben. Die Blüte gilt für eine Insekten-Täuschblume (vielleicht eine Fliegentäuschblume). Sieist unscheinbar gefärbt und hat für die Insekten nichts verlockendes. Höchstens vermag der schwarzpurpurngefärbte, glänzende, wie von Flüssigkeit (ebenso wie die Narbe) bedeckte Fruchtknoten kleinen Aasfliegen dasVorhandensein von faulendem Fleisch vorzutäuschen und diese (z. B. Scatophaga merdaria) zum Besuche an-zulocken. Erst in einem spätem Stadium bietet dann die Blüte den Besuchern staubförmigen Pollen dar,welcher beim leisesten Anstoss als Wölkchen davonfliegt. Da die Narben sehr langlebig sind, kann gelegentlichauch Selbstbestäubung erfolgen. Zuweilen fehlen den Staubblättern die Antheren vollständig; diese nehmen dann