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flörum nach Geisenheyner). Blüten meist zu 2 bis 4, gewöhnlich zweihäusig. Rein männliche Blüte mit 2 cm langer,an der Mündung ca. 4 mm weiter Perigonröhre. Staubfäden gebogen. Fruchtknoten ganz verkümmert. Griffelnur 1 /s bis V* so lang als die Perigonröhre. Perigonröhre der weiblichen oder zweigeschlechtlichen Blüten nur13 mm lang, über dem kräftigen Fruchtknoten zusammengezogen (Bis jetzt einzig bei Kreuznach im Mosel-tal beobachtet). — P. multiflorum neigt überhaupt stark zur Ausbildung von männlichen Blüten. Sie gehört zuden Hummelblumen. Da der Blüteneingang durch die Narbe und die sie dicht umgebenden Staubbeutel ver-schlossen wird und die Staubfäden zudem behaart sind, ist der im Grunde der Perigonröhre verborgene Nektarnur langrüsseligen Hummeln zugänglich. Beim Besuche bewirken die Hummeln gleichzeitig neben derFremdbestäubung auch Selbstbestäubung, indem sie die Narbe gegen einige geöffnete Staubbeutel drücken.
642. Polygonatum verticillätum All. (= Convalläria verticilläta L., = Evallaria verti-cilläta Neck.). Quirl-Weisswurz. Taf. 64, Fig. 1.
Ausdauernd, 30 bis 60 (100) cm hoch. Stengel ziemlich gerade aufrecht, stets mitunterdrückter Endknospe (das letzte Blatt mit vollkommen endständiger Stellung; nachVelenosky), kantig, kahl. Laubblätter zahlreich, länglich-lanzettlich bis schmal-lineal, 5 bisüber 15 cm lang und 0,5 bis 1,5 cm breit (in der Breite ziemlich veränderlich), spitz, amRande fein gezähnelt-rauh, alle oder doch die obern zu 3 bis 7 wirtelig angeordnet, ober-seits hellgrün und kahl (oder fast kahl), unterseits graugrün und auf den Nerven kurzflaumhaarig, mit kräftigem Mittel- und dünneren Seitennerven. Blüten ziemlich klein (7 bis10 mm lang), in 1- bis 7-blütigen Trauben. Perigonröhre sehr schmal, fast zylindrisch,unten etwas erweitert, kahl, vorn mit dreieckigen bis länglichen Abschnitten. Staubblätter überder Mitte der Perigonröhre eingefügt. Staubfäden sehr kurz. Staubbeutel gewimpert. Griffelungefähr so lang als der kugelige Fruchtknoten. Frucht eine anfangs rote, später schwarzblaue, etwaerbsengrosse (7 bis 10 mm breit) Beere (Taf. 46, Fig. lb), 6 bis 10 Samen enthaltend. — V, VI.
Ziemlich häufig in schattigen Wäldern, an Waldrändern, in Gebüschen, auf Stein-haufen, an Felsen, auf krautigen Bergwiesen, an Flussufern, besonders in der Bergregionder Alpen und der Mittelgebirge; vereinzelt bis in die alpine Region (bis 2300 m). InDeutschland ausserdem stellenweise in der nördlichen Ebene in Oberschlesien, in Ost-und Westpreussen, im nördlichen Posen, in Hinterpommern und in Schleswig - Holstein.
Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt aber stellenweise im Tief-land und im Süden, ebenso im Norden), Kleinasien, Kaukasus, Afghanistan, Ural.
Aendert wenig ab: var. stellifölium (Peterm.) Richter. Laubblätter breiter. Blütenstiele kürzerals das Perigon. Staubfäden halb so lang als die Staubbeutel (Selten in den Alpen). — Diese sehr leichtkenntliche Art tritt besonders gern in den Fichtenwäldern der Alpen, Voralpen und Mittelgebirge auf, wo sie ähnlichwie Luzula silvatica (Bd. II, pag. 178) und pilosa, Lycopodium annotinum und selago, Orchis maculatus (nr. 697),Epipogium aphyllum (723), Listera cordata (nr. 727), Melampyrum silvaticum, Stachys alpinus, Senecio Fuchsii, Lac-tuca muralis, Actaea, Galeobdolon, Aspidium lobatum, Pirola rotundifolia und minor, Ranunculus silvaticus undlanugmosus, Rubus saxatilis, Astrantia maior, Centaurea montana, Prenanthes purpurea, Hieracium murorum,Ribes alpinum etc. zu den Charakterpflanzen der Bergwaldgenossenschaft gehört. In tiefern Lagen erscheintsie auch in den Buchenwäldern oder Mischwäldern (z. B. auf dem baltischen Höhenrücken in Westpreussen)und bildet daselbst oft grössere Kolonien. Längs der Flüsse lässt sich Polygonatum zuweilen bis in die Tal-sohlen hinab verfolgen ( z . B. an der Partnach bei Partenkirchen, an der Sihl bei der Höcklerbrücke oberhalbZürich). In den Alpen steigt es stellenweise vereinzelt bis in die Krummholzregion (so noch im Legföhren-und Alpenrosengebüsch) hinauf; hier aber meist nicht blühend. — Die Blüten können wegen der Kürze derPerigonröhre, in deren Grund reichlich Nektar abgesondert wird, sowohl von Hummeln als auch von kurz-russehgen Bienen und von einzelnen kleinen Faltern bestäubt werden. Wegen der Nähe der Staubbeutel undNarbe (sie stehen zudem gleich hoch) kann auch leicht Selbstbestäubung erfolgen.
CLXX. Convalläria 1 ) L. Maiglöckchen.
Diese Gattung weist nur die folgende Art auf und steht in unserer Flora sehr isoliert da. Die nächsten ver-wandten Gattu ngen Speiränthe, Therop6g on undReineckea sind im östlichen Asien (China, Himalaya, Japan) zu Hause.
') Unsere Art hiess früher Lilium convallium, Lilie der Täler (lat. vällis = Tal); vgl. oben die Volks-namen „Lilienkonfolgen u etc.