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2. Monocotyledones 2 (1907)
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640. Polygonatutn latifölium Desf. (= P. hirtum Pursh, = Convalläria latifölia Jacq.,= C. hirta Bosc). Breitblätterige Weisswurz. Fig. 383.

Ausdauernd, 30 bis 100 cm hoch. Grundachse oft sehr lang kriechend. Stengelaufrecht, kantig (Fig. 383 c), oberwärts +, dicht kurzhaarig. Laubblätter länglich-elliptisch,7 bis 12 cm lang und 3 bis 7 cm breit, am Grunde ziemlich plötzlich (die untern in einen Stiel)

verschmälert, oberseits kahl oder sehr wenig behaart,unterseits heller (besonders auf den Nerven), ziemlich(J dicht kurzhaarig. Blütentrauben 1- bis 5-blütig.1& Blütenstiele bis über 3 cm lang, behaart. Perigonröhre10 bis 18 mm lang und bis 7 mm breit, über demFruchtknoten nicht zusammengezogen. Staubfädenkahl oder sehr schwach drüsig. V, VI.

Selten in Auen, unter Buschwerk; stellenweiseim südöstlichen Teile im Gebiete der pontisch-pannonischen Flora.

Fehlt in Deutschland und in der Schweiz gänzlich.In Oesterreich in Ober- und Niederösterreich (stellenweise),in Steiermark und im nördlichen Böhmen (in dem Walde Sebinan der Eger unweit von Stradonic kürzlich von Domin entdeckt;früher auch für Perutz bei Libochowitz angegeben); jedoch nichtin Kärnten (nach Scharfetter briefl.; früher für Laufenberg imKanninger Tale angegeben).

Allgemeine Ve rbreitung: SüdöstlichesEuropa (durch Ungarn nördlich bis Nieder- undOberösterreich, vereinzelt in Böhmen, nordwestlich bisVenetien), Kaukasus.

641. Polygonatum multiflörum All. (= ConvalläriamultifloraL., = C.latifölia Lam.). Vielblütige Weiss-wurz. Taf. 63, Fig. 5, Fig. 310e, f und Fig. 380.

Ausdauernd, 30 bis 60 (100) cm hoch. Stengelziemlich kräftig, stielrund, kahl, unter den Laubblätterngewöhnlich keine oberirdischen Niederblätter tragend. Laubblätter eiförmig bis elliptisch, bis15 cm lang und 3 bis 6 cm breit, am Grunde ziemlich plötzlich verschmälert, oberseits dunkel-grün, unterseits graugrün. Blüten geruchlos, meist ohne Tragblätter, in 2- bis 5- (11- undmehr-) blutigen Trauben. Perigonröhre engzylindrisch, 11 bis 15 (20) mm lang und 1 bis 3 mmbreit, über dem Fruchtknoten etwas zusammengezogen, oberwärts trichterförmig erweitert.Perigonabschnitte an der Spitze innen kurz behaart. Staubfäden weichhaarig. Griffel ver-schieden lang (nur bis unter die Mitte, bis zur Mitte der Perigonröhre oder bis in die Höheder Staubbeutel reichend). Beeren blauschwarz, 8 bis 9 mm im Durchmesser, widerlich-süsslich schmeckend. V, VI.

Ziemlich häufig und verbreitet in schattigen Laubwäldern (gern in Buchenwäldern),in Gebüschen; zerstreut bis in die Voralpen (bis ca. 1200 m). Kalkhold.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt in der Arktis), gemässigtesAsien (bis Japan), Nordamerika.

Aendert wenig ab: var. bracteätum (Thomas) Kunth. 'Tragblätter der unteren Blüten des Blüten-standes laubblattartig (viel kleiner als die Laubblätter) ausgebildet. Mehrfach in der freien Natur, sowie inGärten beobachtet. var. ramösum Geisenheyner. Stengel mit reichbeblätterten, zuweilen verzweigten, in denBlattachseln + verkümmerte Blütenstände tragenden Aesten (Oberbaden). subsp. Broteri Baker (= P. multi-

Fig. 383. Polygonatum latifölium Desf.a Habitus (7^ natürl.Grösse), b Blüte (aufgeschnitten).c Stengelquerschnitt (h Hohlräume. / Leitbündel.)