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fraga rotundifolia, Meum mutellina, Athyrium alpestre, Geranium silvaticum, Hieracium silvaticum L. subsp.bifidiforme Zahn etc. — Ausser dem Alpengebiet und den Voralpen (auch im württemb. Algäu) kommtStreptopus auch im Schweizer Jura, in den Vogesen (z. B. Hohneck, Rotenbach), im südlichen Schwarzwald(Feldberg 1200 bis 1400 m, Herzogenhorn, zwischen Schmaleck und Langeck, Hirschkopf, Notschrei 1120 m,Stübenwasen), im bayerischen (Arber, Lusen etc.) und Böhmerwald, im Erzgebirge (im Zechgrund bei Oberwiesen-tal, am Keilberg 1100 m, an den Wirbelsteinen; nach Schorler), in der sächsischen Schweiz, im LausitzerGebirge, in den Sudeten (Riesen-, Iser-, Adlergebirge, auf der Czantory und Barania, Glatzer Schneeberg etc.),sowie in Oberschlesien (mehrfach auf der rechten Seite der Oder) und in der obern bayerischen Hochebene (Tölz.Gaissach, Heilbrunn, Wolfratshausen). — Die Blüten sind homogam oder schwach proterogyn und gehören zu denBienenblumen. Der Nektar wird am Grunde der Perigonblätter abgesondert. Durch Pollenfall ist auch Selbst-bestäubung möglich.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Gebirge von Asturien und Zentral-frankreich, Jura, Alpen, Karpaten, Balkan, Apenninen, Korsika, östliches Asien, Nordamerika.
CLXIX. PolygOnätlim v ) All. Weisswurz, Salomonssiegel. Franz.: Sceaude Salomon, le grand muguet; engl.: Salomon's Seal; ital.: Sigillo di Salomone, Gionoc-
chietto; tschech.: Kokorik.
Die Volksnamen der einheimischen Polygonatum-Arten beziehen sich zumeist auf das eigentümlichgestaltete Rhizom und zwar bald auf dessen schlangenförmige Gestalt bald aber auch auf die Stengelnarben(vgl. Fig. 380), die mit „Hühneraugen" (in der Schweiz „Aegerstenauge" = Elsternauge genannt) oder mit Siegel-abdrücken verglichen werden: Snakenkrund [= Schlangen-] (Hannover), Natternblüml (Böhmerwald),Atere(n)-Chru t [= Schlangen-), Schlange(n)-Chrut (Schweiz); Höaraug'wurz'n [= Hühner-] (Nieder-österreich), Hühneraugenwurz (Tirol, Kärnten); Aegerste(n)krut (Elsass), Ageste-Aug-Chrut,Aegarstawurza (St. Gallen, Zürcher-Oberland), Aegers täwürzä, Aegerstätagä etc. (Waldstätten),Chräenauga (Waldstätten); Haligensigl [= Heiligensigl] (Niederösterreich), Salamonssiegel. Auf dieweisse Farbe des Wurzelstockes deutet die Bezeichnung Weisswurz (z. B. Schwäbische Alb, Tirol, Kärnten),Wisswürze (Aargau). Nach der Anordnung der Blätter heissen Polygonatum officinale und multiflorum inder Schweiz Stiguf [Steigauf] (St. Gallen), Leitarlichrut (St. Gallen), Geiss-Leitere(n, -li) (Aargau, Schwyz,Solothurn, Zürich). Da die Beeren für giftig gelten (sie wirken in der Tat brechenerregend), nennt manP. multiflorum in Gottschee (Krain) Giftroashen [Giftblumen], im Aargau Tüfelsberi. Zum Unterschiedvon der echten Maiblume, dem Maiglöckchen (Convallaria majalis) sind auch die Benennungen wilde,chinesische Maiblume (Anhalt), wilde Zauken (Nordböhmen), wülde Maigleckaln (Niederösterreich),wilde, falsche Mai (e)bleml(e) (Schwäbische Alb) gebräuchlich; zu wilder Habermauch (Schwäbische Alb)vgl. Tragopogon pratensis, zu wilder Scharniggl (Kärnten) Sanicula Europaea! Auf abergläubische Vor-stellungen von der Zauberkraft der Weiss würz-Arten gehen: Harnischwurz, Allermannsharnisch [vgl.Allium Victoriaiis, Bd. II. pag. 219] (Kärnten); Neidkraut [für P. verticillatum], [wenn die Kühe „verneidefd. i. verhext sind, sodass sie keine Milch geben], Butterwurz [wenn infolge Hexerei die Milch beim Aus-rühren nicht zu Butter werden will] (Niederösterreich).
Der Salamonssiegel soll die geheimnisvolle „Springwurz" sein, die nur der Specht zu finden weiss undderen Besitzer sich überall Tür und Tor wie mit einem Zauberschlag öffnen. Das Rhizom war früher als radixsigilh Salomonis bei Quetschungen und Entzündungen offizineil. In der heutigen Volksmedizin erfreut es sichnoch als „sympathetisches" Mittel zum Vertreiben der „Hühneraugen" (siehe oben) einiger Beliebtheit.
Mittelgrosse bis stattliche Kräuter.Grundachse kriechend, dick, fleischig, weiss,sympodial aufgebaut (d. h. aus den Fuss-stücken der alljährlich über die Erde hervor-tretenden Sprosse gebildet, welche an derGrundachse nach ihrem Absterben rundliche,flache Höhlungen zurücklassen), mit schuppen-artigen Niederblättern und Wurzeln besetzt,häufig ± stark verzweigt (Fig. 380). Blüten-
Unterirdisches Rhizom von Polygonatummultiflorum All.
des Rhizoms.
Gr. Jio?,vg [polvs] = viel und yövv [göny] = Knie, Knoten; nach den zahlreichen Knoten („Narben")