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2. Monocotyledones 2 (1907)
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CLXVIII. Str^ptOpUS 1 ) Mich. Knotenfuss.

Ausser unserer Art besitzt diese Gattung noch 1 Spezies in Nordamerika (S. rdseus Michx.), sowiewenige Arten in Sibirien (S. Ajanensis Tiling) und im Himalaya (S. Simplex D. Don).

638. Streptopus amplexifölius (L.) DC. (= S. distörtus Mich., = S. amplexicaülisBaker, = Uvuläria amplexifolia L.). Stengelumfassender Knotenfuss. Franz.: Laurieralexandrin des Alpes; engl.: Clasping-leaved Twisted-Stalk; tschech.: Cipek. Taf. 63,

Fig. 2 und Fig. 379a bis f.

Ausdauernd, 15 bis 100 cm hoch.Grundachse sehr kurz, schief, knotig, faserig(Fig. 379 a). Stengel aufrecht, reichlich be-blättert, einfach oder ästig (in der obernHälfte), zickzackartig gebogen. Laubblätterwechselständig, stengelumfassend, aus tiefherzförmigem Grunde länglich-eiförmig, ge-schweift-zugespitzt, 6 bis 12 (15) cm langund 3 bis 6 cm breit, kahl, oberseits dunkel-grün, unterseits seegrün (mit Wachsüberzug),unregelmässig nervig, das unterste zuweilenscheidenartig. Blütenstiele blattwinkelständig,aber um den Stengel herumgebogen (deshalbunter den betreff. Blättern ähnlich wie dieBlüten von Impatiens noli tangere und schein-bar ausser dem Blattwinkel stehend!), bis 5 cmlang, deutlich gekniet. Blüten einzeln oder zu 2,zweigeschlechtig. Perigon glockig, fast bis zumGrunde 6-teilig (Fig. 379b). Perigonblätter lan-zettlich, gleich gestaltet, 6 mm lang, weiss, aussenrötlich oder grünlich, oberwärts verschmälertund gekrümmt. Staubblätter über dem Grundemit den Perigonblättern verbunden, die 3 innernam Grunde mit 2 seitlichen Zähnen. Staubfäden sehr kurz mit linealischen, ca. 5 mm langen,am Grunde befestigten Staubbeuteln. Connectiv spitz auslaufend (Fig. 379 c). Griffel ca. 5 mmlang, an der Spitze kaum dreiteilig. Fruchtknoten eiförmig, dreikantig (Fig. 379 d). Fruchteine längliche, mehrsamige, kugelige, blassrote, 8 bis 10 mm grosse Beere. Samen länglich,braun, längsriefig (Fig. 379 e, f). V bis VII.

Zerstreut, aber ziemlich verbreitet, in schattigen, feuchten Wäldern, zwischenGebüsch, an Bachufern, auf Berg- und Waldwiesen der Alpen (von ca. 800 bis 2300 m),Voralpen und der Mittelgebirge.

Diese auffallende Liliacee meidet im allgemeinen einen kalkreichen Boden; sie fehlt stellenweiseauf grössere Strecken hin vollständig (so z. B. im grössten Teil des Engadin, im schwäbisch-fränkischenJura; in Kärnten nur in Oberkärnten). In den Alpen erscheint sie zuweilen in den Beständen der Grün-erle, in den Gebüschen von Juniperus nana oder besonders gern in denen von Rhododendron ferrugineum;in der letztern Formation (auf lehmigem Boden im Schachengebiet [1860 m] in Oberbayern) in Gesellschaft vonBlechnum spicant, Paris quadrifolius, Viola biflora, Veronica alpina, Soldanella pusilla, Gentiana punctata,Homogyne alpina, Solidago virga-aurea, Luzula silvatica, Deschampsia flexuosa, Peucedanum ostruthium, Saxi-

Fig. 379. Streptopus amplexifölius DC. a Junge Pflanzemit Grundachse, i Schnitt durch die Blüte, c Staubblatt.d Querschnitt durch den Fruchtknoten, f, / Samen.Con-vallaria majalis L. g Längsschnitt durch die Blüte.h Querschnitt durch den Fruchtknoten, i Same, k Staubblatt.

') Gr. atgentög [streptös] (von atgicpa [strepho] = drehe) = gedreht und gr. novg [pus] = Fuss,Stiel; nach den oberwärts gedrehten Blütenstielen.