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Stengel aufrecht, stielrund oder kantig, zahlreiche Wechsel- oder quirlständige Laubblättertragend. Blüten einzeln oder in wenigblütigen Trauben, blattwinkelständig, an fadenförmigenStielen hängend, in der Regel ohne Tragblätter (vgl. nr. 641). Perigon verwachsenblätterig)zylindrisch-röhrenförmig, weiss, mit sechszähnigem, kurzem, grünlichem Saume (Taf. 64, Fig. 1 a).Staubblätter 6, in die Perigonröhre eingeschlossen, bis zur Mitte mit ihr verwachsen oder dorteingefügt (Fig. 381 b und 383b). Staubbeutel länglich, am Grunde zweilappig. Fruchtknotendreifächerig, in der Mitte der Scheidenwände mit Septaldrüsen (Fig. 310e, 381 e). Griffelfadenförmig (Fig. 381c), mit kleiner Narbe, von den Staubbeuteln etwas überragt. Fruchteine kugelige, in reifem Zustande blaue bis schwärzliche, bläulich bereifte, in jedem Fache1 bis 3 Samen (Taf. 64, Fig. lc, Fig. 381 e) enthaltende Beere. Samen kugelig, nieder-gedrückt, mit brauner, runzeliger Schale und kleinem Embryo (Fig. 38 lf).
Die Gattung umfasst gegen 30 Arten, die der gemässigten Zone der nördlichen Hemisphäre an-gehören. Während nr. 641 eine ziemlich weitverbreitete Schattenpflanzeunserer Wälder ist, zieht nr. 639 trockene, sonnige Standorte vor. P. ver-ticillatum ist eine häufige Erscheinung der Berg- und Voralpenwälder der Alpenund der Mittelgebirge. P. latifolium ist ein Glied des pannonisch-pontischenFlorenelementes,
1. Laubblätter zu 6 bis 7 quirlständig, lineal-lanzettlich. Häufig inBergwäldern.............P. verticillatum nr. 642.
1*. Laubblätter wechselständig, breit-elliptisch, zweizeilig . . 2.
2. Stengel kantig (Fig. 381g und 383 c) ........ 3.
2*. Stengel stielrund. Blüten meist zu 2 bis 5. Staubfäden behaart.
P. multiflorum nr. 64 1 -
3. Blütenstiele flaumig. Laubblätter unterseits kurzhaarig. Seltenim Südosten...............P. 1 atifolium nr. 640.
3*. Blütenstiele und Blätter kahl . . . . P. officinale nr. 639.
639. Polygonatum officinale All. (= P. änceps Moench,= P. vulgäre Desf., = P. uniflörum St. Hilaire, = P. odorätumDruce, = P. glaberrinum K. Koch, = P. Polygonatum Jirasek,= Convalläria Polygonatum L., = C. odorata Mill., = Evalläriapolygonäta Neck.) Gemeine Weiss würz. Fig. 381.
Ausdauernd, (10) 15 bis 50 cm hoch (in der Grösse starkveränderlich). Stengel kahl, aufrecht oder bogig aufsteigend,kantig (Fig. 381a), nach oben fast zweischneidig zusammen-gedrückt, unter den Laubblättern meist mehrere häutige, bald ab-fallende Niederblätter tragend. Laubblätter länglich-eiförmig biselliptisch-lanzettlich, halb-stengelumfassend, nach beiden Enden hinverschmälert, zuweilen etwas stumpflich, 3 bis 12 cm lang und 1,5 bis5 cm breit, nach aufwärts gerichtet, ziemlich derb, deutlich längs-nervig, kahl, oberseits grün, unterseits graugrün. Blütenstand 1- bis2- (selten 3 bis 5 Blüten: var. ambiguum [Link] Aschers, etGraebner) -blutig. Blütenstiele bis fast 2 cm lang. Perigone wohlriechend, 14 bis 17 mm lang und 5 bis 7 mm breit, unten etwasbauchig, über dem Fruchtknoten nicht zusammengezogen, kahl(Fig. 381b). Perigonabschnitte länglich-dreieckig, bis 4 mm lang.Grösse). »Blüte (geöffnet). .Frucht- Staubfäden kahl, ungefähr so lang als die Staubbeutel. Frucht
knoten mit Crrmel. d Junge Beere. ' o O
e Querschnitt durch die Frucht, blauschwarz (etwa so gross wie die Schlehenfrucht), 8 bis 12 mm
f Schnitt durch den Samen mit • i-> i i TT nr
Embryo, g Stengelquerschnitt. im Durchmesser, etwas bereift. — V, VI.
Fig. 381. Polygonatum officinale All. a Habitus (>/2 natürl