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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Diese im Gebiete der mediterranen und pontischen Flora weit verbreitete, charakteristische Art istin ihrem Habitus ziemlich veränderlich. Allerdings handelt es sich wohl fast ausschliesslich um Standorts-formen. Hieher: var. Barrelieri Goir. Pflanzen in allen Teilen stärker und starrer. Phyllokladien wenigerzahlreich, 2 bis 3 mal länger als breit (Bozen). var. Burgitensis Briquet (Archives de la Flore Jurasienne,1905, nr. 60). Strauch niedrig (oft unter 20 cm). Phyllokladien kurz, sehr starr, 1 bis 1,5 cm lang und 0,5 bis0,8 cm breit. Beeren kleiner als beim Typus (Französischer Jura). Ausserdem lassen sich an feuchten,salzigen Stellen (besonders in der Nähe der Meeresküsten) in allen Teilen kleinere Formen beobachten.Ruscus aculeatus ist durch seine stark reduzierten Laubblätter und seine immergrünen Phyllokladien, die durcheine starke Cuticula und im Innern durch ein dünnwandiges Wassergewebe ausgezeichnet sind (Fig. 377 d, e),als typische xerophile Pflanze gekennzeichnet. Im Süden, wo der Strauch stellenweise eine ganze Vegetationsschichtbildet, erscheint er auf steinigem Boden gern als Unterholz in Eichen- (Quercus lanuginosa. Q. Cerris etc.) oderBuchenwäldern in Gesellschaft von Clematis recta. Coronilla emerus, Cytisus laburnum, Tamus communis[vgl. nr. 645], Helleborus niger, Melittis melissophyllum, Rhus cotinus, Luzula nivea etc. Auf den sandigenDeltabildungen am Genfersee ist er mit Acer Monspessulanum, Jasione montana, Tunica prolifera, Marrubiumvulgare, Trinia glauca, Linum angustifolium, Medicago minima, Artemisia campestris, Vincetoxicum officinale,Helianthemum fumana, Sedum acre, Muscari comosum, Allium sphaerocephalum und andern xerophil gebautenArten vergesellschaftet (Chodat, R. Les dunes Iacustres de Sciez et les Garides. Bull, de la Societe botaniqueSuisse, fasc. XII, 1902). In nördlichen Gegenden (häufig in Deutschland) wird diese Art im Winter gernauch inSilberverkieidung" zu Trockenbuketts oder grün lackiert zu sogenannten Biedermeierkränzenverarbeitet.

636. RUSCUS hypoglössum T ) L. (= R. hypophyllum L. var. hvpoglössum Baker). Zungen

Mäusedorn. Fig. 378.

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Fig. 3/8. Ruscus hypoirloasum L.a Urifruchtbarcr Spross ('/a natürl.GrÖ3Se). b Phyllokladium mit jungenFrüchten, c Männliche Blüte. rfWeib-liche Blüte, e Fruchtknoten mit Narbe./ Same, g Schnitt durch den Samen.(/, g in natürl. Grösse).

Ausdauernder, immergrüner, 30 bis 40 cm hoher Halb-strauch. Stengel meist wenig oder gar nicht verzweigt.Schuppenartige Blätter lanzettlich, bis 1 /a cm breit. Phyllokladienlänglich-lanzettlich bis elliptisch, beiderseits zugespitzt, ohneStachelspitze, lederig (jedoch nicht so stark wie bei nr. 635),4 bis 9 cm lang, fiederig-bogennervig, die untern gegenständigoder quirlig, die obern zweizeilig angeordnet. Blüten gestielt,zu 3 bis 5 in der Achsel eines derben, lederartigen, grünen,länglichen, spitzen Hochblattes (Fig. 378b). Perigon grünlich-weiss, 3 mm lang (Fig. 378c, d). Beeren kugelig, scharlach-rot, 8 mm dick. Samen hellbraun, 5 bis 8 mm dick (Fig. 378f, g). IV, V.

Zerstreut und selten in AVäldern und Gebüschen.

Fehlt in Deutschland und in der Schweiz vollständig.In Oesterreich nur in Steiermark (zerstreut bei Cilli, auf dem Wotschbei Pöltschach, im Kollosgebirge und im Bachergebirge bei Rothwein),in Kram (zerstreut um Laibach, häufiger in Innerkrain [zwischen Pokojisceund Pristava bei Franzdorf, Prepovedanec, auf der Slivnica bei Zirknitz,um Idria], namentlich aber in Unterkrain im Bereiche der pontischen Flora,jedoch nicht bei Gottschee und Pölland a. d. Kulpa; nach Paul in), imKüstenland, Istrien und sehr vereinzelt in Niederösterreich (bei Kreisbach, aufder Reisalpe und auf dem Muckenkogel); jedoch nicht im südlichen Tirol.Ausserdem selten verwildert (z. B. im Park von Miramare bei Triest).Diese Art, welche im Gebiete der mediterranen und pontischen Flora zuHause ist, erreicht Mitteleuropa nur in wenigen vorgeschobenen Posten.

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Spanienbis zur Balkanhalbinsel; in Ungarn nördlich bis Pressburg),Kleinasien, Transkaukasien, Nordafrika, Madeira.

') Gr. vnö [hypö] = unter und ylmaoa [glössa] = Zunge, wegen der zungenförmigen Gestalt desPhyllokladiums.