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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Tafel 64.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Polygonatum vertiällatum. Habitus.

1 a. Blüte (vergrössert).

Ib. Beeren.

1 c. Querschnitt durch den Fruchtknoten.

2. Erythronium dens canis. Habitus.

Fig. 3. Lloydia serotina. Habitus. 4. Ruscus aculeatus. Fruktifizierendes Zweig-stück. 4a. Phyllokladium mit männlicher Blüte.

Pflanzen eine Anzahl von Primärblättern (Niederblätter) mit ringförmiger Narbe auf, in deren Achseln sichdie Anlagen der Phyllokladien vorfinden. Gelegentlich kommt eine Spaltung oder eine Verdoppelung derPhyllokladien vor oder es treten mehrere Blütenstände und Hochblätter auf.

1. Phyllokladien eiförmig, stachelspitzig, starr, stechend, bis 2,5 cm lang. R. aculeatus nr. 635.

1*. Phyllokladien länglich-lanzettlich bis elliptisch lederig, nicht stechend, 4 bis 9 cm lang.

R. hypoglossum nr. 636.

635. RUSCUS aculeatus L. Stechender Mäusedorn, Dornmyrte. Franz.: Fragon,Houx-frelon, Petit houx; engl.: Butcher's Broom; ital.: Bruscolo, Pungi-topo, Spruneggio.

Taf. 64, Fig. 4, Fig. 376 und 377-

Der Name Mäusedorn rührt daher, dass die stechenden Zweige der Pflanze auf Speisen gelegtwurden, um Mäuse fern zu halten. Im Dialekt des südlichen Tessin heisst der Mäusedorn spungiorattpungiaratt, spazzacamin (il spazzocamino = Schornsteinfeger). Ebendort werden die jungen Triebe vonden Bauern als Gemüse gegessen, eine Verwendung, die schon Plinius (Hist. nat. XXIII, 165) kennt. Auchgebraucht man die Zweige, um den Russ der Kamine auszukehren.

Ausdauernder, immergrüner, 20 bis 80 (90) cm hoher Halbstrauch. Stengel aufrecht,holzig, reichlich verzweigt. Schuppenartige Blätter (morphologisch die eigentlichen Laub-blätter !) klein, braun-häutig, dreieckig bis lanzettlich. Phyllokladien zweizeilig angeordnet,länglich, starr, deutlich nervig, bis ca. 2,5 cm lang, in eine scharfe, stechende Spitze ver-schmälert. Blüten klein, auf der Oberseite (wenig unter der Mitte) der Phyllokladien ein-gefügt, einzeln oder zu wenigen büschelig gehäuft, in der Achsel eines kleinen, derben,häutigen, stachelspitzigen, grünen, einnervigen Hochblattes. Perigon grünlich-weiss, klein(bis 2 mm breit), die innern Perigonblätter viel kleiner (Fig. 377 a). III, IV.

Stellenweise am Südfusse und im Süden der Alpen in Gebüschen, Wäldern, anwarmen, trockenen, steinigen Abhängen; vereinzelt bis ca. 1000m hinaufsteigend.

rehlt in Deutschland gänzlich. In Oesterreich zerstreut im südlichen Tirol (im Eisacktal bisn und im linksseitigen Etschtale bis oberhalb Gargazon hinauf), im südlichen Steiermark (selten: imMatzelgebirge bei Rohitsch), in Krain (nur in Innerkrain bei Wippach [nördlichster Standort] und beiSt. Canzian, in Unterkrain am Kulpa-Ufer bei Wilpen; bei Schloss Luegg nächst Rudolfswert [nach Paul in]wohl nur angepflanzt) und im Küstenland(nicht aber in Kärnten). In der Schweizim Süden und Westen in den Kantonen Tessin(im Süden häufig), Graubünden (einzig im unternMisox) und im Wallis (bei Genf wohl nichtursprünglich).

Allgemeine Verbreitung:Südeuropa (von Spanien bis Süd-russland; im Westen bis England; imOsten in Ungarn bis Gross-Wardeinund bis zum Plattensee, sowie in

^iphenWo-en Hm Hnnvarlo^ir -. ix Fig ' 377 - Ruscus " culea ' us L - " Männliche Blüte, i Geöffnete

öieDenDUrgen [im rtunyaüer ÜOmitat]), Anthere. c Narbe, d Querschnitt durch das Phyllokladium (c Epidermis

Vorderasien bis Persien Nortlafrita " Assimilations g ewebe > m Wassergewebe), e Spaltöffnungsapparat, von

"Ka. oben und im Querschnitt (Originalfiguren von Dr. M ei er hof er-Zürich).Hegi, Flora. 46