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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Stiel.

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spargel, früher Argentueil, Erfurter Riesenspargel, Göschkes Superior Palmetto etc. Gelegentlich könnenhievon auch flachgedrückte, eigentümlich eingerollte Exemplare (Fasciation) beobachtet werden. Stellenweisewird der Spargelbau im grossen feldmässig betrieben, so namentlich um Braunschweig, dann um Lübeck,Berlin, Bamberg, Nürnberg, Ulm, im Elsass (z. B. Horburg beiKolmar), in Oberbaden, Argentueil in Frankreich (versorgt Paris),um Basel, Ragaz (Schweiz), in Mähren (bei Eibenschitz), inKärnten (bei St. Veit) etc. Die jungen Sprosse enthalten u. a.auch Asparagin, das harntreibend (in grösserer Menge genossenauch als Aphrodisiakum) wirkt. Früher wurde die Wurzel (rädixAspäragi) auch arzneilich verwendet (heute noch in Frankreichund Belgien). Die ersten Erträgnisse erhält man im dritten Jahrenach dem Auspflanzen der Sämlinge. Die Anlage liefert währendca. 25 Jahren gute Erträge. Der Genuss der jungen Spargel-triebe als Salat mit Essig und Oel ist für das Mittelalter nichtnachgewiesen. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundertswird in Deutschland von der Kultur des Spargels berichtet (1565im Stuttgarter Lustgarten). Als Feinde des Spargels sind dieSpargelfliege und der Spargelkäfer, sowie ein Rostpilz (Spargel-rost, = Puccfnia Aspäragi DC.) zu bezeichnen. Letzterer, der imFrühjahr auf denPfeifen" gelbe Flecken und zuletzt schwarz-braune, oft strichförmige Polster erzeugt, richtet bei ungünstigerWitterung zuweilen grossen Schaden an. Die Samen hat manschon als Kaffeesurrogat zu verwerten gesucht, während Wurzelund Sprosse zur Herstellung des heilkräftigen Spargelsirup benütztwerden. Die ursprüngliche Heimat des Spargels dürfte vielleichtim Orient zu suchen sein; auf jeden Fall ist er in Mitteleuropa alsnicht ursprünglich zu betrachten. Neben zahlreichen andern Pflanzen(z. B. Iris pseudacorus, Narcissus pseudonarcissus und pocticus) wurdeder Spargel auf den Wandmalereien in Pompeji nachgewiesen. Diegrünlichweissen, meist unvollkommen getrennt-geschlechtigen Blüten sondern in ihrem Grunde Nektar ab.Als Bestäuber kommen verschiedene Bienenarten in Betracht, die mit Vorliebe die grösseren männlichenBlüten besuchen. Die Beeren werden durch Vögel verbreitet. Dabei werden die Samen beim Passieren desDarmkanals in keiner Weise beschädigt.

634. AsparagUS tenuifölius Lam. (= A. silväticus Waldst. et Kit.). Zartblätteriger

Spargel. Fig. 375.

Ausdauernd, 30 bis 80 cm hoch. Stengel ± krautig, stielrund, mit zahlreichen,sehr dünnen, aufstrebenden Aesten und Zweigen. Stengelglieder bis ca. 5 mm lang.Schuppenförmige Blätter einfach, nicht spornartig ausgesackt (Fig. 375 f). Phyllokladienzahlreich (10- bis 20- [30] büschelig), haardünn, borstlich, bis fast 2 cm lang, aufrecht oderetwas abstehend. Blütenstiele einzeln oder zu 2, nickend, sehr dünn, ganz nahe der Blütegegliedert (Fig. 375 b). Perigon bis über 1 J2 cm lang, weisslich, grünlich gestreift. Staubblätterviel kurzer als das Perigon (Fig. 375 c). Staubbeutel kugelig, gewöhnlich etwa 1 /i so langals die Staubfäden (Fig. 375 d), doch Staubfäden auch kürzer (Fig. 375 e). Beere leuchtendrot, kirschgross, gewöhnlich grösser als bei voriger Art (bis über 1 cm dick). V, VI.

In Gebüschen, ziemlich selten südlich der Alpen, bis ca. 900 m.

( e t in Deutschland vollständig. In Oesterreich einzig im südlichen Tirol (im Etschtale auf-wärts bis Me ran), i m südlichen Steiermark (zwischen Cilli und Steinbrück, im Savetal bei Trifail, auf demKotecmk bei Olli, bei Prassberg), in Kärnten (Südgehänge des Dobratsch nächst Förderaun; weit nach Nordenvorgeschoben bei Niederdorf an der Görlitzen), in Krain (besonders südlich von Adelsberg und im Savetal auf-wärts bis Dobrava und Moste) und im Küstenland. Diese Art gehört ähnlich wie Oryzopsis virescens (Bd. I,pag. 207), Allium ochroleucum (Bd. II, pag. 222), Iris graminea (Bd. II, pag. 295), Lathyrus variegatus, HacquetiaEpipactis und Galium aristatum zu den schattenliebenden Karstpflanzen. Im Gebirge bei Triest wird diese Artgesammelt und alsWaldspargel« gegessen. Angeblich sollen auch Uebergangsformen (bei Meran) zuA. officinalis vorkommen. Ausserdem wird A. tenuifölius gelegentlich in Gärten angepflanzt (z. B. in den Anlagendes Heidelberger Schlosses und in dem Heiischen Garten in Mundenheim in der Pfalz (nach Zimmermann).

Fig. 3/5. Asparagus tenuifölius Lam.a Blütenspross. b Männliche Blüte mit gegliedertemc Schnitt durch die männliche Blüte, d, eStaubblätter. / Schuppenblatt.