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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Frankreich durch Italien, Kroatienund Slavonien, den Balkan [in Dalmatien bis 1300 m], Galizien bis Südrussland), Kleinasien.

CLXVI. RUSCUS 1 ) L. Mäusedorn.

Immergrüne, mittelgrosse Halbsträucher (Fig. 376), mit unterirdischer Grundachse.Stengelblätter häutig, braun, schuppenartig. Phyllokladien (ähnlich denen der Subsection Myrsi-

phyllum von Asparagus) blattartig ver-breitert, starr, lederig, oft stechend, in derenMitte auf der Oberseite ein schuppen-förmiges, derbes, grünes Hochblatt tragend(Fig. 378 a, b), in dessen Achseln ein odermehrere kurzgestielte Blüten stehen. Letztereoberseits der Phyllokladien, aber durchDrehung häufig seitwärts oder nach untengerichtet (Beeren deshalb scheinbar auf derUnterseite der Phyllokladien sitzend, vgl.Tal 64, Fig. 4). Blüten eingeschlechtig, zwei-häusig, deren Stiele am Grunde von kleinenhäutigen Hochblättern umgeben. Perigon-blätter getrennt, zuletzt abstehend, dieinnern kleiner als die äussern (Fig. 377 a,378 c, d). Staubblätter 3, zu einer kurzenRöhre vereinigt (Fig. 377 b), deren Mündungvon 3 sich berührenden Staubbeuteln(Fig. 378 c) umschlossen wird. Griffel inder männlichen Blüte fehlend oder ver-kümmert. Weibliche Blüten mit einemkugeligen oder eiförmigen, einfächerigen,2 Samenanlagen enthaltenden Fruchtknoten,mit einem sehr kurzen Griffel und mit einerkopfförmigen, dicken Narbe (Fig. 377 c).Frucht eine ein- bis zweisamige Beere.Samen kugelig, mit kleinem, geradem Keimling im Nährgewebe (Fig. 378 f, g).

Diese Gattung umfasst 3 immergrüne, halbstrauchige Arten, die im Mittelmeergebiet und in Maka-ronesien zu Hause sind. Ausser den beiden folgenden Arten noch R. hypophyllum L., der alexandrinischeLorbeer, welche Art auch mit nr. 637 vereinigt wird. R. andrögynus L. der Kanaren mit zwitterigen Blütenwird jetzt als (einziger) Vertreter einer besondern Gattung als Semele andrögyna (L.) Kunth bezeichnet.Die Achsen- (Caulom-)natur der grünen, spreitenartigen Organe von Ruscus ist schon mehrfach in neuererZeit namentlich von Velenovsky (vgl. Zur Deutung der Phyllokladien der Asparageen. Beihefte zum Botan.Zentralblatt, Bd. XV [1903]. Heft 2 und Morphologie Bd. II, 1907) bestritten oder angefochten worden.Nach letzterem (einem Vertreter der Blatt-Theorie) besteht das blühende, seitenständige Phyllokladium aus einerterminalen Infloreszenz, deren erste Blüte aus zwei in der Mediane stehenden Brakteen entspringt, von welchendie eine grösser wird und auf dem Infloreszenzstiele flügelartig herabläuft, die andere aber die Infloreszenzunterstützt. Das sterile Kladodium ist ein terminales Blatt, welches den achselständigen Kurztrieb abschliesst.Dieser Ansicht darf folgendes gegenübergestellt werden: Während bei nr. 635 und 636 jedem Seitenphyllokladiumein braunes Stützblatt zukommt, entbehrt das Endphyllokladium eines Stützblattes. Es bildet die direkteFortsetzung (das letzte Glied) des betreffenden Stengels bezw. Zweiges, so dass also auch bei Ruscus einjeder vegetativer Spross mit einem Sprossglied abschliesst (vgl. B ern ätsky , J., Zur Kenntnis der Vegetations-organe der Gattung Ruscus. Annales Musei Nationalis Hungarici 1903). Ausserdem weisen die jungen

] ) Name des Ruscus aculeatus bei den Römern; vgl. auch Bd. II, pag. 147.

Fig. 376. Ruscus aculeatus L. im Buschwald ob Ascona(Tessin). Phot. Dr. Hans Mei e rhof er-Zürich.