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Zerstreut in Wäldern, an Abhängen, auf trockenen Wiesen, in Baumgärten, inWeinbergen; im Süden vereinzelt bis 2000 m hinaufsteigend (Ledrotal am Gardasee).
Nördlich der Alpen (wenigstens in Xorddeutschland) stellt diese Pflanze sicherlich an den meistenOrten eine aus Gärten verwilderte Zierpflanze dar, welche sich allerdings an einzelnen Orten (z. B. beiDankern und in Aschendorf, Haselünne, bei Harburg) vollständig eingebürgert hat. Auch südlich der Alpenhandelt es sich z. T. (z. B. um Villach in Kärnten) um verwilderte Vorkommnisse. — Aendert ab: var. Bena-cense Murr (Allgem. botan.Zeitsc.hr. Bd. XI [1905], pag. 150). Pflanze sehr kräftig. Laubblätter bis 23 cmlang, 9 bis 13 mm breit, etwas länger als die Blütenschäfte. Perigon dunkler blau, nicht viel heller als beinr. 628. — (Südtirol: zwischen Nago und Torbole; hier zusammen mit nr. 628). — var. Kerneri Richter (= Botry-änthus Kerneri Marches., = B. Kerneri Nyman). Pflanze kleiner und feiner. Laubblätter schmal-linealisch(nur 2 bis 4 mm breit), nach dem Grunde zu wenig verschmälert. Blütentraube ziemlich kurz, etwas locker.Blütenstiele sehr dünn. Blüten klein, etwa 1 /a kürzer als beim Typus und heller blau (Selten im Süden).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, zerstreut in Mitteleuropa, Kleinasien,Transkaukasien.
631. Muscari comösum Mill. (= M. longissimum Med., = Hyacinthus fuliginösus Pall.,= H. comösus L., = Bellevälia comösa Kunth, = B. graminifölia Nyman, = Leopöldiagraminifölia Heldr. et Holzm., = L. comösa Pari.). Schopfige Bisamhyazinthe.
Franz.: Ail ä toupet; ital.: Giacinto delle vigne. Taf. 62, Fig. 3.
Ausdauernd, 30 bis 75 (100) cm hoch. Zwiebel ziemlich gross. Laubblätter meistzu 3 bis 4 grundständig, breit-lineal (10 bis 27 mm breit), rinnig, am Rande gezähnelt,rauh, nach der Spitze zu allmählich verschmälert, aufrecht abstehend, oft gebogen, so langoder länger als der Blütenstand, letzterer locker, verlängert, zuletzt zylindrisch. Dieuntern Blüten entfernt, wagrecht abstehend, braun mit grünlichem Rande und mit weisslich-grünen, stark nach auswärts gekrümmten Zähnen. Die obern Blüten unfruchtbar, elliptisch-keulenförmig, ziemlich klein, samt den Stielen hellamethystblau (sehr selten mit weissemSchöpfe). Stiele derselben 4 bis 6 mal länger als die Blüten, nach aufwärts gerichtet.Fruchtkapsel fast kugelig (zuweilen etwas herzförmig), 8 bis 9 mm lang, graugrün, miteiförmigen, etwas spitzen Klappen. Stiele der Fruchtkapseln 2 bis 3 mal länger als die-selben. Samen runzelig, 2 bis 2,5 mm lang. — V, VI.
Stellenweise in Aeckern, auf Grasplätzen, in Weinbergen, Getreidefeldern, an Ab-hängen, an sonnigen, steilen Hügeln, Rainen, in Wiesen, in Gebüschen; besonders aufsandigem oder schwerem, tonigem Boden. Im Süden vereinzelt bis 1400 m hinaufsteigend.
In Deutschland besonders im südlichen und im mittlem Gebiet, nördlich bis in die Rheinprovinz,Rhemhessen, bis in die Provinz Sachsen (Neuhaldensleben, Quedlinburg) und bis nach Schlesien. Ausserdemselten verwildert oder verschleppt. In Oesterreich ziemlich verbreitet (fehlt Salzburg). In der Schweiz imSüden und Westen, im Rheintal (Au) und Graubünden. Diese Art gehört zu den südeuropäischen Kultur-begleitern (ähnlich wie Iberis amara, Orlaya grandiflora, Ornithogalum nutans [nr. 624], Specularia speculum,Panicum sanguinale (Bd. I, pag . 187), Setaria verticillata, Fumaria Schleichen etc.), welche ihre heutige Ver-breitung zum grossen Teil dem Menschen verdanken. —In Gärten wird gelegentlich eine Missbildung, die Feder-Hyazinthe (f. monströsum hört., = Muscari paniculätum Medic, = Hyacinthus monströsus L., = H. paniculätusLam.) kultiviert, bei welcher alle oder beinahe alle Blüten des gewöhnlich verzweigten Blütenstandes unfruchtbarsind. Durch einen staubartigen Pilz (Ustilägo Vailläntii Tul.) werden die Blüten (auch bei nr. 632)zuweilen eigentümlich deformiert.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, Vorderasien, Nordafrika.
632. Muscari tenuiflörum J ) Tausch (= Leopöldia tenuiflöra Heldr., = Bellevälia tenui-
flöra Nyman). Schmalblütige Bisamhyazinthe. Fig. 372.Ausdauernd, ähnlich nr. 631, Pflanze aber durchschnittlich kleiner, nur 30 bis60 cm ho ch. Laubblätter schmal-linealisch (2 bis 15 cm breit), aufrecht abstehend, ungefähr
>) lat. tenuis == zart, schwach und l at . flos (Genitiv flöris) = Blüte.