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Stellenweise in Menge in Weinbergen, in Gärten, an Zäunen, auf Aeckern, inObstgärten, an warmen, grasigen Hügeln und Rainen; vereinzelt bis gegen 1100 m.Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, Vorderasien, Nordafrika.
Aendert wenig ab: var. brachyänthum Boiss. Perigon kürzer, eiförmig-krugförmig (Gärten). —var. compact um (Jord.). Blütentraube sehr dicht, eiförmig bis fast kugelig. — Diese Art, welche allerdings stellen-weise nur spärlich (in der norddeutschen Ebene) auftritt oder gänzlich fehlt (z. B. in Kärnten [nach Scharfetter],Salzburg und in Westfalen), erscheint im Frühjahr — besonders in Weinbergen — oft unkrautartig in grossenMassen (hier dann gern mit andern Unkräutern, wie Lamium purpureum, Thlaspi perfoliatum und arvense,Cardamine hirsuta, Senecio vulgaris, Glechoma hederacea, Erophila verna, Stellaria media, Arabis hirsuta,Poa annua, seltener auch Portulaca oleracea, Bromus tectorum und Lepidium campestre). Ausserdem ist dieseArt gelegentlich in Gärten (besonders unter Johannisbeer- und Haselnusssträuchern) anzutreffen. Durch Ver-wechslung der Zwiebeln erscheint sie zuweilen in Crocus- und Hyazinthenbeeten der Gärten (Schwarz). Ur-sprünglich wild kommt sie wahrscheinlich nur im Süden, im Gebiete der Mittelmeer- und pannonisch-pontischenFlora, sowie in deren Ausstrahlungen vor. Im übrigen Gebiet handelt es sich stets um sekundäre Erscheinungen(infolge der früheren aligemeinen Kultur dieser Art als Zierpflanze).
629. Muscari neglectum Guss. (= M. Atlänticum Boiss. et Reut., == Botryanthus neglectus
Kunth, = B. Atlänticus Nyman). Uebersehene Bisamhyazinthe. Fig. 36Jf bis k.
Ausdauernd, 20 bis 40 cm hoch (nr. 628 sehr ähnlich, aber in allen Teilen grösser undkräftiger!). Zwiebel grösser (gewöhnlich über 2 cm dick). Laubblätter zahlreich, breiter(3 bis 5 mm breit), schmal-lineal, ziemlich flach, schlaff, weit rinnig (Fig. 367 f), zuletztviel länger als der Stengel, wenig gekrümmt oder fast aufrecht. Blütenstand dicht undmeist vielblütig (30 bis 40 Blüten), breiter. Perigon eiförmig-walzlich (4 bis 7 mm lang),fast schwarzblau, mit weissem Saum, wohlriechend (wie nr. 628 nach Pflaumen duftend).Frucht ca. 8 mm lang (Fig. 367g), mit rundlich-verkehrt-eiförmigen, an der Spitze ab-gerundeten Klappen. — III bis V.
Stellenweise in Weinbergen, auf Aeckern, an Zäunen; wild nur im Gebiete dermediterranen und pontischen Flora, sowie in deren Ausstrahlungen (hier stellenweise häufigerals nr. 628).
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (vereinzelt nach Mitteleuropa vor-dringend).
630. Muscari botryoides 1 ) Mill. (= M. Strangwaysii Ten., = M. Transsilvanicum
Schur, = Botryanthus vulgaris Kunth, = Hyacinthusbotryoides L.). Kleine Bisamhyazinthe. Ital. :Pentolini,
Muschini salvatici. Taf. 62, Fig. 4 und Fig. 371.
Ausdauernd, 10 bis 25 cm hoch. Zwiebel mittel-gross, (zierlicher als bei nr. 628 und 629). GrundständigeLaubblätter 2 bis 3, aufrecht, ziemlich steif, breit-lineal([2] 3 bis 8 [13] mm breit), von der stumpfen Spitzenach dem Grunde verschmälert, bis zur Blütentraubereichend. Blütenstand ziemlich kurz, kugelig-eiförmig,zuletzt zylindrisch. Blüten geruchlos, himmelblau (seltenweiss), mit weissem, zurückgebogenem Saume. Perigonekugelig bis kurz eiförmig, in der Regel nicht viel längerals breit, 3 bis 4 mm lang. Frucht wagrecht abstehend,mit verkehrt-eiförmigen Klappen (Fig. 371 c). Samen dichtwellig-runzelig, 1,8 bis 2 mm lang (Fig. 371 d). — IV, V.
*) Gr. ßövQvg [bötrys] = Traube und ddog [eidos] = Gestalt; nach dem traubenförmigen Blütenstand.
Fig. 371. Muscari botryoides MlU.a Blüte (geöffnet und ausgebreitet), b Quer-schnitt durch den Fruchtknoten, c Frucht-kapsei (geöffnet), d Schnitt durch den Samenmit Keimling (e).