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2. Monocotyledones 2 (1907)
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noch frisch. Blütenstand eine 3- bis 12-blütige, lockere, ziemlich einseitswendige Traube.

Blüten gross, glockig, offen, anfangs nach aufwärts gerichtet, später nickend. Blütenstiele

zur Blütezeit etwa so lang als der Fruchtknoten, kürzer als diehäutigen Tragblätter. Perigonblätter länglich, stumpf, 25 bis 27 mmlang und bis 8 mm breit, weiss, aussen mit grünem Mittelstreifen.Staubfäden breit, blumenblattartig, ungleich, die äusseren gestutztoder kurz gezähnt, die innern mit breiten, stumpflichen Zähnen,bei allen die innere Leiste der Staubfäden zahnlos (Fig. 368 c).Fruchtknoten etwas kürzer als der bis ca. 5 mm lanp-e Griffel(Fig. 368 b). Fruchtkapsel breit-eiförmig, an der Spitze tief gewalzt.Samen gross, grubig, ohne Anhängsel. IV, V.

Stellenweise oft gesellig in Grasgärten, in Park-anlagen, in Gebüschen, auf Wiesen, Aeckern, in Weinbergen;vereinzelt bis 1100 m ansteigend.

Die Heimat dieser Art ist der Orient und vielleicht Südost-Europa. InEuropa wurde sie bereits im Mittelalter in den Mönchsgärten als Zierpflanzegehalten und hat sich von dort aus besonders in Gärten und in Parkanlagenstellenweise ganz eingebürgert. Sie verhält sich in dieser Beziehung ähnlich wieAristolochia Clematitis, Scilla amoena (Bd. II, pag. 246), Eranthis hiemalis etc. DurchVerwechslung der Zwiebeln tritt sie zuweilen (ähnlich wie nr. 623) in Hyazinthenbeetenauf. Gelegentlich erscheint sie massenhaft auf Feldern, in Aeckern (ähnlich wie Muscaricomosum [nr. 631], Linaria minor, Lolium remotum[Bd. I, pag. 377], Malva neglecta, Lepidium ruderale)oder in Weinbergen (hier zusammen mit Muscari race-mosum etc.; vgl. pag. 257) als lästiges Unkraut. Diegrossen, ölig glänzenden Samen fallen aus den schnell ver-trockneten Kapseln bald zu Boden und werden wahr-scheinlich durch Ameisen verbreitet. Im Gegensatz zuden windblütigen Arten dieser Gattung wird bei O. nutansder runde Stengel sehr frühzeitig schlaff. NachBuchenau dürfte O. nutans vielleicht durch Kultur ausO. Boucheanum entstanden sein.

Fig. 368. Ornitho^alum

nutans L. a Habitus (*/8 natürl.

Grösse), b Fruchtknoten mit

Griffel, c Staubblatt.

625. Ornithogalum Boucheanum x ) Aschers. (= O. chloränthumSauter, = O. undulätum Bouche, = Myögalum Boucheanum Kunth,= Albücea chloräntha Rchb.) Garten -Milchstern. Fig. 367 c bis e.

Ausdauernd. 20 bis 50 cm hoch (ähnlich der vorigen Art).Laubblätter freudiggrün, 5 bis 15 mm breit, zur Blütezeit bereits ab-gestorben. Blütenstand dichter und kürzer als bei nr. 624. Perigonfast abstehend, geöffnet. Perigonblätter länglich-lanzettlich, zugespitzt,am Rande meist wellig, aussen und innen mit lauchgrünem Streifen,20 bis 24 mm lang. Alle Staubfäden blumenblattartig, deutlich spitzgezähnt, auf der Innenseite mit einer wenig wellenförmigen Leiste,welche unter der Ansatzstelle der 3 bis 4 mm langen Anthere in einennach unten schwach gekrümmten Zahn oder Hacken (Fig. 367 c, d)übergeht (vgl. Györffy, Magyar Botanikai Lapok. IV. [1905],pag. 269). Fruchtknoten kugelförmig, ungefähr so lang wie derGriffel (Fig. 367 e). IV, V.

Ziemlich selten auf Aeckern, in aufgelassenen Gemüsegärten,unter Buschwerk, in Gärten, Getreidefeldern oder in Weingärten. Wild

Fig. 369. OrnithogalumPyrenaicumL. a Blüten-stengel, ni Unterer Teildes Sprosses mit Zwiebel.b Staubblatt mit Perigon-blatt. c Staubblatt, d Frucht-knoten.

!) Nach Peter Karl Bouche (geb. 1784, gest. 1856), Inspektor des botanischen Gartens in Berlin.