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Fig. 367. Ornithogalum umb eil atum L. a Fruchtknoten mitGriffel, b Querschnitt durch den Fruchtknoten. — Ornitho-galum Boucheanum Aschers, c und «/Staubblätter, e Frucht-knoten mit Griffel. — Muscari neglectum Guss. f Querschnittdurch das Laubblatt, g Fruchtknoten. // Querschnitt durch den-selben, i Same, k Schnitt durch den Samen mit Keimling.
gebiet), weisse Sternblume (Riesengebirge), Milchstern (Böhmerwald), Mülchstern (Niederösterreich),
Milchblueme (Aargau, Solothurn), Hinkelsmillich [= Hühnermilch, vgl. Anm. 1 pag. 250] (Nahegebiet),
Glisserli [von glänzen] (Aargau). Weil die Blüte
tagsüber offen, nachts dagegen geschlossen ist, helsst
unsere Art in der Schweiz Tag- undNachtblüemli.
Von der Aehnlichkeit mit manchen Lauch-Arten
rühren die Bezeichnungen Acker lau ch (Schlesien),
wilde Zipollen [= Zwiebel] (Hannover: Bassum),
wild(r) Chnoblauch, Rosschnoblauch (Schweiz:
Aargau), Hundsknofl (Niederösterreich) her; nach
dem Vorkommen in Aeckern nennt man sie im Thurgau
wissi Chornblueme. Die Pflanze enthält einen
zähen, schleimigen Saft, daher in der Schweiz:
Schmutzchrut (Zürich), Schnuderblüemli [vgl.
„Schnuderbeeri" Bd. I, pag. 80] (Solothurn).
Ausdauernd, 10 bis 20 (30) cm hoch.Zwiebel kugelig bis fast eiförmig (bis ca. 3 cmdick), gewöhnlich mit zahlreichen Nebenzwie-beln, die häufigbreite Blätter erzeugen. Laub-blätter meist zu 6 bis 9, grundständig, aufstei-gend, linealisch, tief-rinnig, stumpf, weiss ge-streift, in der Regel länger als der Blütenstengel, 2 bis 5 (8) mm breit. Blütenstand dolden-traubig, aufrecht. Blütenstiele länger als die häutigen, zugespitzten, bis 3,5 cm langen Trag-blätter. Perigonblätter länglich-verkehrteiförmig, 15 bis 25 mm lang und 4 bis 8 mm breit,weiss, mit grünem Rückenstreifen. Staubblätter einfach, linealisch-pfriemlich, ungefähr1 ji so lang als die Perigonblätter. Fruchtstiele wagrecht abstehend oder (subsp. divergens)schwach zurückgebogen. Fruchtkapsel keulenförmig, an der Spitze fast gestutzt, wenigvertieft (Fig. 367 a), mit 6 geraden, gleichweit entfernten Kanten (Fig. 367 b). ■— V, VI.
Stellenweise gesellig in Grasgärten, auf Aeckern, auf fetten Wiesen, an Wegrändern, unterGebüsch, in Weinbergen; vereinzelt bis ca. 1600 m hinaufsteigend (Puschlav in Graubünden).
Da diese Pflanze (besonders früher) sehr oft in Bauerngärten als Zierpflanze gezogen und aus denselbenleicht auf die Aecker verschleppt wurde, ist die ursprüngliche Verbreitung dieser Art nicht mit Bestimmtheitfestzustellen. In Mittel- und Norddeutschland dürfte sie sicherlich nirgends als ursprünglich wild zu betrachtensein. Infolge Zwiebelverwechslung tritt sie zuweilen in Hyazinthenbeeten von Gärten auf.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Dänemarkund Skandinavien; nördlich der Alpen, wie auch auf den Britischen Inseln, kaum ursprünglichwild), Kaukasus, Vorderasien, Nordafrika.
Aendert etwas ab: var. Joannönis Jord. et Fourr. Zwiebel fast stets ohne Nebenzwiebeln..ho,rtenseNeilr. Pflanze kräftiger. Blätter 6 bis 8 mm breit. — Hieher gehört auch die subsp. divergens(Boreau) Aschers, et Graebner (= O. refräetum Guss.). Pflanze kräftiger. Zwiebel mit unbeblätterten Neben-zwiebeln. Laubblätter linealisch (bis 6 mm breit), weit rinnig, wenig länger als die 10- bis 20-blütige Dolde.Iragblatter ca. 2 / s so I ang a]s die unteren Blütenstiele. Perigonblätter sehr gross (bis über 2 cm lang undbis 7 mm breit). Fruchtstiele schwach zurückgebogen. Frucht aufgerichtet, mit scharfen Kanten. — Seltenauf fettem Boden im südlichen Gebiete; mehrfach im südlichen Tirol (verbreitet um Meran, Bozen, Trient) undhier im wärmsten Teile wohl den Typus ersetzend (Murr).
624. Ornithogalum nütans L. (= O. hyalinum Granier, = Myögalum nütans Link,- Albücea nütans Rchb.). NickenderMilchstern. Stern von Neapel. Engl.: Drooping
Star of Bethlehem. Fig. 368.
Ausdauernd, 15 bis 50 cm hoch. Zwiebel eiförmig (bis 3,5 cm dick), meist mitzahlreichen Nebenzwiebeln. Stengel aufrecht. Laubblätter zu 4 bis 6, grundständig,schlaff, langscheidig, breit-lanzettlich (6 bis 13 mm breit), graugün, etwas rinnig, zur Blütezeit