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Selten auf sandigen, trockenen Plätzen, auf Bergwiesen und Weiden; nur im Gebiet
der pannonischen Flora in; Niederösterreich (von Kalksburg bis ins Steinfeld um Wien,
Anninger, Hainburger Berge). Sehr selten auch adventiv (Hafen von Mannheim, 1903).
Allgemeine Verbreitung: Ungarn, Niederösterreich, Balkanhalbinsel, Italien,
Nordafrika.
622. Ornithogalum tenuifölium Guss. (= O. Ruthenicum P.C. Bouche, = O. Gussonii
Ten.). Schmalblätteriger Milchstern. Fig. 366.
Ausdauernd, bis 10 cm hoch. Zwiebel ei-förmig (bis 3 cm dick), in der Regel ohne Neben-zwiebelchen. Stengel aufrecht, zart. Laubblätter zu5 bis 6, grundständig, schmal-linealisch, gewöhnlichnur 1 bis 2 [4] mm breit, mit undeutlichem Mittel-streifen, graugrün, allmählich verschmälert. Blüten-stand doldenähnlich, meist 5- bis 10- (12-) blutig.Tragblätter aus ziemlich breit-lanzettlichem Grundezugespitzt, fast bis 4 cm lang. Blütenstiele meistaufrecht abstehend, die untersten bis über 3,5 cmlang, zur Fruchtzeit an der Spitze nach abwärts ge-bogen. Perigonblätter länglich, 10 bis 15 (25) mmlang, die äussern 3,5 bis 4 mm breit, stumpflich,die innern schmäler. Staubblätter nicht halb so langals die Perigonblätter (Fig. 366b) Griffel deutlich,ca. 2 mm lang. Frucht verkehrt-eiförmig, am Scheitelstark vertieft, mit bogigen Kanten, von denen je2 einander genähert sind (Fig. 366 d). — IV bis VI.Stellenweise auf grasigen Abhängen, auf Berg-wiesen, an trockenen Orten; wohl nur im östlichenund südöstlichen Teile (hier auch in Gärten).
In Deutschland selten im östlichen und südöstlichenGebiete in Schlesien (bei Katscher, Dirschel, Kösling, Wartha,Goldberg, Bolkenhain, Trebnitz, Nimptsch etc.), bei Halle, inBayern (Reichenhall, an der Donau bei Passau, auf Dolomit imTal der schwarzen Laber unterhalb Parsberg). In Oesterreich zerstreut in Böhmen, Mähren, Nieder- undOberösterreich, Krain und im Küstenland. Fehlt in der Schweiz vollständig. — Diese Art, deren ursprüng-liches Vorkommen noch nicht genau festgestellt ist, scheint aus dem Osten nach Deutschland nur wenige Vor-posten (Oberschlesien, Halle, Franken etc.) ausgeschickt zu haben.
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet, Frankreich, zerstreut in Mittel-europa, Russland.
Hieher ist auch die folgende Unterart zu stellen: subsp. Kdchii Pari. (= O. colh'num aut.). Blättermeist zahlreicher (6 bis 8) als beim Typus, ziemlich aufrecht, lineal, mit deutlichem, weissem Mittelstreifen,sehr schmal, zuweilen gewimpert. Blütenstand gewöhnlich 6- bis 10-blütig. Perigonblätter länglich, ganzstumpf, stachelspitzig. Fruchtknoten verkehrt-eiförmig. Griffel etwas kürzer als die Staubblätter. — Zerstreutbei Halle (Galgenberg etc.), in Mähren, Tirol (Bozener Boden, Sigmundskron, Meran), Niederösterreich, Krain,Küstenland, sowie in Bosnien, Kroatien, Dalmatien, Venetien etc.
623. Ornithogalum umbellätum L. (= Stellaris corymbösa Moench, = Scilla campestrisSavi). Dolden-Milchstern. Franz.: Dame d'onze heures; ital.: Cipollone bianco, Aglio
florido; engl.: Star of Bethlehem. Taf. 62, Fig. 2 und Fig. 367 a und b.Den sternförmigen, milchweissen Blüten verdankt die Pflanze Namen wie: Steern (Münsterland),Sternblume (Westpreussen), Sternali, Sterneblueme, Sternlichrut (Schweiz), Sonnenblume (Nahe-
Fig\ 366. Ornithogalum tenuifölium Guss.a Habitus (wenig; verkleinert), b Blüte (etwas ver-grössert) c Staubblatt, d Fruchtknoten mit Griffel.