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2. Monocotyledones 2 (1907)
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CLXIII. Ornithögalum 1 ) (L.) Salisb. Milchstern. Ital.: Cipollone; tschech.: Snedek.

Ausdauernde, kleinere bis mittelgrosse Zwiebelpflanzen (mit oder ohne Nebenzwiebeln).Laubblätter grundständig, saftig, lineal-langscheidig, kahl oder bewimpert, oft mit weissemMittelstreifen, zur Blütezeit zuweilen bereits verwelkt. Blüten ziemlich gross, gestielt, zu eineraufrechten Traube (Fig. 364b) oder zu einer Trugdolde (die untern Blütenstiele sind starkverlängert) angeordnet, in den Achseln von häutigen Tragblättern. Perigonblätter frei, weiss,auf der Rückseite mit einem grünen Mittelstreifen oder gelblich (seltener ganz weiss), dieinnern oft schmäler, undeutlich vielnervig. Staubblätter am Grunde des Perigons ein-gefügt. Staubfäden meist flach, stark verbreitert (Fig. 364 e, 365 b), fast blumenblatt-artig (Fig. 368 c), seltener auf der Innenseite mit einer Falte und unter der Anthere miteiner in einen Zahn endigenden Längsleiste versehen (Fig. 367c, d). Staubbeutel am Rückenangeheftet (Fig. 365 b). Fruchtknoten in jedem Fach mit wenigen bis zahlreichen Samen-anlagen (Fig. 365c, 367b). Griffel fadenförmig. Narbe stumpf. Frucht eine stumpf-drei-kantige, fachspaltige Kapsel. Samen rundlich oder etwas dreikantig, mit schwarzer, runzeligerTesta (Fig. 365 e, f). Keimling mitten im Nährgewebe (Fig. 365 g).

Die Gattung umfasst gegen 100 Arten, die in Europa, Afrika (namentlich in den trockenenGebieten) und in Asien (im Orient ca. 30 Arten) zu Hause sind. Da mehrere Vertreter früher (z. T.

heute noch) in Mitteleuropa als Zier- oder Heilpflanzen inGärten gezogen wurden, ist das ursprüngliche Vorkommeneinzelner Arten in Mitteleuropa nicht immer mit Sicherheitnachzuweisen. Alle in Mitteleuropa vorkommenden Spezies dieserGattung sind der südeuropäisch-pontischen Flora zuzuzählen, dieteils von Westen (nr. 626 b) her, teils von Osten (nr. 621, 622, 626 a,627) mit der pannonisch-pontischen Flora mehr oder weniger weitnach Mitteleuropa vorgedrungen sind. O. nutans und umbellatumsind nördlich der Alpen wohl nirgends als ursprünglich wild zubetrachten. Ausser nr. 623 und 625 wird heute besonders Orni-thögalum caudätum Ait., Heilzwiebel, falsche Meerzwiebel(in der SchweizHeilbölle" geheissen), franz.: Fausse scille, inZimmern als Topfpflanze namentlich auf dem Lande ge-zogen (Fig. 364). Zwiebel sehr gross (bis über 10 cm dick),eiförmig, grün, oberirdisch, weit aus der Erde hervorragend(Fig. 364 a). Stengel kräftig, aufrecht, bis 1 m (und mehr) hoch.Laubblätter zu 5 bis 6, breitlinealisch-lanzettlich, 37a bis 4 cmbreit, ziemlich saftig, lebhaft grün, nach aussen gebogen, allmählichzugespitzt. Blütenstand eine endständige, dicht- und vielblütige(bis über 100 Blüten aufweisend), allseits wendige Traube. Blütenschief aufrecht. Perigonblätter gelblichweiss mit grünem Mittel-streifen, bis über 1 cm lang und bis 3 mm breit. Staubfädenverbreitert (Fig. 364 e). Fruchtkapsel kugelig, schwarz. DiePflanze stammt aus dem südlichen Afrika (vom Kapland bis zumKilimandjaro verbreitet) und kann leicht mit der echten Meerzwiebel(Urginea maritima [L.] Bak., Bd. II, pag. 278) verwechselt werden.Ausserdem werden sehr vereinzelt verwildert angetroffen: O. mon-tänum Cyr. (= O. pätulum Rafin.) aus Südeuropa und Vorder-asien. Aehnlich nr. 623. Blätter aber breiter (8 bis 1 5 mm breit)und ohne weisslichen Mittelstreifen. In Schlesien (bei Goldberg,in Breslau und Ziegenhals) verwildert und stellenweise eingebürgert;

_... in Speyer Gartenflüchtling.O. Narbonense L. (eine UnterartFig.364. Ormthogalum caudatum Ait. a Aus- ' , , . , , .an-getriebene Zwiebel mit Nebenzwiebeln. i Blüten- von O. pyramidale) aus dem Mittelmeergebiet. Pflanze meist kleiner,traube. c Blüte, d Perigonblatt. c Staubblatt. Blütenstiele abstehend, kaum länger als die Hochblätter. Perigon-

') Gr. oQvig [ornis] (Genit. ÖQVL&og [örnithos]) = Vogel und gr. yäla [gäla] = Milch; nach derweissen Blütenfarbe der meisten Arten. Das ÖQVt/frÖyaXov [ornithogalon] der Griechen soll O. umbellatum sein.