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2 Samenanlagen enthaltend (Fig. 362 e). Fruchtkapsel kugelig, dreifurchig, weit auf-springend, ca. 3 mm lang. Samen klein, schwarz (Fig. 362 g, h). — VIII bis X.
Selten in Gebüschen, an grasigen Abhängen, in Weinbergen, auf Hügeln; kalkliebend.In Deutschland einzig in Oberelsass auf Kalkhügeln zwischen Sulzmatt und Gebweiler, im Kasten-und Hardtwald bei Kolmar, Mülhausen, Rufach und Thann. Diese mediterrane Art erreicht ähnlich wie KoeleriaVallesiana (Bd. I, pag. 283) für das Deutsche Reich in Oberelsass die Nordgrenze. In Oesterreich einzigin Südtirol (Arco, Bolognano, am Doss Brione bei Riva, Rofreit), im Küstenland, Istrien und Dalmatien.Fehlt in der Schweiz vollständig. — In Oberelsass erscheint diese herbstblütige Liliacee auf den Kalkvorhügelnals Bestandteil der trockenen Grasflur (Bromus erectus-Formation; vgl. Bd. I, pag. 359) neben zahlreichenandern xerophil gebauten und z. T. südeuropäischen Pflanzen, wie z. B. Carex humilis (Bd. II, pag. 99),Koeleria gracilis (Bd, I, pag. 286), Allium sphaerocephalum (Bd. II, pag. 218), Hutschinsia petraea, Trifoliumscabrum, Trinia glauca, Euphrasia lutea, Alsine Jacquini, Asperula glauca, Micropus erectus, Achillea nobilis,Chrysanthemum corymbosum, Aster amellus, Polycnemum maius etc. (nach Issler).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, Frankreich, Oberelsass, England,südwestl. Ungarn, Vorderasien, Nordafrika.
620. Scilla non scripta 1 ) Hoffmannsegg et Link (= S. nütans Sm., = Endymionnon scriptum Garcke, = E. nütans Dum., = Agraphis nütans Link, = A cernua Rchb.,= Usteria secünda Med., = U. hyacinthiflöra Med., = Hyacinthus non scriptus L., = H.pratensis Lam.). Hasenglöckchen. Franz.: Jacinthe sauvage; engl.: Bluebell, Wild
Hyacinth. Fig. 363.
Ausdauernd, 15 bis 40 cm hoch. Zwiebel kugelig bis eiförmig,(1 bis 2 cm breit), mit silbergrauen bis graubraunen Häuten. Stengelaufrecht, hohl. Laubblätter meist zu 5 bis 6, grundständig, breit-linealisch,tief rinnig, am Rücken abgerundet (bis über 1 cm breit). Blütenstandeine sehr lockere, fast einseitswendige, überhängende Traube. Tragblätterausgebildet, linealisch, spitz, meist zu zweien (Tragblatt und Vorblatt),zuweilen stark verlängert (bis über 5 cm lang), laubblattartig, bis fastschopfig gedrängt (f. bracteata hört.). Blütenstiele ziemlich kurz (nichtüber 1 cm lang), später aufrecht. Perigon walzlich-glockig. Perigon-blätter linealisch, bis zur Mitte zusammenneigend, erst oberwärts ab-stehend, mit zurückgerollten Zipfeln, bis fast 2 cm lang, 2 bis 4 mm breit,lebhaft blau (seltener rötlich oder weiss), stumpflich, mit derbem Mittel-streifen und verdickter Spitze. Staubblätter z. T. ungefähr in der Mitte,z. 1. im untern Viertel der Perigonblätter entspringend, viel kürzer alsdieselben (Fig. 363 c). Fruchtknoten in jedem Fache mit 6 bis 8Samenanlagen (Fig. 363 b). Frucht eiförmig bis kugelig, fast sitzend, bisüber 1 cm lang. Samen kugelig, schwarz, ca. 2 mm lang. — IV, V.oelten in Laubwäldern, schattigen Hainen, in Gebüschen.
Deutschland einzig im nordwestlichen Teil (ob aber ursprünglich wild?)der Rheinprovinz (Körrenzig unweit Jülich), bei Brentlage (angeblich) am Emsufer, beiLaumühlen unweit Stade, in Ostfriesland (im Berumer Gehölz, Lütetsburger Park,Sandhorst und Schloss Gödens), beim Bad Dangast (hier bestimmt [von Varel aus]eingeführt) und einmal in Collstede bei Neuenburg. Ausserdem gelegentlich aus Gärtenverwildert. Fehlt in O e st er r eich und in der Schweiz (früher mehrfach um Winterthurverwildert angetroffen) vollständig.
Allgemeine Verbreitung. Iberische Halbinsel, Frankreich,England, Belgien, Holland, Italien, Balkan.
Fig. 363. Scilla nonscripta Hoftmannsegget Link. a Habitus( 1 /2 natürl, Grösse), bQuerschnitt durch dieFruchtkapsel, c Blüte(vergrössert).
J ) = nicht beschrieben, im Gegensatz- zur Hyazinthe, auf deren Blumenblättern man in der Lageder Blattnerven die Buchstaben AI zu erkennen glaubte. Näheres siehe in Ovids Metamorphosen, X, 210 ff.Hegi, Flora, 45