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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Fig. 361 Scilla bifoliaL. a Querschnitt durch den F'ruchtknoten.b Same mit Anhängsel. Erythronium dens canis L. c Untere Partieeines innern Perigonblattes mit Honiggrübchen, d Fruchtkapsel (vonaussen), e Fruchtknoten mit Griffel. / Querschnitt durch den Frucht-knoten, g Same, h und i Staubblätter (bei h Antheren geöffnet, bei i zumTeil geöffnet).

rötlich oder weiss. Staubblätter ungefähr so lang als die Perigonblätter. Fruchtkapselkugelig, 7 bis 10 mm lang, stumpf-dreikantig, dreifächerig (Fig. 361a). Samen 2 bis 2,5 mm

.^ lang, am Nabel mit einem grossen,hellfarbigen, gekröseartigen Anhängsel(Fig. 361b). III, IV.

Stellenweise (dann meist gesellig)in Auen, Laubhölzern, in Baumgärten,besonders im Süden (hier stellenweisebis ca. 1400 m emporsteigend), jedochnicht überall verbreitet. In Kärntenz. B. auf das Lavanttal beschränkt.Nördlich der Alpen seltener und fastnur in den Flusstälern (besonders imRheingebiet und dessen Nebentälern;doch auch an der Elbe, in Thüringen,bei Nordhausen im Harz, Leisslingenbei Weissenfeis, Ratibor etc.).Allgemeine Verbreitung: Süd-und Mitteleuropa (nördlich bis Mitteldeutschland,Holland, südwestliches Polen, Siebenbürgen), Kaukasus, Kleinasien.

Die blaue Meerzwiebel, die in mehreren Rassen auch in Gärten kultiviertwird, erscheint nördlich der Alpen gelegentlich in Auenwiesen, besonders aberim sogenanntenKleebwald" (Franken, Schwaben), dessen lockerer, tiefgründigerBoden ab und zu überschwemmt wird. Hier gehört sie zusammen mit Corydaliscava zu den bezeichnendsten Gliedern des Kleebwaldes. Beide Arten finden sichdaselbst besonders auf sonst pflanzenleerem Boden oft in grossen Scharen;nicht selten sind auch Bingelkraut (Mercurialis perennis) und Haselwurz (AsarumEuropaeum) mit ihnen vergesellschaftet (Gradmann). Die himmelblauen Blüten,die sich zu einem ca. '20 mm breiten Sterne ausbreiten, sind homogam. Nektar wirdaus den Septaldrüsen des Fruchtknotens (Fig. 361a) abgeschieden. Die Staubbeutelstehen in gleicher Höhe mit der Narbe, jedoch von ihr entfernt, so dass die dieBlüten besuchenden Insekten (kleine Fliegen) sowohl Fremd- als Selbstbestäubungvollziehen können. Beim Verwelken schliesst sich die Blüte, so dass Staubbeutelund Narbe miteinander in Berührung kommen (Kirchner). Die Samen, die eindeutliches Anhängsel zeigen (Fig. 361b), werden wahrscheinlich (ähnlich wie beiS. pratensis und Sibirica) durch Ameisen verbreitet. Zur Zeit, wo die Kapselnsich zu öffnen beginnen, beginnt der Stengel zu vertrocknen. Häufig werden dieStaubbeutel von einem Pilz (Ustilago Vaillantii Tul.) befallen.

619. Scilla autumnälis L. (= Ornithögalum autumnäle Lam.,= Anthericum autumnäle Scop.). Herbst-Meerzwiebel. Fig. 362.

eiförmig

Ausdauernd, 5 bis 15 (20) cm hoch. Zwiebel(bis 2,5 cm breit), mit weisslichen bis rotbraunen Häuten. Stengelaufrecht, stielrund, sehr oft violett überlaufen. Laubblätter zu 5 bis 6,grundständig, schmal-linealisch (1 bis 2 mm breit), halbstielrund,oberwärts rinnig, stumpflich, nach der Blüte erscheinend. Blüten-stand eine lockere, verlängerte, 6- bis über 20-blütige Traube.Tragblätter fehlend. Blütenstiele aufrecht-abstehend (ca. 1 cmlang). Perigonblätter abstehend, abgerundet, rötlich-violett mitdunklem Mittelstreifen, 4 bis 5 mm lang. Staubblätter etwa halbso lang als die Perigonblätter. Fruchtknoten in jedem Fach

Fig. 362. Scilla autumnälis.L. a Habitus ('/'snatürl. Grösse).i Fruchttraube, c Staubblatt..d Fruchtknoten mit Griffel.e Querschnitt durch den Frucht-knoten. / Reife Samenkapsel,.g, h Same.